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Julia Görges belegt aktuell den 30. Rang in der Weltrangliste der WTA © getty

Julia Görges zieht in Stuttgart ins Achtelfinale ein. Mona Barthel kann ihre Form vom Serbien-Duell nicht bestätigten.

Stuttgart - Erleichterung bei Julia Görges, Enttäuschung bei Mona Barthel:

Die deutschen Hoffnungsträgerinnen haben beim WTA-Turnier in Stuttgart ein Wechselbad der Gefühle erlebt.

Die zuletzt von Schwindelanfällen geplagte Görges zog als dritte deutsche Spielerin ins Achtelfinale ein, nachdem die Belgierin Kirsten Flipkens wegen eines Magenproblems beim Stand von 6:2, 2:1 für die Deutsche aufgeben musste.

Zuvor hatte Barthel von Emotionen überwältigt ihrem erfolgreichen Fed-Cup-Debüt Tribut zollen müssen.

Drei Tage nach ihrem Triumph im bedeutendsten Mannschaftswettbewerb im Frauentennis unterlag die Weltranglisten-28. aus Neumünster der Tschechin Lucie Safarova in nur 53 Minuten mit 4:6, 1:6. (NEWS: Alles zum Tennis)

Görges profitiert von Aufgabe

Görges hatte bis zum Abbruch souverän gespielt, nachdem sie ihre Fed-Cup-Teilnahme am vergangenen Wochenende aufgrund körperlicher Probleme absagen musste.

"Ich habe einige Untersuchungen machen lassen, weil ich über längere Zeit unheimlich platt war. Ich wurde unter anderem auf Pfeiffersches Drüsenfieber getestet, aber es kam nichts heraus", sagte die Nummer 30 des Rankings, die zuletzt zwei Wochen komplett pausiert hatte.

Görges, Turniersiegerin von 2011, trifft am Donnerstag im Achtelfinale auf die Tschechin Petra Kvitova, die Wildcard-Inhaberin Annika Beck knapp mit 7:5, 6:7 (0:7), 6:3 bezwang.

Barthel hofft auf Lerneffekt

Paris-Siegerin Barthel indes verpasste ein mögliches Achtelfinale gegen die topgesetzte Titelverteidigerin Maria Scharapowa aus Russland.

"Ich war gar nicht richtig auf dem Platz. Der Fed Cup war anstrengend und emotional. Ich war danach müde und kaputt", erklärte die 22-jährige Barthel und sagte fast trotzig:

"Ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass ich es besser gehändelt hätte. Aber ich werde viel aus den letzten Tagen lernen."

Teilzeit-Toptennis reicht nicht

Eine Überraschung verfehlte indes Nachwuchshoffnung Beck, die als vierte von sieben gestarteten Deutschen in der Auftaktrunde scheiterte.

Im ersten Satz hatte die 19-Jährige aus Bonn, die Juniorinnensiegerin der French Open 2012, bereits mit 4:1 geführt, musste den Durchgang dann aber doch abgeben.

"Ich wusste, dass ich in meinem ersten Match gegen eine Top-Ten-Spielerin mein bestes Tennis spielen muss. Phasenweise habe ich das auch getan, leider war das nicht genug", sagte die Weltranglisten-60. Beck.

Lisicki siegt, "Petko" und Pfizenmaier nicht

Am Dienstag waren bereits Wildcard-Inhaberin Andrea Petkovic und Qualifikantin Dinah Pfizenmaier ausgeschieden. Die Berlinerin Sabine Lisicki indes schaffte den Sprung ins Achtelfinale, in dem am Donnerstag Jelena Jankovic (Serbien) die Gegnerin ist.

Am Donnerstag greift die an Position drei gesetzte Angelique Kerber aus Kiel ins Turniergeschehen ein.

Durch ein Freilos in der ersten Runde steht die Weltranglistensechste bereits im Achtelfinale, wo sie auf Anastasja Pawljuschenkowa (Russland) trifft. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Barthel nicht in Fedcup-Form

Barthel verpasste es, ihren Stuttgart-Erfolg von 2012 zu wiederholen. Vor einem Jahr war sie erst im Viertelfinale in drei Sätzen an der Weltranglistenersten Viktoria Asarenka (Weißrusland) gescheitert.

Die deutsche Hoffnungsträgerin konnte gegen die Weltranglisten-25. Safarova nicht an ihre gute Leistung vom Wochenende anknüpfen, als sie an gleicher Stelle mit einem Sieg gegen Bojana Jovanovski den Grundstein zum 3:2-Erfolg im Aufstiegsspiel gegen Serbien gelegt hatte.

"Da war ja alles neu für mich. Nach einem solchen Wochenende bricht man ein und muss alles neu aufbauen. Das ist mir gegen Safarova nicht so gelungen", meinte die starke Aufschlägerin Barthel, die im zweiten Satz vier Breaks hinnehmen musste und in der Schlussphase regelrecht hilflos wirkte.

Stuttgart-Aus mit Gelassenheit

Die etwas andere Tennisspielerin, die als eine der wenigen auf der Tour auf soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook verzichtet, glaubt aber, dass sie die gewonnenen Erfahrungen schon beim nächsten Mal nutzen kann. Insbesondere nach dem nächsten Fedcup-Einsatz.

"Das Durchgemachte wird mir sicher helfen. Jetzt weiß ich, wie ich damit klarkomme", sagte Barthel, die trotzdem die Tage von Stuttgart in guter Erinnerung behalten wird: "Dass ich heute verloren habe, das war nicht das wichtigste in den letzten zehn Tagen."

Lisicki: "Es hat nicht gepasst"

Hinter ihrer Fed-Cup-Kollegin Lisicki liegen ebenfalls aufwühlende Zeiten.

Nach nur drei Monaten hat die Berlinerin die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Ricardo Sanchez schon wieder beendet.

"Es hat einfach nicht gepasst. Ricardo ist ein sehr guter Coach, aber seine Vorstellung war eine andere. Dadurch ist mir mein instinktives Spiel verloren gegangen, das mich immer so ausgezeichnet hat", sagte die Weltranglisten-47.

Neuer Coach von Lisicki ist Robert Orlik, der auch Barthel betreut.

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