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Andrea Petkovic steht seit ihrer Halbfinal-Teilnahme in Miami unter den Top 20 © getty

Die deutschen Fed-Cup-Spielerinnen stehen in Stuttgart im Achtelfinale. "Petko" macht es spannend.

Stuttgart - Angeführt von einer kampfstarken Andrea Petkovic schwimmen die deutschen Tennisspielerinnen weiter auf der Erfolgswelle:

Doch während Sabine Lisicki und Julia Görges den Schwung des Fed-Cup-Wochenendes ins Stuttgarter Turnier mitnehmen konnten, quälte sich Petkovic ins Achtelfinale - und vergoss aus Enttäuschung über ihre Leistung sogar Tränen. (DATENCENTER: WTA Stuttgart)

Die Weltranglisten-19. wurde ihrer Favoritenrolle beim 3:6, 6:2, 6:2 gegen die Qualifikantin Tamira Paszek (Österreich) erst nach einem verkorksten ersten Satz gerecht.

"Petko" wirkt unkonzentriert

Die Darmstädterin, die nun auf Jelena Jankovic aus Serbien oder die Spanierin Beatriz Garcia Vidagany trifft, wirkte nach dem Hype um ihre Person lange unkonzentriert und konnte lange Zeit nicht an die gute Leistung vom Fed Cup anknüpfen.

"Ich war müde. Außerdem brauche ich am Anfang immer ein bisschen, bis ich auf Touren komme. Wie ein Diesel eben", sagte "Petko".

Petkovic ließ ihrem Frust nach dem Verlust des ersten Durchgangs durch einen Doppelfehler freien Lauf: Petkovic heulte auf der Bank und malträtierte ihr Racket. Doch die 23-Jährige riss sich danach zusammen und wendete das Blatt.

Erleichterung nach 137 Minuten

Trotz eines 0:2-Rückstandes im entscheidenden Satz behielt Petkovic kühlen Kopf und gewann sechs Spiele in Folge. Nach 2:17 Stunden verwandelte sie ihren ersten Matchball und zeigte erleichtert die Faust.

Die lange Zeit verletzte Berlinerin Lisicki setzte ihren Aufwärtstrend beim 7:5, 7:6 (7:2) gegen die Weltranglisten-27. Dominika Cibulkova aus der Slowakei fort. Die 22-jährige Görges ließ der holländischen Qualifikantin Michaella Krajicek beim 6:3, 6:1 keine Chance.

Lisicki trifft auf Li Na

Beim einzigen deutschen Frauen-Turnier in der Heimat warten nun auf beide große Herausforderungen. Die Weltranglisten-155. Lisicki, die im vergangenen Jahr insgesamt sechs Monate wegen einer Knöchelblessur pausieren musste, trifft am Mittwoch auf die Australian-Open-Finalistin Li Na aus China.

Die deutsche Nummer zwei Görges bekommt es mit der an Position vier gesetzten Weißrussin Wiktoria Assarenka zu tun, die zuletzt die Turniere in Marbella und Miami gewonnen hatte. Lokalmatadorin Kristina Barrois aus Stuttgart hatte bereits am Montag die Runde der letzten 16 erreicht.

Aggressiv von der Grundlinie

Wildcard-Inhaberin Lisicki, die schon zuletzt in Charleston die Weltranglisten-12. Marion Bartoli (Frankreich) geschlagen hatte, präsentierte sich vor rund 2800 Zuschauern ähnlich souverän wie beim 5:0 gegen die USA am Wochenende.

Mit ihren aggressiven Grundlinienschlägen drängte die ehemalige Nummer 22 der Bestenliste ihre Gegnerin Cibulkova in die Defensive. Allerdings versagten Lisicki beim 5:3 im zweiten Satz die Nerven:

Beim Matchball leistete sie sich einen Doppelfehler, dem ein weiterer folgte. "Da waren die Nerven im Spiel, die Hand ist wacklig geworden. Aber im Tiebreak habe ich dann souverän gespielt", meinte die ehemalige Bollettieri-Schülerin.

Görges ohne Neid auf Petkovic

Auch Görges knüpfte an ihre gute Form an und bestach durch einen starken Aufschlag. "Es ist schön, wenn diese Waffe so optimal funktioniert", sagte die 22-Jährige. Nach dem "Petko-Hype" der vergangenen Wochen spielt Görges derzeit in der öffentlichen Wahrnehmung nur eine Nebenrolle.

Probleme hat sie damit aber nicht. "Andrea hat das verdient, und es nervt mich nicht. Ich bin keine, die Wert darauf legt, wer mehr Pressetermine hat", sagte Görges und verwies auf den Petkovic-Effekt: "Ich denke, davon können wir alle profitieren."

Insbesondere beim derzeitigen Heimspiel, das auf der Tour ein Novum darstellt: Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Sandplatz, der einen rund 50 bis 60 Zentimeter hohen Unterbau aus den verschiedensten Materialien benötigt, ist der Court in der Stuttgarter Arena gerade einmal 2,5 Zentimeter dick.

Der Basisbelag besteht aus Tonsplitt, der mit einem Bindemittel vermischt und von einer lasergesteuerten Spezialmaschine absolut eben aufgetragen wird. "Der Platz ist in 24 Stunden gebaut. Und noch wichtiger, er ist in 24 Stunden hart", sagte Turnierdirektor Markus Günthardt.

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