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2007 erreichte Shahar Peer mit Platz 15 ihre bisher höchste Weltranglistenplatzierung © getty

Shahar Peer wurde die Einreise zum WTA-Turnier in Dubai verweigert. Die Organisatoren versuchen eine Erklärung zu präsentieren.

Dubai - Nach dem Skandal um das verweigerte Einreise-Visum für die Israelin Shahar Peer (Eklat beim WTA-Turnier) sind die Organisatoren des WTA-Turniers in Dubai im Kampf um den Fortbestand ihrer Millionen-Veranstaltung in die Offensive gegangen.

Turnierdirektor Salah Tahlak trat unter Anführung von Sicherheitsrisiken für Peer dem Eindruck entgegen, dass der Doppelpartnerin der Nordhornerin Anna-Lena Grönefeld aus politischen Gründen die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nicht erlaubt worden wäre.

Angst vor Fan-Boykott

"Die Gefühle der arabischen Bevölkerung hier sind nach dem Gaza-Krieg noch nicht beruhigt, so dass eine Teilnahme von Shahar Peer möglicherweise die Menschen gereizt und die Gesundheit der Spielerin gefährdet hätte", erklärte Tahlak mit Hinweis auf Proteste gegen Peers Turnierstart vor einigen Wochen in Neuseeland.

"Wir wollen keinen politisierten Sport, aber wir müssen sensibel sein und dürfen die Spieler und die Fans aus vielen Ländern weder vor den Kopf stoßen noch einem Risiko aussetzen."

Tahlak sagte weiter, dass die Turnierleitung angesichts der anti-israelischen Stimmung in der Bevölkerung im Falle von Peers Teilnahme einen Boykott des Turniers durch die Fans befürchtet hätten.

Keine Diskriminierung

Der Vorstoß der Turnier-Organisatoren stellt eine Reaktion auf Andeutungen der WTA-Tour dar, die als Konsequenz aus dem Eklat die Zukunft des Turniers in Dubai nach 17 Jahren im WTA-Kalender unverhohlen in Frage gestellt hatten.

Die WTA pocht darauf, dass keine Aktiven diskriminiert werden dürfen.

Sponsor zieht sich zurück

Die Europa-Ausgabe des "Wall Street Journals" zog unterdessen als erster Sponsor seine finanziellen Zusagen für das Turnier unterdessen zurück.

"Unsere Philosphie sind freie Märkte und freie Menschen und diese Visa-Verweigerung läuft dem zuwider", hieß es in einer Erklärung des Blattes.

Peer hofft auf entsprechende Maßnahmen

Beinahe zeitgleich mit Tahlaks Stellungnahme ließ Peer durch die WTA eine Erklärung verbreiten, in der sie mit Blick auf ihre Kolleginnen Verständnis für die Fortführung des Turniers äußerte.

"Ich bin aber zuversichtlich", sagte Peer weiter, "dass die Tour geeignete Maßnahmen ergreifen wird, um künftig solche Ungerechtigkeiten und weitere Verletzungen meiner persönlichen Gefühle zu verhindern. Es sollte in keinem Sport Platz für Politik und Diskriminierung sein".

Ram fordert hohe Geldstrafen

Peers Landsmann Andy Ram forderte die Organisatoren von WTA- und ATP-Tour unterdessen auf, Turniere abzusagen oder zumindest mit hohen Geldstrafen zu belegen, sollten Sportler ausgeschlossen werden.

"Es sollte auf jeden Fall etwas unternommen werden um sicherzugehen, dass das nächstes Jahr nicht noch einmal passiert."

Doppel-Spezialist Ram hat für die kommende Woche beim Turnier in Dubai gemeldet und wartet derzeit noch auf eine Entscheidung über sein Visum.

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