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Maria Scharapowa hat in ihrer Karriere bislang 29 WTA-Titel im Einzel gewonnen © getty

Der Turniersieg in Stuttgart zeigt, dass die Russin auch auf Sand zur absoluten Weltspitze gehört. Doch das war nicht immer so.

Stuttgart - Beim Stuttgarter Turnier war Maria Scharapowa bereits vor ihrer erfolgreichen Titelverteidigung ganz in ihrem Element. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Die große Blonde mit der kühlen Attitüde auf den Court kichert gerne in den Pressekonferenzen. Am liebsten über einen ihrer Kommentare.

Ein Taktik-Freak wollte also von der Nummer zwei der Tennis-Welt auf etwas umständliche Art wissen, wie sie in bestimmten Situation ihren Rückhand-Return einsetze. Allein die Frage dauerte gefühlte fünfeinhalb Minuten.

Bloßgestellte Journalisten

Scharapowa gab sich schlagfertig und antwortete: "Oh mein Gott, wenn Du mein Coach wärst, würdest du mich wirklich verwirren." Dann gluckste sie - und alle lachten mit. Der junge Mann eher gequält. Eine Antwort bekam er nicht.

Kurz nach ihrem 6:4, 6:3-Finalsieg gegen die Weltranglistenfünfte Li Na (China) (Bericht) returnierte Scharapowa eine harmlose Frage einer Medienfrau unwirsch mit den Worten: "Denkst Du wirklich, ich oder mein Trainer lesen die Zeitung?" Dann ein Kichern.

In den Tagen von Stuttgart dürften sich also mindestens zwei Journalisten ein wenig bloßgestellt gefühlt haben von der bestverdienenden Sportlerin der Welt (27,1 Millionen Dollar pro Jahr).

"Wie eine Kuh auf dem Eis"

Dabei weiß Scharapowa nur allzu gut, wie sich das anfühlen muss. Es ist ein paar Jahre her, da sagte die 1,88 m große Russin, auf den rutschigen Sandplätzen dieser Welt fühlte sie sich "wie eine Kuh auf dem Eis." Hilflos, deplatziert - und irgendwie bloßgestellt.

Vor nicht allzu langer Zeit legte die 26-Jährige nach: "Manchmal komme ich mir immer noch so vor. Und ich bin mir sicher, dass ich auch noch so aussehe."

Erster Titel bei den French Open

Gegen Li Na bewies Scharapowa aber eindrucksvoll, dass sie nicht nur auf dem roten Teppich abseits des Courts in zwölf Zentimetern hohen Glitzer-Stilettos eine gute Figur macht. Sondern inzwischen auch auf der roten Asche.

"Man muss sein Spiel eben etwas anpassen. Alles geht langsamer, die Bewegungen sind anders. Aber inzwischen fühle ich mich auf Sand ganz wohl", erklärte die einstige Weltranglistenerste.

Kann man so sagen, denn im vergangenen Jahr gewann sie erstmals die French Open. Es war bezeichnenderweise der Titel, der Scharapowa in ihrer Major-Sammlung noch fehlte.

Seit 16 Matches auf Sand ungeschlagen

Auch vor ihrem Triumph in Paris hatte die Glamourdame aus Sibirien beim Stuttgarter Turnier triumphiert. Ein gutes Omen also für einen neuerlichen "Schara"-Coup in Roland Garros ab dem 26. Mai.

Jedenfalls reist die Russin als große Turnierfavoritin an die Seine, denn ihre Statistik auf Sand liest sich beeindruckend. Seit nunmehr 16 Matches ist sie auf dem einst so ungeliebten Belag unbesiegt.

Die letzte Niederlage auf Asche kassierte Scharapowa im Mai 2012 im Viertelfinale von Madrid gegen Brachenführerin Serena Williams.

Fuhrpark erweitert sich

Die Amerikanerin ist als Nummer eins die ultimative Gegnerin des Blondschopfs. "Eines meiner Ziele ist, wieder an die Spitze der Weltrangliste zu gelangen", erklärte Scharapowa.

In Sachen schnelle Autos dürfte die Russin locker mit Williams mithalten können. Als Zuckerl gab es zum Stuttgarter Preisgeld (100.806 Euro) noch einen 400 PS starkes Sportcabriolet.

Dabei ist Scharapowa in Sachen Pferdestärken eher bescheiden. "Mein Freund ist da ganz anders. Für ihn gibt es nur Autos, Autos, Autos."

Nadal "nicht mein Typ"

Wen sie mit "Freund" meinte, ließ sie offen. Es ist aber kein Geheimnis, dass Scharapowa mit dem bulgarischen Profi Grigor Dimitrov liiert ist. In Stuttgart ist sie gefragt worden, ob sie eine Einladung vom spanischen Kollegen Rafael Nadal annehmen würde.

"Nicht mein Typ", hat Scharapowa geantwortet - und gekichert. Ob sich "Rafa" bloßgestellt fühlt?

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