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Julia Görges gewann 2010 in Bad Gastein ihr erstes WTA-Turnier © getty

Julia Görges bezwingt im Finale von Stuttgart die Nummer eins - und schafft etwas, was selbst Steffi Graf nie gelungen war.

Stuttgart - Julia Görges ließ sich nach ihrem Überraschungscoup in den Sand von Stuttgart fallen - und durfte sich über eine 408 PS starke Belohnung freuen.

Die Fed-Cup-Spielerin setzte ihre beeindruckende Siegesserie auch im Finale des WTA-Turniers in Stuttgart fort und sicherte sich durch ein 7:6 (7:3), 6:3 gegen die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki aus Dänemark ihren zweiten Turniersieg nach Bad Gastein 2010.

"Ich weiß selbst nicht, wie ich das gemacht habe. Gegen Caroline ist es immer so, als ob man einen hohen Berg erklimmen muss. Das habe ich geschafft", jubelte Görges.

Nach dem Hype um Andrea Petkovic in den vergangenen Wochen lehren die deutschen Spielerinnen der Weltelite dank Görges weiterhin das Fürchten.

Luxusproblem mit der Trophäe

Görges gelang durch ihren bislang größten Erfolg etwas, was Steffi Graf nicht geschafft hatte. Das deutsche Idol hatte das Heimspiel nämlich nie gewinnen können. Zuletzt hatte Anke Huber 1994 beim Stuttgart-Vorgänger in Filderstadt triumphiert (DATENCENTER: WTA Stuttgart).

Ihre 22 Jahre alte Erbin zeigte vor 4800 Zuschauern erneut eine Galavorstellung. Görges, die am Montag auf Platz 27 der Rangliste erscheinen wird, erhielt für ihren Überraschungs-Coup ein Preisgeld von 111.000 US-Dollar sowie einen silberfarbenen Flitzer.

Allerdings hat sie deshalb ein Luxusproblem. Görges: "Ich bin seit drei Monaten kein Auto mehr gefahren. Vielleicht sollte ich es erstmal wieder mit einem normalen Wagen probieren." Tatsächlich hatte sie Schwierigkeiten beim Probefahren mit ihrer Trophäe: Erst nach einigen Minuten konnte sie den Sportwagen starten.

Im Halbfinale hatte sie am Samstag die australische French-Open-Finalstin Samantha Stosur mit 6:4, 3:6, 7:5 bezwungen.

Starker Aufschlag und Druck von der Grundlinie

Görges brachte die favorisierte Wozniacki, die in diesem Jahr bereits drei Turniere gewonnen hat, vor allem mit ihrem starken Aufschlag und den druckvollen Grundlinienschlägen in Bedrängnis.

Die Deutsche behielt in den entscheidenden Phasen kühlen Kopf und nutzte nach 57 Minuten ihren zweiten Satzball, nachdem sie im Tie Break schon 6:2 geführt hatte.

Danach stellte die Lokalmatadorin die Weichen durch ein frühes Break zum 2:0 auf Sieg.

Nicht aus der Fassung gebracht

Bereits bei der letzten Begegnung mit Wozniacki in Kopenhagen im vergangenen Jahr hatte Görges mit 5:3 im entscheidenden Satz geführt, aber dann dem Druck nicht stand gehalten.

Diesmal wirkte die deutsche Nummer zwei hoch konzentriert und ließ sich auch durch vermeintlich leichte Fehler nicht aus der Fassung bringen.

Die formstarke Görges hatte zu Beginn des Jahres bereits das Halbfinale in Auckland erreicht. Bislang stand für die Weltranglisten-32. ein Turniersieg zu Buche: 2010 in Bad Gastein.

Deutsches Duo in den Top 30

Im Viertelfinale von Stuttgart waren Andrea Petkovic ("Petkos" bizarrer Rollstuhl-Abgang), Sabine Lisicki und Kristina Barrois ausgeschieden. Es war aus deutscher Sicht beim Heimspiel trotzdem die beste Bilanz seit 27 Jahren.

Erstmals seit August 1999 werden am Montag zwei deutsche Spielerinnen unter den besten 30 der Welt stehen.

"Das ist eine tolle Sache. Alles hat beim Turnier in Stuttgart zusammengepasst, wie ein Puzzle", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner.

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