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Andrea Petkovic belegt derzeit Weltranglistenplatz 19 © getty

In Stuttgart legt die Hessin famos los, zieht aber doch den Kürzeren. Görges wirft Lisicki raus, Barrois scheitert.

Stuttgart - Julia Görges hat das Duell der Fed-Cup-Kolleginnen gewonnen und steht nach zwölf Jahren als erste Deutsche im Halbfinale des WTA-Turniers von Stuttgart.

Die Weltranglisten-32. aus Bad Oldesloe besiegte in der Runde der letzten Acht Sabine Lisicki (Berlin) in 92 Minuten mit 6:4, 6:4. Dagegen verpasste Hoffnungsträgerin Andrea Petkovic nach dem Rummel um ihre Person in den letzten Wochen eine weitere Überraschung.

Die Darmstädterin verlor nach famosem Beginn mit 4:6,1:6 gegen die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki (Dänemark) und gab nach einer 4:1-Führung im ersten Satz zehn Spiele in Folge ab.

Görges trifft auf Stosur

Görges indes darf weiter von einer 408 PS starken Belohnung träumen. Die Turniergewinnerin erhält neben der Prämie in Höhe von 111.000 US-Dollar einen silbernen Edel-Sportwagen.

In der Vorschlussrunde trifft Görges am Samstag auf die Australierin Samantha Stosur. "Da bin ich Außenseiterin. Aber ich habe schon gegen sie gewonnen und weiß, dass ich Sam schlagen kann", sagte Deutschlands Nummer zwei.

Vorjahresfinalistin Stosur hatte sich 2:6, 6:3, 7:6 (7:3) gegen die an Position zwei gesetzte Wera Swonarewa durchgesetzt.

Die Russin hatte in dem Match über 2:37 Stunden Probleme mit ihrem Schläger und musste das Racket ingesamt fünfmal wechseln, nachdem immer wieder die Saiten gerissen waren.

Barrois kann noch nachziehen

Als letzte Lokalmatadorin hatte Anke Huber 1999 den Sprung in die Vorschlussrunde von Stuttgart geschafft.

"Petkos" Moral gebrochen

Die 23-jährige Petkovic, die Wozniacki vor vier Wochen in Miami bezwungen hatte, spielte mit der Dänin im ersten Satz zunächst Katz und Maus.

Doch mit einer eigenen Führung im Rücken nutzte die Weltranglisten-19. jeweils drei Spielbälle zum möglichen 5:1 beziehungsweise 5:2 nicht.

Damit war die Moral der am Ende völlig kraftlos wirkenden "Petko" gebrochen. "Bei Caroline muss man in der Lage sein, drei Stunden lang zu rennen. Ich hatte aber nicht mehr die Energie", sagte Petkovic, die im Rollstuhl zur Pressekonferenz geschoben wurde.

Barrois unterliegt klar

Auch Kristina Barrois blieb ein weiterer Geniestreich verwehrt.

Die Wildcard-Inhaberin aus Stuttgart verlor mit 5:7, 3:6 gegen Agnieszka Radwanska (Polen).

Görges entschlossener

Julia Görges hatte zu Beginn des Jahres bereits das Halbfinale in Auckland erreicht. Bislang steht für die Rechtshänderin ein Turniersieg zu Buche: 2010 in Bad Gastein.

Gegen ihre Freundin Lisicki, die im vergangenen Jahr sechs Monate wegen einer Sprunggelenkverletzung pausierte, wirkte Görges letzlich entschlossener.

Im ersten Satz wehrte die deutsche Nummer zwei drei Breakbälle ab und verwandelte nach 45 Minuten den ersten Satzball.

Lisicki dennoch zufrieden

Auch danach ließ sich Görges nicht beirren und leistete sich nur wenige Fehler. Das bislang einzige Duell mit Stosur hatte sie 2010 in Tokio gewonnen. Doch auch Lisicki kann mit ihrer Turnierwoche zufrieden sein. (DATENCENTER: WTA Stuttgart)

Die 21-Jährige, die wegen ihrer Verletzung von Weltranglisten-Platz 22 bis auf Rang 218 abgestürzt war, ist zurück auf dem Weg zu alter Stärke.

"Nach meiner Zwangspause genieße ich die Erfolge bewusster. Ich wusste immer, dass ich es schaffen werde", sagte Bollettieri-Schülerin Lisicki.

"Der Erfolg ist kein Zufall"

Von einem Fräuleinwunder will Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner in den traumhaften Tagen von Stuttgart trotzdem nichts wissen.

"Das ist kein Zufall. Es ist einfach so, dass momentan viele kleine Bausteine zusammenpassen", sagte Rittner.

Dass der Durchbruch auf breiter Front mit einem DTB-Quartett im Viertelfinale ausgerechnet beim Heimspiel gelang, freut die 37-Jährige natürlich besonders:

"Ein tolles Gefühl. Es ist eine positive Welle, auf der die deutschen Tennisspielerinnen schwimmen. Und noch ist das Turnier ja nicht zuende."

Graf gratuliert per SMS

Sogar Steffi Graf hat im fernen Las Vegas die Erfolgsgeschichte vernommen und längst per SMS gratuliert.

"Sie hat geschrieben, dass sie alles verfolgt hat und stolz ist", berichtete Rittner, der derzeit täglich das Herz aufgeht.

Am vergangenen Wochenende hatte ihr Quartett im Fed Cup mit einem Sieg gegen Rekordgewinner USA (5: 0) den Weltgruppen-Aufstieg geschafft.

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