vergrößernverkleinern
Sabine Lisicki hält mit 210 km/h den Damen-Aufschlag-Rekord in einem offiziellen Turnier © getty

Sabine Lisicki spricht bei SPORT1 über die lange Verletzungspause, ihren Beinamen "Drama Queen" und die harte Konkurrenz im DTB.

Von Barnabas Szöcs

München - Sabine Lisicki hat in ihrer noch jungen Karriere schon viel erlebt.

Anfang 2008 schaffte die damals 18-Jährige den Sprung in die WTA-Tour, im Mai desselben Jahres wurde sie auf Rang 89 der Weltrangliste als beste deutsche Spielerin notiert.

Knapp ein Jahr später gelang Lisicki in Charleston der erste Sieg auf der Tour und in Wimbledon 2009 erreichte sie mit dem Viertelfinale ihr bis heute bestes Ergebnis bei einem Grand Slam (94078DIASHOW: Die Bilder ihrer Karriere).

Doch in den folgenden Monaten kämpfte die Berlinerin immer wieder mit Verletzungen, besonders in der Schulter.

Wegen einer hartnäckigen Sprunggelenksverletzung am linken Fuß war Lisicki dann im Jahr 2010 von Ende März bis Anfang August außer Gefecht gesetzt.

Mit dem Turniersieg in Birmingham (Bericht) hat die heute 21-Jährige bewiesen, dass sie wieder vorne mitspielen kann.

Im SPORT1-Interview spricht Lisicki nun über die lange Verletzungspause, ihren Beinamen "Drama Queen" und die Konkurrenz im deutschen Damen-Tennis.

SPORT1: Sie waren vor etwa zwei Jahren schon auf Weltranglisten-Platz 22, bis eine Verletzung bei den US Open 2009 Ihre lange Verletzungsserie startete. Bedeutet Ihnen der Turniersieg in Birmingham deshalb mehr als der erste Sieg 2009 in Charleston?

Sabine Lisicki: Ich kann nicht sagen, dass mir ein Titel mehr als der andere bedeutet. Der Titel in Birmingham ist auf seine eigene Weise besonders. Nach der schweren Zeit freue ich mich einfach, dass sich die ganze Arbeit auszahlt.

SPORT1: Wie hart war es für Sie zurückzukommen, und dabei mehrere körperliche Rückschläge zu erleben?

Lisicki: Es war echt schwer zurück zu kommen und von vorne anfangen zu müssen. Die Muskulatur im linken Bein war nach den 7 Wochen auf Krücken komplett weg. Meine hart erarbeitete Ranglistenplatzierung war auch weg. Ich war aber fest entschlossen, mich zurück zu kämpfen. Ich habe mich allen Hindernissen gestellt und bin stärker zurückgekommen. Mich bringt so schnell nichts mehr aus der Ruhe.

SPORT1: Zu ihren Verletzungen gesellte sich auch noch die Gluten-Allergie hinzu, die letztlich zu ihrem Kollaps bei den French Open führte. Wie schwer fiel Ihnen die Umstellung der Ernährung und was mussten sie konkret ändern?

Lisicki: Die Ernährung habe ich umgestellt, nur muss der Körper sich erst dran gewöhnen und das dauert ein wenig. Ich bin bei Experten in guten Händen und vertraue ihnen.

SPORT1: Fürchten Sie auch weiterhin körperliche Probleme bei langen Drei-Satz-Matches?

Lisicki: Nein.

SPORT1: Nach dem tragischen Verletzungs-Aus bei den US Open 2009 und dem Zusammenbruch in Paris in diesem Jahr verpassten Ihnen einige den Beinamen "Drama Queen". Was antworten Sie solchen Leuten, die Ihnen unterschwellig Schauspielerei vorwerfen?

Lisicki: Ich hatte über den ganzen letzten Satz hinweg starke Krämpfe, habe jedoch bis zum Spielende alles versucht und gekämpft, und die Nummer drei an den Rand einer Niederlage gebracht. Am Ende war ich völlig entkräftet.

SPORT1: Durch ihr Abrutschen in der Weltrangliste verschwanden Sie auch etwas aus dem Fokus der deutschen Öffentlichkeit. Um Andrea Petkovic und Julia Görges gab es dagegen zuletzt einen ziemlichen Hype. Fühlten Sie sich in der letzten Zeit zu gering geschätzt?

Lisicki: Nein. Mir hat das Zeit und Ruhe gegeben mich zurückzuarbeiten.

SPORT1: Barbara Rittner sagt, Sie werden sich in den nächsten Wochen und Monaten wieder an Andrea Petkovic und Julia Görges heranschleichen. Was bedeutet Ihnen der innerdeutsche Konkurrenzkampf?

Lisicki: Es ist ein gesunder Konkurrenzkampf, so pushen wir uns gegenseitig. Ich denke, es ist für alle von Vorteil so eine Gruppe zu haben.

SPORT1: Wimbledon ist das prestigeträchtigste Grand-Slam-Turnier der Welt. Beim Vorbereitungsturnier in Birmingham haben Sie Ihre gute Form unter Beweis gestellt. Welche Erwartungen haben Sie?

Lisicki: Ich möchte es einfach genießen in Wimbledon auf dem Platz zu stehen und zu kämpfen. Wie weit ich komme, werden wir sehen.

SPORT1: Wie stark behindert Sie Ihre Rasen-Allergie?

Lisicki: Das bereitet mir kaum Probleme.

SPORT1: Wer sind Ihrer Meinung nach die Favoritinnen auf den Turniersieg?

Lisicki: Diejenige, die konstant gut spielen wird und gesund bleibt, wird die besten Chancen auf den Titel haben.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel