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Maria Scharapowa stand erstmals am 22. August 2005 an der Spitze der Weltrangliste © getty

Maria Scharapowa peilt beim WTA-Turnier in Stuttgart die Titelverteidigung an, überlegt aber noch, was sie am besten anzieht.

Stuttgart - Violett oder Pflaume?

Es war die Frage, die Maria Scharapowa bewegte an diesem Morgen im Stuttgarter Porsche-Museum.

Das erste Blitzlichtgewitter hatte der Glamourstar der Tennisszene zu diesem Zeitpunkt schon hinter sich, als die Diskussion über die Farbe ihres hautengen Kleides entbrannte. Sie selbst war sich nicht so sicher.

Auf zwölf Zentimeter hohen Glitzer-Stilettos der Edelmarke Christian Louboutin und in besagtem Outfit hatte Scharapowa zuvor in einem blauen Cabriolet mit 350 PS posiert.

Business as usual

Und dabei immer kameragerecht in Richtung der Fotografen gelächelt, von denen etliche im Auftrag von Boulevardmagazinen auf den Auslöser drückten.

Business as usual für die blonde Russin und bestverdienende Sportlerin der Welt, die auch als Mannequin eine recht gute Figur abgibt.

Zwei Gesichter

Aber das ist nur die eine Seite der seit vergangener Woche 26 Jahre alten Tennis-Diva. Nur wenige Stunden nach diesem Auftritt konnte man dann die andere Scharapowa bestaunen.

Auf dem Trainingsplatz in der Arena in Bad Cannstatt, wie sie ohne Schläger Bällen hinterherjagte, die ihr Trainer Thomas Högstedt willkürlich durch die Halle warf.

Für die Nummer zwei der Tenniswelt und Titelverteidigerin des WTA-Turniers in Stuttgart in dieser Woche ist genau das die Realität (NEWS: Alles zum Tennis).

Glitzerwelt "nur Illusion"

"Die Welt sieht dich auf dem Court nach Triumphen und auf dem roten Teppich, wo alles glitzernd und schön ist. Aber das ist nur Illusion", sagte Scharapowa, die zu den härtesten Arbeiterinnen im Tennis-Zirkus zählt.

"Maria legt immer noch einen drauf, wenn andere längst im Hotel sind", bestätigte einst US-Ikone Chris Evert: "Viele schätzen sie einfach falsch ein. Weil sie so gut aussieht."

Der Antrieb der 1,88 Meter großen Diva aus Sibirien mit Wahlheimat Florida ist längst nicht mehr ihr Bankkonto. Scharapowa streicht pro Jahr geschätzte 27,1 Millionen Dollar ein - 22 Millionen davon sind Werbegelder.

Klare Ziele

Die viermalige Major-Siegerin strebt nach etwas weit weniger Profanem als Geld. "Mein Ansporn ist es, besser zu werden", sagte Scharapowa. Ihr Ziel sei es, "weitere Grand-Slam-Turniere zu gewinnen. Und wieder die Nummer eins zu werden."

Den Namen der Branchenführerin Serena Williams nennt sie in diesem Zusammenhang nicht. Die Bilanz von nur zwei Siegen in 14 Duellen mit der Amerikanerin nervt Scharapowa.

In dieser Woche in Stuttgart muss die Russin ihre ärgste Konkurrentin nicht fürchten, denn Williams ist bei dem mit 795.707 Dollar dotierten Sandplatzturnier nicht am Start.

Gute Erinnerungen an Stuttgart

Scharapowa, Besitzerin einer eigenen Süßwarenlinie mit Namen "Sugarpova", hat aus vielen Gründen gute Erinnerungen an die Schwabenmetropole.

Im vergangenen Jahr gewann sie in Stuttgart den Titel und schaffte nur wenige Wochen später den Coup bei den French Open, der ihr zur Vervollständigung ihres Karriere-Grand-Slams noch gefehlt hatte (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Die Autobahnen in Deutschland haben es der Blondine, über die der Stuttgarter Turnierdirektor Markus Günthardt sagt, sie sei "größer als der Tennisport", übrigens besonders angetan.

Auf der Überholspur

Scharapowa legt bei ihrer Anreise stets Wert darauf, dass sie auf einem entlegenen Airport einschwebt: "Dann ist es bis Stuttgart noch ein Stück. Und der Fahrer kann richtig schnell fahren."

Seit Montag ist "Schara", die noch keinen Strafzettel fürs Rasen, aber schon ein paar Tickets wegen Falschparkens kassiert hat, passenderweise Markenbotschafterin der schwäbischen Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen.

Als Scharapowa das erzählt, kichert sie und schaut verlegen auf ihr Kleid. Violett oder Pflaume, die Frage des Tages, sie blieb offen.

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