vergrößern verkleinern
Angelique Kerber stand bei den French Open 2007 erstmals im Hauptfeld © getty

Im SPORT1-Interview spricht Angelique Kerber über ihre Ziele in Melbourne, ihre US-Open-Gala und den Fed Cup.

Von Benjamin Bauer

München - Nicht gesetzt, von Platz 92 der Weltrangliste bis Halbfinale vorgestoßen und erst dort an der späteren Turniersiegerin Samantha Stosur gescheitert - spätestens mit ihrem Durchmarsch bei den US Open 2011 hat sich Angelique Kerber einen Namen gemacht.

"Das Preisgeld hat noch nicht ganz gereicht, dass ich mir meine eigene Karibik-Insel kaufen konnte und den ganzen Tag am Strand liege", erklärt sie im SPORT1-Interview.

Als Tennis-Profi müsse man ohnehin eine "eher zurückhaltende Finanzpolitik fahren und nicht gleich das ganze Geld zum Roulette-Tisch zu tragen".

Bei den Australian Open (16. bis 29. Januar im LIVE-TICKER) geht Kerber jetzt bereits zum fünften Mal an den Start.

"Die Australian Open sind direkt ein Highlight", freut sich Kerber, die mit der nötigen Lockerheit an das Turnier gehen will: "Ich mache mir keinen Druck, die Vorfreude überwiegt."

Im SPORT1-Interview spricht die 23-Jährige über ihre Vorbereitung, den Aufschwung im deutschen Damen-Tennis und die Ziele mit dem Fed-Cup-Team.

SPORT1: Knapp vier Monate sind seit den US Open und Ihrem Halbfinal-Einzug vergangen. Was hat sich in Ihrem Leben seitdem am meisten verändert?

Angelique Kerber: Die Halbfinal-Teilnahme in NYC war ein gigantisches Erlebnis. Das Preisgeld hat noch nicht ganz gereicht, dass ich mir meine eigene Karibik-Insel kaufen konnte und den ganzen Tag am Strand liege. Insofern habe ich extrem viel Energie in die Saisonvorbereitung investiert und nach einer kurzen Auszeit das Strandtuch gegen die Fitnessmatte getauscht. Ich hoffe, es wird sich auszahlen ...

SPORT1: Für das Halbfinale von New York gab es 450.000 Dollar. Haben Sie sich etwas gegönnt, gab es etwas größere Weihnachtsgeschenke oder was macht man mit so einem unerwarteten Geldregen?

Kerber: Das hat natürlich mehr Spaß gemacht, die Art von Scheck zur Bank zu bringen. Es ist aber nicht verkehrt, als Tennisspieler und Ich-AG eine eher zurückhaltende Finanzpolitik zu fahren und nicht gleich das ganze Geld zum Roulette-Tisch zu tragen. Die Reisekosten sind immens und die Steuern auch nicht unerheblich.

SPORT1: Bei den US Open gaben Sie an, dass die Fitness ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg war. Jetzt haben Sie in der Saisonvorbereitung fünf Wochen lang fünf bis sechs Stunden am Tag trainiert. In welchen Bereichen lagen die Schwerpunkte und wo liegt generell noch Verbesserungspotenzial?

Kerber: Die Schwerpunkte lagen rückblickend auf einem konstanten Muskelkater. Die Fitness ist ein entscheidender Punkt, wobei natürlich generell noch in allen Bereichen Verbesserungspotenzial liegt. Das sollte auch mein Ziel für die nächste Saison sein (NEWS: Alles zum Tennis).

SPORT1: Zum fünften Mal treten Sie bei den Australian Open an. Bisher ging es nie über die dritte Runde hinaus. Was haben Sie sich für Melbourne vorgenommen?

Kerber: Die Australian Open sind direkt ein Highlight, bei dem ich versuchen werde, Runde für Runde meine Leistung abzurufen. Es hängt von vielen Faktoren ab, wie weit die Reise dann letztendlich geht. Ich mache mir keinen Druck, die Vorfreude überwiegt.

SPORT1: Wie fällt Ihre Bilanz der Vorbereitungsturniere aus? Wie viel Prozent Ihrer Leistungsfähigkeit haben Sie?

Kerber: Ich bin glücklicherweise gut in die Saison gestartet und von Verletzungen verschont geblieben. Ich hatte einige harte Matches und fühle mich gut vorbereitet für die kommenden Aufgaben.

SPORT1: Spüren Sie nach dem starken Auftritt bei den US Open mehr Druck für Melbourne, weil die Erwartungen höher sind als früher?

Kerber: Die generelle Erwartungshaltung ist natürlich höher, aber nicht nur bei mir, sondern bei allen Beteiligten des Fed-Cup-Teams. Es ist schön zu sehen, wie es uns gelungen ist diese in der abgelaufenen Saison zu schüren. Ich versuche stets meine Leistung abzurufen, insofern ist der Druck immer der gleiche.

SPORT1: Mit Andrea Petkovic, Sabine Lisicki, Julia Görges und Ihnen hat Deutschland wieder starke Tennis-Damen. Damit muss es doch möglich sein, den Fed Cup nach Deutschland zu holen, oder? (BERICHT: "Andrea wird wieder aufstehen")

Kerber: Das wäre natürlich schön und der Traum des ganzen Teams. In der Praxis muss dann aber alles zusammen passen, um letztendlich den großen Wurf zu landen. Die Ausgangssituation ist seit Jahren die Beste, es müssen aber alle gesund bleiben und eine Menge Glück gehört auch dazu.

SPORT1: Oder liegt der Fokus jetzt auf der Einzelkarriere?

Kerber: Der Fokus liegt auf beidem. Ich werde natürlich versuchen meine Ranglistenplatzierung stetig zu verbessern, wobei das zeitgleich auch dem Fed-Cup-Team zugutekommt.

SPORT1: Sie sind jetzt die Nummer 32 der Welt (SERVICE: Die WTA-Weltrangliste). Bis wohin geht die Reise im Ranking 2012?

Kerber: Das wird sich zeigen. Hoffentlich weiter nach oben?

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite