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Serena Williams gewann zweimal Olympia- Gold im Doppel mit Schwester Venus © getty

Serena Williams denkt nach ihrer Operation an ein Comeback auf dem Tennisplatz. Realistischer ist aber das Karriereende.

Los Angeles - Serena Williams war immer eine Kämpferin. Eine, die nie aufgegeben hat. Eine, die es gewohnt ist, ihr Schicksal selbst zu bestimmen.

Und deshalb denkt sie natürlich an ein Comeback auf dem Tenniscourt "irgendwann im Sommer".

Zuzutrauen ist es ihr, realistisch ist es aber nicht. Tatsächlich ist die 29-Jährige gerade mit dem Leben davongekommen, als ihr in einer Notoperation am Montag ein Blutgerinnsel aus der Lunge entfernt wurde.

Realistisch ist deshalb eher das Karriereende der 13maligen Grand-Slam-Siegerin. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Mysteriöse Fußverletzung

Seit einer mysteriösen Fußverletzung, erlitten in einem Restaurant in München bei einer Siegesfeier nach ihrem vierten Wimbledonsieg im Sommer 2010, hat Serena Williams nicht mehr professionell gespielt. Ein Schnitt, eine Verletzung, die nicht ausheilte, zwei Operationen an dem verletzten Fuß.

Training zwischendurch mit dem Ziel, die Australian Open zu spielen. Vergebens. Letzte Woche eine Untersuchung in New York und nun plötzlich der schwere Eingriff.

"Es war ein schweres und beängstigendes Erlebnis", teilte Williams nach der OP mit, "ich kann keine Versprechungen über meine Rückkehr machen." Sie dankte Fans, Freunden und Kolleginnen außerdem für die vielen guten Wünsche: "Dank an euch alle für die Gebete, Gedanken und Unterstützung".

Glück im Unglück

Lungenembolien sind in Deutschland mit jährlich 40.000 Opfern die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Oft werden sie gar nicht bemerkt.

Serena Williams hat Glück gehabt. Noch kurz vor der OP lief sie bei einer Oscar-Party in L.A. strahlend in einem apricotfarbenen Kleid über einen roten Teppich.

Jetzt ist sie wieder zu Hause, steht aber unter medizinischer Beobachtung. "Ich arbeite mit den Ärzten, um alles unter Kontrolle zu kriegen", teilte die ehemalige Weltranglisten-Erste mit, "das Hauptziel ist, dass ich sicher wieder zurückkehren kann."

An Training nicht zu denken

Das kann dauern. In vergleichbaren Fällen bekommen Patienten normalerweise monatelang Blutverdünner, um das Risiko einer erneuten Embolie zu minimieren.

An Training ist damit nicht zu denken, jede noch so kleine Verletzung könnte zu einer Katastrophe führen.

Karriere mit HIndernissen

Serena Williams ist psychisch und physisch eine der stärksten Spielerinnnen in der Tennisgeschichte. Wenn sie körperlich fit ist, ist sie ohne Zweifel die beste Spielerin der Welt. Das war zuletzt in Wimbledon der Fall.

Ihre Karriere ist jedoch gezeichnet von Verletzungen, Operationen und Comebacks. Sollte sie es wirklich schaffen, noch einmal zurückzukommen, geht sie auf die 30 zu.

Henin hält Belastungen nicht stand

Das ist ein Unterschied im Vergleich zum Comeback einer Mitzwanzigerin, zumal sie dann rund ein Jahr kein Turniertennis gespielt hätte.

Gerade erst musste Justine Henin ihre Karriere rund ein Jahr nach ihrem Comeback endgültig beenden, weil der Ellbogen chronisch lädiert ist und die Belastungen auf der Tour nicht aushielt.

Genesungswünsche der Kolleginnnen

Über Twitter haben zahlreiche Kolleginnen wie Kim Clijsters oder Caroline Wozniacki ihre Genesungswünsche geschickt.

Serena ist mittlerweile beliebt auf der Tour. "Wir vermissen dich", teilte Clijsters mit, die Nachrichten seien "beängstigend."

Die Spielerinnen-Vereinigung WTA teilte in einer offiziellen Stellungnahme mit: "Serena ist ein Champion auf und neben dem Platz. Wir und Millionen Fans in aller Welt wünschen ihr eine schnelle Genesung."

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