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Angelique Kerber belegt derzeit den sechsten Platz in der Weltrangliste der WTA © getty

Die Weltranglisten-Sechste verwandelt gegen Schwedowa ihren 2. Matchball und versetzt Trainer Beltz in Angst und Schrecken.

Stuttgart - Angelique Kerber kommt dem ersten Heimtriumph beim WTA-Turnier in Stuttgart immer näher und versetzt ihren Trainer Torben Beltz nach dem Halbfinal-Einzug schon in Angst und Schrecken.

Durch das 6:3, 7:6 (7:2) gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa im Viertelfinale ist die Weltranglistensechste Kerber nur noch zwei Siege von ihrem insgesamt dritten Turniercoup entfernt.

Was für Beltz bedeuten würde, dass ihn erneut ein Horrortrip erwartet. "Sollte ich das Turnier gewinnen, muss er mit mir auf das Frühlingsfest am Wasen nebenan. Das Karussell habe ich schon ausgesucht", verriet Kerber nach ihrem vierten Halbfinaleinzug in dieser Saison Details der aktuellen Wette (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Lisicki fehlt die Konstanz

Am Samstag trifft die 25-Jährige im Halbfinale auf die topgesetzte Titelverteidigerin Maria Scharapowa aus Russland, die gegen die Serbin Ana Ivanovic (7:5, 4:6, 6:4) Mühe hatte.

Dagegen schied Kerbers Fed-Cup-Kollegin Sabine Lisicki überraschend im Viertelfinale aus. Die Berlinerin unterlag der Qualifikantin Bethanie Mattek-Sands (USA) mit 4:6, 2:6.

"Mir hat die Konstanz gefehlt, aber insgesamt kann ich auf dieser Woche aufbauen", sagte die Weltranglisten-47. Lisicki.

Mattek-Sands trifft im Halbfinale am Samstag auf Australian-Open-Finalistin Li Na (China).

Becker outet sich als Angie-Fan

Bereits nach ihrem Turniererfolg vor einem Jahr in Kopenhagen hatte Beltz mit seinem Schützling auf dem berühmten Tivoli eine Achterbahn besteigen müssen. Sehr zum Leidwesen des 36-Jährigen, der nicht schwindelfrei ist.

Kerber hat in diesen Tagen also viel Spaß in der Schwabenmetropole. Da passt es ins Bild, dass sich auch Boris Becker als "Angie-Fan" outete.

"Respekt. Sie ist eine tolle Spielerin, auf die wir stolz sein können. Angelique spielt fantastisch. Sie ist häufig die letzte Mohikanerin, die noch die Fahne hochhält", sagte Becker und lobte die 25-Jährige: "Nur durch sie weiß man, dass auch in Deutschland noch Tennis gespielt wird."

Großeltern schauen zu

Auch gegen die French-Open-Viertelfinalistin Schwedowa präsentierte sich Kerber vor den Augen ihrer aus Polen angereisten Großeltern in starker Verfassung.

Der deutschen Nummer eins unterliefen nur zwölf unerzwungene Fehler, der Kasachin dagegen 33.

"Ich bin sehr glücklich, es war nicht einfach heute. Zuhause spielen zu können, ist ein unglaubliches Gefühl", sagte die an drei gesetzte Kerber, die erstmals im Halbfinale von Stuttgart steht.

Drei deutsche Turniertriumphe

Bislang hatte es in Stuttgart drei deutsche Turniertriumphe gegeben - zuletzt 2011 durch Julia Görges.

Wimbledon-Halbfinalistin Kerber legte wie bereits am Vortag im Achtelfinale einen Traumstart hin und gewann 12 der ersten 14 Punkte. Nach der schnellen 4:1-Führung geriet die Kielerin aber immer mehr in die Defensive und kassierte das Rebreak zum 4:3.

Doch in der entscheidenden Phase des Auftaktsatzes behielt Kerber kühlen Kopf. Besonders mit ihrem Winkelspiel zog sie der Nummer 37 des Rankings den Zahn (NEWS: Alles zum Tennis).

Lisicki enttäuscht

Lisicki indes konnte nicht an die guten Vorstellungen der letzten Tage anknüpfen. Dabei waren die Voraussetzungen für den Halbfinaleinzug gut gewesen.

Die Weltranglisten-104. Mattek-Sands, die stets kniehohe bunte Strümpfe trägt, hatte im Achtelfinale eine Nachtschicht absolvieren müssen, ehe um 01.36 Uhr am frühen Freitagmorgen ihr Dreisatzsieg gegen Sara Errani (Italien) feststand.

Lisicki war immerhin noch kurz vor Mitternacht fertig geworden. Neben Görges hatte Anke Huber sogar zweimal (1991/1994) den Grand Prix in der Schwabenmetropole gewonnen.

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