vergrößernverkleinern
2008 verlor Sabine Lisicki ihr erstes und bisher einziges WTA-Finale gegen Rosana Cirstea © getty

Sabine Lisicki sorgt weiter für Furore in Charleston. Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner zieht einen schmeichelhaften Vergleich.

Charleston - Barbara Rittner hat nicht die geringsten Zweifel. "Sabine Lisicki ist ganz klar eine Top-Ten-Spielerin", sagte die Bundestrainerin des Deutschen Tennis Bundes.

Nach dem 6:4, 7:6 (7:5) gegen Wimbledonsiegerin Venus Williams im Achtelfinale von Charleston/South Carolina untermauerte die 19-jährige Lisicki einmal mehr ihre großen Ambitionen (Lisicki-Sensation als Glanzpunkt).

Sie gewann das Viertelfinale gegen die Russin Jelena Vesnina deutlich mit 6:4 und 6:0 und steht damit im zweiten Halbfinale ihrer Karriere. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich weiß schon, dass ich ganz gut spielen kann", stellte sie bereits vor der Partie zufrieden fest.

Im Halbfinale trifft Lisicki nun auf die an Nummer sechs gesetzte Marion Bartoli (Frankreich) oder Melinda Czink (Ungarn).

Ihr bislang bestes Saison-Resultat hatte Lisicki, derzeit 63. der Weltrangliste, Mitte Februar mit dem Einzug ins Halbfinale des Turniers in Memphis gefeiert. Im Vorjahr stand sie in Taschkent bereits einmal im Finale eines WTA-Turniers.

Mit 15 bei den German Open

Als 15-Jährige hatte Sabine Lisicki im Mai 2005 in Absprache mit Barbara Rittner bereits eine Wildcard für die German Open in Berlin erhalten.

Ein Jahr später hielt ein Ermüdungsbruch im Fuß ihre Entwicklung aber zunächst auf.

Bei den Australian Open 2008 wurde sie erstmals einem breiteren Publikum bekannt, als sie nach überstandener Qualifikation in der ersten Runde die heutige Weltranglistenerste Dinara Safina in drei Sätzen schlug.

Mit riskantem Spiel zum Sieg

Bei ihrem Fed-Cup-Debüt im Februar 2008 im kalifornischen La Jolla gegen die USA sorgte Sabine Lisicki dann mit ihrem Auftaktsieg gegen die große Lindsay Davenport für eine Sensation.

"Das war damals echt cool, aber der Sieg gegen Venus ist mehr wert", sagte sie in Charleston.

Mit präzisen Grundschlägen zwang sie die einstige Nummer eins zu Fehlern in Serie: "Ich habe manchmal ein bisschen viel riskiert, aber das ist halt mein Spiel."

Im Fed-Cup gegen China

Und genau das, was sie nach Meinung von Barbara Rittner so stark macht.

"Sabine hat ein unglaubliches Gespür für die Situation und einen satten Treffpunkt wie Jennifer Capriati in ihren besten Jahren", sagt die Fed-Cup-Chefin, zu deren Stammpersonal die blonde Berlinerin mittlerweile zählt.

Auch im Kampf um den Aufstieg in die Weltgruppe 1 am 25./26. April in Frankfurt/Main gegen China soll Sabine Lisicki gemeinsam mit Anna-Lena Grönefeld, die in der Weltrangliste als Nummer 55 acht Plätze vor ihr steht, die nötigen Punkte holen.

Parallelen zu Steffi Graf

Rittner sieht in Lisickis Spiel sogar Parallelen zu dem von Steffi Graf: "Sabine kann genau wie damals Steffi einer Gegnerin ihr Spiel aufzwingen, und sie spielt mit der gleichen Wucht wie Steffi."

Fast sei das Spiel der Berlinerin noch schneller als das von Graf: "Sie geht immer drauf und schlägt vor allem die Bälle aus dem Halbfeld mit unglaublicher Wucht. An Tagen, an denen alles passt, kann sie spielen wie von einem anderen Stern."

Abitur muss warten

Mit großem Stolz verfolgt Sabines Vater ihren Werdegang. Richard Lisicki ist promovierter Sportwissenschaftler und Tennislehrer aus Polen, die Karriere seiner Tochter begleitet er intensiv.

Vom Gymnasium wurde die 19-Jährige nach der zehnten Klasse beurlaubt, um die sportliche Karriere voranzutreiben. Das Abitur soll sie allerdings irgendwann nachholen.

Ziel: Nummer eins der Welt

Mit einem starken ersten Aufschlag und einem druckvollen, kontrollierten Spiel von der Grundlinie hat Sabine Lisicki alles, was man für eine erfolgreiche Karriere braucht.

Seit fast sechs Jahren trainiert sie regelmäßig bei Nick Bollettieri in Florida und hat die dort übliche Erfolgsmentalität schon mal übernommen: "Ich möchte die Nummer eins der Welt werden."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel