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Die WTA ist "not amused": Gehen in Dubai bald die Lichter aus? © getty

Larry Scott stellt die Zukunft des Turniers in Dubai in Frage, nachdem der Israelin Shahar Peer die Einreise verweigert worden war.

New York/Dubai - Das Einreise-Verbot für die Israelin Shahar Peer zum WTA-Turnier in Dubai bringt die Organisatoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) immer mehr in die Bredouille.

"Die Zukunft des Turniers steht sehr in Zweifel", erklärte WTA-Boss Larry Scott: "Wir sind verärgert und empört. Es wird auf jeden Fall Sanktionen geben, aber erst nach dem Turnier. Was wir auch entscheiden: Es wird sein sehr klares Signal sein."

Die Organisatoren mussten am Dienstag bereits einige handfeste Rückschläge verkraften. (Eklat beim WTA-Turnier)

Nach dem sofortigen Ausstieg der Europa-Ausgabe des Wall Street Journal als Sponsor strich der für den US-Markt wichtige Spartenkanal Tennis Channel die Übertragungen aus Dubai aus seinem Programm.

ATP wartet ab

Die ATP behält sich angesichts des drohenden Einreise-Verbotes für Peers Landsmann Andy Ram beim Turnier in der kommenden Woche an gleicher Stelle eine Positionierung noch vor.

Laut ATP, in deren Statuten die sportliche Qualifikation ebenso wie bei der WTA als einziges Ausschluss-Kriterium genannt ist, würde die Situation erst im Fall einer Visum-Verweigerung für Ram analysiert werden.

Ram selbst forderte am Rande des derzeit laufenden Turniers in Marseille eine entschlossene Haltung von WTA und ATP. "Es sollte lieber früher als später etwas unternommen werden. ATP und WTA müssen ihrer Verantwortung gerecht werden", sagte der Doppel-Spezialist.

Menschenrechtsorganisation greift ein

Der Eklat hat inzwischen auch die internationale Menschenrechtsorganisation Simon Wiesenthal Center auf den Plan gerufen.

Center-Gründer Rabbi Marvin Hier forderte vom Dubai-Sponsor Barclays Bank die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten.

"Dubai Apartheid Open"

Rabbi Hier sprach sich außerdem für einen Abbruch des Turniers aus.

Er sagte: "Wenn man Israelis aussperrt, kann man das Turnier auch gleich Dubai Apartheid Open nennen. Dubai wendet sich durch seine Vorgehensweise Extremisten zu, die den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern stören wollen. Wenn Dubai die Sicherheit der Sportler in seinem Land nicht gewährleisten kann, muss das Turnier abgesagt oder abgebrochen werden."

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