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Sabine Lisicki pausierte zuletzt nach einer Knöchelverletzung sechs Monate © getty

Vier deutsche Spielerinnen stehen im Viertelfinale von Stuttgart. Lisicki trifft auf Görges, Petkovic fordert Wozniacki.

Stuttgart - Beflügelt vom Hype um Hoffnungsträgerin Andrea Petkovic lehren die deutschen Profis der Tennis-Elite weiter das Fürchten.

Ein Quartett zog in Stuttgart ins Viertelfinale ein und sorgte beim Heimspiel für das beste Abschneiden seit 27 Jahren.

Neben der erneut kampfstarken Petkovic spielten sich auch Sabine Lisicki, Julia Görges und Kristina Barrois mit Siegen gegen Top-12-Akteurinnen in die Herzen der Fans.

Görges profitierte dabei allerdings von der Aufgabe der Weißrussin Wiktoria Asarenka (DATENCENTER: WTA Stuttgart).

Spät am Abend musste die Weltranglisten-32. aus Bad Oldesloe gegen Asarenka den ersten Satz mit 4:6 abgeben, doch die Weltranglisten-Fünfte konnte danach wegen einer Schulterverletzung nicht weiterspielen.

"Petko" trifft auf Nr. 1

Dank einer Energieleistung bezwang Petkovic binnen drei Wochen zum zweiten Mal die Weltranglisten-Achte Jelena Jankovic (Serbien) mit 3:6, 6:1, 6:3.

Am Donnerstag fordert sie nun die Branchenführerin Caroline Wozniacki (Dänemark) zum ultimativen Duell heraus.

Die Hessin nutzte nach 2:06 Stunden ihren fünften Matchball. "Mein Diesel braucht immer etwas zum Vorglühen, dann kommt er auf Touren. Aber auch dieser Motor ist okay", sagte Petkovic mit Blick auf ihren Fehlstart.

Mit "Becker-Faust" angefeuert

Drei Wochen nach ihrem Triumph gegen Jankovic im Viertelfinale von Miami wirkte Petkovic zunächst körperlich angeschlagen, kämpfte aber wie ein Löwe.

Nachdem sie aus Wut über den Verlust des ersten Satzes ihren Schläger malträtiert hatte, zeigte sie im zweiten Durchgang eine Galavorstellung.

Mit der Becker-Faust feuerte sich "Petko", in deren Box der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel mitfieberte, immer wieder an und stellte im dritten Satz die Weichen mit einem Break zum 3:1 auf Sieg.

Lisicki knüpft an Fed-Cup-Leistung an

Auch die ebenfalls mit einer Wildcard ins Hauptfeld gerückte Lisicki setzte ihren Siegeszug fort.

Die Weltranglisten-155. aus Berlin, die im vergangenen Jahr wegen einer hartnäckigen Knöchelverletzung insgesamt sechs Monate pausieren musste, präsentierte sich wie beim Fed Cup am vergangenen Wochenende in bestechender Form.

Auch gegen die an sechs gesetzt Li Na zog Lisicki ihr aggressives Grundlinienspiel durch und siegte mit 6:4, 7:5 gegen die Australian-Open-Finalistin.

Ihren ersten Matchball verwandelte sie souverän und ging freudestrahlend in die Knie.

Deutsches Duell perfekt

"Ich habe mir vorgenommen mein Spiel zu spielen, und es hat geklappt. Ich bin sehr glücklich, das heimische Publikum hilft einem natürlich immer", sagte Lisicki. "Ich bin zurück auf dem Weg zu alter Stärke", betonte sie.

Im Viertelfinale trifft die ehemalige Nummer 22 der Rangliste am Donnerstag im deutschen Duell auf Görges (14 Uhr LIVESCORES).

Sieg für die schwer kranke Mutter

Während die lange verletzte Lisicki ihren Aufwärtstrend beim, beschenkte sich auch Wildcard-Inhaberin Barrois mit dem 6:4, 6:2 gegen Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 8) mit einem Sieg für die Seele.

"Meine Mutter ist schwer krank, sie hat einen Hirntumor. Es wird immer schwieriger, da tut natürlich jeder Erfolg gut. Zu Hause ist es sehr stressig. Aber zum Glück habe ich eine große Familie", sagte die Weltranglisten-79. Barrois, die auch im Viertelfinale gegen Agnieszka Radwanska (Polen) "krasse Außenseiterin" ist.

Barrois größter Erfolg

Für Barrois ist der Sprung unter die besten Acht in Stuttgart einer ihrer größten Erfolge. 2010 hatte sie im Finale des WTA-Turniers in Straßburg gestanden. "Der jüngste Sieg ist dem gleichzusetzen", sagte die 29-Jährige nach ihrem ersten Triumph gegen eine Top-12-Spielerin.

Bei den Grand-Slam-Turnieren war Barrois noch nie über die zweite Runde hinausgekommen.

Keine Rückkehr ins Büro

In diesem Jahr ist es die erste Viertelfinal-Teilnahme für die 1,83 Meter große Barrois, die ihre Ausbildung als Regierungsinspektorin im saarländischen Justizministerium abgeschlossen hat und bis 2013 freigestellt ist.

Barrois: "Ich kann mir derzeit zwar nicht vorstellen, ins Büro zurückzukehren. Aber natürlich ist es gut, ein Standbein zu haben."

Stark besetztes Turnier

Beim Hallen-Sandplatzturnier in der Schwabenmetropole, bei dem sieben Spielerinnen aus den Top Ten am Start sind, gibt es für die Siegerin ein Preisgeld von 111.000 US-Dollar sowie einen 408 PS starken Sportwagen zu gewinnen.

Titelverteidigerin ist die Belgierin Justine Henin, die sich im Januar zum zweiten Mal von der Profitour verabschiedet hatte.

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