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Jimmy Connors ersetzt als Scharapowa-Coach den Schweden Thomas Hogstedt © getty

Maria Scharapowa will mit Jimmy Connors zurück an die Spitze. Auf Murrays Spuren soll auch das Williams-Trauma vertrieben werden.

München - Jimmy Connors hat seit jeher eine Vorliebe für Kaugummis.

Gut möglich, dass der einstige Tennis-Rüpel ab sofort umschwenkt auf die quietschbunten Kaubonbons der Marke "Sugarpova". Seit dem Wochenende jedenfalls sitzt der 60-jährige Connors sozusagen an der Quelle. Und nicht nur das.

Der einst weltbeste Spieler ist zurück im Rampenlicht der Tennis-Szene, nachdem ihn Maria Scharapowa am Wochenende überraschend als ihren neuen Coach präsentierte.

Gestatten: Die Schöne und das Biest - die Eiskalte und der Heißsporn - die Russin und der Ami.

Gute Erfahrungen 2008

Doch was auf den ersten Blick recht verblüffend erscheint, könnte für die 26-Jährige vielleicht der entscheidende Schachzug auf dem Weg zurück auf den Thron sein.

"Ich kenne Jimmy schon seit langem, und wir haben bereits 2008 vor den Australian Open schon einmal kurz zusammengearbeitet", erklärte Scharapowa auf ihrer Internetseite.

Was sie nicht mitteilte, ist die Tatsache, dass sie das Turnier in Melbourne vor fünf Jahren dann auch gewann. Connors soll der Weltranglistenzweiten vor allen Dingen dazu verhelfen, endlich ihr Williams-Trauma zu besiegen.

Mittel gegen Williams?

Seit knapp neun Jahren hat Scharapowa nicht mehr gegen Branchenführerin und Connors-Landsfrau Serena Williams gewonnen. 0:13 lautet die ernüchternde Bilanz aus Sicht der bestverdienenden Sportlerin der Welt (rund 20,7 Millionen Dollar per anno) seit November 2004.

Connors jedenfalls fiebert der Herausforderung entgegen.

"Ich freue mich auf Spaß und harte Arbeit. Ich bin begeistert, mit einer viermaligen Grand-Slam-Siegerin zu arbeiten. Diese Zahl zu erhöhen, ist das Ziel", twitterte "Jimbo", der wegen seiner Gefühlsausbrüche auf dem Court berühmt-berüchtigt war.

Sein Sohn Brett frohlockte bereits: "Connors und Scharapowa...das sollte gelinde gesagt unterhaltsam werden."

US Open als erster Härtetest

Vielleicht ein gutes Omen, dass Jimmy Connors fünf seiner insgesamt acht Major-Titel bei den US Open in New York holte. Das Spektakel in Flushing Meadows (26. August bis 9. September) wird das erste große Highlight für das Team Scharapowa/Connors.

Die sibirische Diva aus Florida wandelt in Sachen Trainer damit auf den Spuren von Wimbledonsieger Andy Murray. Der Schotte hatte vor anderthalb Jahren mit der Verpflichtung des früheren Weltranglistenersten Ivan Lendl als Coach für Aufsehen gesorgt.

Die überraschende Wahl zahlte sich voll aus: Mit dem einstigen Connors-Rivalen Lendl gewann Murray seine ersten beiden Grand-Slam-Titel (Wimbledon 2013, US Open 2012) und wurde vor einem Jahr sogar Olympiasieger.

Trainingseifer als Gemeinsamkeit

Auch Andy Roddick bestätigte, dass Connors als Coach besondere Fähigkeiten habe. Der US-Open-Sieger von 2003 wurde zwischen Juli 2006 und Mai 2008 von seinem Landsmann gecoacht.

"Jimmy hat den Kampfgeist neu in mir entfacht. Er kann die entscheidenden Tipps geben", berichtete Roddick.

In Sachen Einstellung wird Connors, der mit 109 Titeln auf der Tour die Nummer eins der ewigen Bestenliste ist, bei seinem neuen Schützling nicht viel monieren können. Scharapowa gilt als eine der Trainingsfleißigsten auf dem Circuit.

"Auch Jimmy hat immer härter auf dem Platz gearbeitet als alle anderen", meinte US-Ikone Chris Evert, die einst mit Connors verlobt war.

Hogstedt nach drei Jahren gefeuert

Nach knapp dreijähriger Zusammenarbeit hatte sich Scharapowa am vergangenen Freitag überraschend von ihrem schwedischen Coach Thomas Hogstedt getrennt.

Die Russin hofft jetzt dank Connors auf eine Initialzündung. "Masha" und "Jimbo" - man darf gespannt sein.