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Maria Scharapowa stand bislang 21 Wochen an der Spitze der Weltrangliste © getty

Mit einem glatten Finalsieg über Li Na verteidigt die Russin ihren Titel. Anschließend räumt sie mit ihrem Glamour-Image auf.

Stuttgart - Maria Scharapowa hupte, schnallte sich an und drückte dann so richtig aufs Gas:

Nachdem die Russin ihren Status als Sandplatzkönigin von Stuttgart untermauert hatte, freute sich die bestverdienende Sportlerin der Welt wie ein Kind über ihre blaumetallicfarbene Autoprämie mit 400 PS.

Neben dem Siegerscheck in Höhe von 100.806 Euro bekam Scharapowa nach dem 6:4, 6:3 gegen Li Na (China/Nr. 2) ein Sportcabriolet überreicht, mit dem sie gleich eine Runde auf dem Court drehte (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

"Ich bin einfach nur glücklich. Ich wollte zurückkommen und gewinnen, um mir Selbstvertrauen für die French Open zu holen. Letztes Jahr habe ich hier den Titel geholt und dann in Paris gewonnen", sagte Scharapowa.

Über Kerber ins Finale

Die Wahl-Amerikanerin, die im Halbfinale Angelique Kerber (Kiel) knapp in drei Sätzen bezwungen hatte (Bericht), revanchierte sich gegen die Weltranglistenfünfte Li Na für die vor drei Monaten im Halbfinale der Australian Open 2013 erlittene Niederlage.

Vor 4400 Zuschauern in der erneut ausverkauften Arena begann Scharapowa hoch konzentriert. Gleich im ersten Spiel gelang der Nummer zwei des WTA-Rankings ein Break. Die Tatsache, dass sie bis zum Endspiel in drei Matches insgesamt über siebeneinhalb Stunden auf dem Court gestanden hatte, war Scharapowa nicht anzumerken.

Erster Satzball verwandelt

Die viermalige Grand-Slam-Siegerin nutzte im ersten Durchgang zwar nur zwei ihrer sechs Breakchancen, doch nach 51 Minuten verwandelte sie gleich ihren ersten Satzball. Die Vorentscheidung fiel, als Scharapowa der Chinesin das Service zur eigenen 4: 3-Führung abnahm und sich danach keine Blöße mehr gab.

Hätte Li Na sich erstmals den Titel geholt, wäre es zu einer brisanten Situation gekommen. Die Australian-Open-Finalistin wird nämlich von einem Autohersteller unterstützt, der der direkte Konkurrent des Stuttgarter Turniersponsors ist.

Großartige Bilanz

Scharapowa hat in dieser Saison bislang nur drei Matches verloren - und 22 gewonnen. Vor dem Triumph im Schwäbischen hatte sie das Hartplatztournament in Indian Wells für sich entschieden.

Damit ging für Scharapowa in Stuttgart eine fast perfekte Woche zu Ende, an deren Anfang sie als neue Markenbotschafterin des Turnier-Hauptsponsors vorgestellt worden war.

Und das in zwölf Zentimeter hohen Glitzer-Stilettos der Edelmarke Christian Louboutin. Kameragerecht hatte sie bei ihrer Präsentation im Porsche-Museum immer wieder in die unzähligen Kameraobjektive gelächelt.

Harte Trainingsarbeit

Doch es ist eben nur die eine Seite der 1,88 Meter großen Blondine aus Sibirien mit Wahlheimat Florida. Nur wenige Stunden nach diesem Auftritt konnte man dann die andere Scharapowa bestaunen. Auf dem Trainingsplatz in der Arena in Bad Cannstatt - wie sie ohne Schläger Bällen hinterherjagte, die ihr Trainer Thomas Högstedt willkürlich durch die Halle warf.

Für die bestverdienende Sportlerin der Welt (27,1 Millionen Dollar per anno) ist genau das die Realität.

"Nur Illusion"

"Die Welt sieht dich auf dem Court nach Triumphen und auf dem roten Teppich, wo alles glitzernd und schön ist. Aber das ist nur Illusion", sagte Scharapowa, die zu den härtesten Arbeiterinnen im Tennis-Zirkus zählt.

Ihr Ansporn nach zwölf Jahren auf der Tour: "Ich will besser werden", antwortete sie. Dann kommen die anvisierten Grand-Slam-Titel und die Rückkehr auf den Tennis-Thron sowieso von ganz alleine. Vielleicht schon bei den French Open in Paris (ab 26. Mai).

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