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Julia Görges nennt Martina Hingis als sportliches Vorbild © getty

Nach ihrem Final-Coup in Stuttgart schockt Görges die Weltranglisten-Erste erneut. Selbst eine Blase kann sie nicht stoppen.

Madrid/Frankfurt - Nach ihrem erneuten Geniestreich gegen die Nummer eins der Welt vergaß Julia Görges sogar die Schmerzen:

Mit geballter Faust und dicker Blase am linken Fuß feierte die 22-Jährige ihren überraschenden Viertelfinaleinzug beim WTA-Turnier in Madrid (DATENCENTER: WTA Madrid).

Zum zweiten Mal binnen zwölf Tagen bezwang Stuttgart-Gewinnerin Görges die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki (Dänemark) und war nach dem 6:4, 1:6, 6:3 einfach nur happy.

"Ich bin stolz auf mich. Im zweiten Satz wurde ich immer müder. Ich habe mir dann gesagt, reiß dich im dritten Satz zusammen und kämpfe um jeden Punkt", berichtete Görges, die auch bei Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner Begeisterung auslöste.

"Einfach super. Es war beeindruckend, wie ruhig Jule geblieben ist. Sie bringt jetzt auch die engen Matches nach Hause. Das war vor einiger Zeit noch nicht so", sagte Rittner.

Rittner geht das Herz auf

In der Runde der letzten acht trifft Görges am Freitag auf die Russin Anastasia Pawljuschenkowa, die die French-Open-Finalistin Samantha Stosur (Australien/Nr. 5) mit 7:6 (7:4), 6:3 bezwang.

"Es wird vor allem vom Kopf her hart, denn Julia stecken anstrengende Matches in den Knochen. Andererseits kann sie derzeit mit einem Grinsen durch die Gegend laufen", meinte Rittner, der angesichts der Höhenflüge von Görges und Andrea Petkovic (Darmstadt) das Herz aufgeht:

"Im Moment macht es wahnsinnig Spaß. Ich freue mich richtig auf die French Open."

Top 20 in Reichweite

Görges hatte Wozniacki bereits am Ostersonntag im Finale von Stuttgart in zwei Sätzen bezwungen und beim Heimspiel ihren zweiten Turniersieg nach Bad Gastein 2010 gefeiert.

Die Weltranglisten-27. hat bei der mit 3,5 Millionen Euro dotierten Sandplatzveranstaltung bereits ein Preisgeld in Höhe von 57.500 Euro und 250 Weltranglisten-Punkte sicher 387689( Die Karriere von Julia Görges) .

Die Top 20 scheinen für Julia Görges in greifbarer Nähe. Dort hält sich seit ein paar Wochen bereits Andrea Petkovic auf, die in Madrid in der zweiten Runde ausschied.

Die Nummer 15 hatte zuletzt mit ihrem Halbfinal-Einzug in Miami einen kleinen Hype ausgelöst.

Aggressives Grundspiel

Auf dem Centre Court "Manolo Santana" konnte Görges einen Tag nach ihrem Dreisatzerfolg gegen Dinara Safina (Russland) ihre zuletzt bestechende Form erneut unter Beweis stellen.

Im ersten Satz machte die Norddeutsche einen 0:3-Rückstand wett und brachte in der Folge Wozniacki mit ihrem aggressiven Grundlinienspiel immer wieder in Bedrängnis.

Allerdings riss zu Beginn des zweiten Durchgangs der Faden. Görges ließ sich nach einem schnellen 0:5 von einer Physiotherapeutin eine Blase am linken Fuß tapen.

Standortbestimmung für French Open

Im entscheidenden Satz biss die Powerspielerin aber auf die Zähne und fand zurück in die Partie.

Die Weichen stellte die deutsche Nummer zwei mit dem Break zum 5:3 und verwandelte nach 121 Minuten ihren ersten Matchball. Insgesamt gelangen Görges 36 direkte Gewinnschläge gegen ihre neue Lieblingsgegnerin.

Das hochkarätig besetzte Turnier in Madrid gilt als Standortbestimmung für die French Open in Paris (22. Mai bis 5. Juni).

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