Comeback geglückt: Petkovic kämpft sich ins Achtelfinale
New Haven - Andrea Petkovic tanzt wieder - und diesmal schwungvoller denn je.
116 Tage nachdem sich Deutschlands einst beste Tennisspielerin einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen hatte, kehrte die 24-Jährige beim WTA-Turnier in New Haven mit einem 6:3, 5:7, 7:5-Sieg gegen Timea Babos aus Ungarn auf die Tour zurück.
Der Erfolg war mühsam, umso leichter fiel der Darmstädterin allerdings der anschließende "Petko Dance".
"Das hat Spaß gemacht. In der Vergangenheit habe ich mich oft verpflichtet gefühlt zu tanzen, doch diesmal kam es wirklich von Herzen", sagte Petkovic, die beim Vorbereitungsturnier auf die US Open (27. August bis 9. September) nun auf die an Position sechs gesetzte Dominika Cibulkova (Slowakei) trifft.
Petko nimmt es mit Humor
Das zweite Comeback innerhalb eines Jahres soll die Seuchensaison der früheren Weltranglistenneunten endlich zum Guten wenden.
Nachdem Petkovic im April von ihrer langwierigen Rückenverletzung genesen war, absolvierte sie nur drei Spiele, ehe sie beim WTA-Turnier in Stuttgart umknickte und tränenüberströmt vom Platz humpelte.
Ihre Starts bei den Grand Slams in Melbourne, Paris und Wimbledon sowie den Olympischen Spielen musste sie absagen - ihren Humor hat sie dennoch nicht verloren.
"Wenn ich mir meine Saison so anschaue, bin ich einfach nur glücklich, dass ich mir nicht das Genick oder sonst irgendetwas gebrochen habe", twitterte Petkovic nach ihrem fünften Saisonsieg.
Leichte Selbstzweifel
Wie erleichtert sie über ihre Rückkehr wirklich ist, verriet sie später in einem Interview: "Als ich nach meiner Rückenverletzung mein erstes Spiel in Stuttgart gewonnen hatte, war das schön. Aber diesmal habe ich weitaus mehr überstanden."
Der lange Kampf zurück in den Wanderzirkus der WTA-Tour hat selbst der sonst so fröhlichen Petkovic Sorgen bereitet und einiges abverlangt.
"Zwei Dinge machen mir Angst: Dass sich das Tennis so weiterentwickelt hat, ich in der Weltspitze nicht mehr mitkomme und dass ich keinen Willen mehr habe, mich nochmal durch die Reha zu quälen, sollte ich mich erneut verletzen", hatte sie unlängst betont.
"Keine Wunder erwarten"
Petkovic musste Geduld beweisen und dabei zusehen, wie Angelique Kerber (Kiel) ihr den Rang als erfolgreichste deutsche Spielerin in wenigen Monaten abjagte.
Als Nummer 43 der Welt und nationale Nummer fünf startet sie nun den Neuanfang, mit veränderter Technik beim Aufschlag und den besten Wünschen ihrer Bundestrainerin.
"Wir dürfen keine Wunder erwarten. Andrea hat sich zum Glück die Zeit genommen, die sie zur Genesung brauchte. Sie hat der Tennisszene gefehlt", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner.
Bis Petkovic sich wieder ihrer Bestform nähern kann wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Das nervöse und unsichere Auftreten gegen die erst 19-jährige Timea Babos war Beweis genug, dass Petkovic bei den US Open wohl noch nicht wieder in der ersten Reihe tanzen wird.
Kerber sagt Teilnahme in Dallas ab
Wimbledon-Halbfinalistin Kerber hat ihren Start beim WTA-Turnier in Dallas unterdessen abgesagt.
Eine Woche vor dem Start der US Open in New York plagen die beste deutsche Tennisspielerin Probleme in der linken Schulter. "Letzte Nacht war es nicht so gut, daher habe ich mich entschlossen, nicht anzutreten, und mich auf die US Open zu konzentrieren", sagte Kerber.
Bereits beim Turnier in Montreal vor zwei Wochen habe die Schulter geschmerzt, erklärte die 24-jährige Linkshänderin. Nach ihrer Finalniederlage in Cincinnati gegen die Chinesin Li Na hatten sich die Schmerzen verschlimmert (BERICHT: Kerber verliert Finale).
"Ich hätte gerne hier gespielt", sagte die Weltranglistensechste, die in Dallas an Position eins gesetzt war.