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Nach drei Jahren gewinnt mit Sabine Lisicki wieder eine Deutsche ein WTA-Turnier © imago

Sabine Lisicki krönt ihren unvergleichlichen Siegeszug beim Turnier in Charleston mit dem Finalsieg über die favorisierte Dänin.

München - Sensation, Premierensieg, Geldsegen: Die "beste Tenniswoche" ihrer Karriere katapultierte Sabine Lisicki mitten ins Rampenlicht und ließ die Kasse der Berlinerin klingeln wie noch nie.

Lisicki spielte in Charleston ein perfektes Turnier und krönte ihre Gala im Finale mit einem souveränen 6:2, 6:4 gegen die Dänin Caroline Wozniacki. 187.815 Dollar waren der Lohn für den ersten Turniersieg auf der WTA-Tour.

Mit einer Vorhand nutzte Lisicki im Finale ihren sechsten Matchball, machte zwei Luftsprünge und sank auf die Knie.

"Ich bin unglaublich glücklich über meine Leistung in dieser Woche. Ich habe Venus Williams besiegt, schon deshalb ist das ein Riesen-Turnier für mich", sagte Lisicki.

Ohne Satzverlust durch das Turnier

Die 19-Jährige blieb in Charleston im gesamten Turnier ohne Satzverlust. Beflügelt vom Erfolg gegen die Wimbledonsiegerin stürmte Lisicki durch die Konkurrenz. Souverän meisterte sie nach ihrem Zweisatzsieg über den US-Star die folgenden Aufgaben und bezwang im Endspiel auch Wozniacki in 80 Minuten.

Das Fernziel rückte ein wenig näher: "Ich möchte die Nummer eins der Welt werden", sagte Lisicki.

Immerhin: Nach dem ersten Turniersieg ihrer Karriere kletterte sie in der Weltrangliste um 20 Plätze auf den 43. Rang geklettert, ist damit wieder beste Deutsche und erreichte die bislang höchste Platzierung nach dem 49. Rang im Oktober 2008.

"Sabine ist ganz klar eine Top-Ten-Spielerin"

Lisicki bezwang zunächst die Russin Jelena Wesnina 6:4, 6:0, anschließend war die an Nummer sechs gesetzte Französin Marion beim 6:3, 6:1 ohne Chance gegen die deutsche Senkrechtstarterin. (Lisicki greift nach dem ersten Titel)

Mit dem Überraschungscoup gegen Williams hatte sie Bundestrainerin Barbara Rittner begeistert.

"Sabine ist ganz klar eine Top-Ten-Spielerin. Sie hat ein unglaubliches Gespür für die Situation und einen satten Treffpunkt wie Jennifer Capriati in ihren besten Jahren", sagte die Fed-Cup-Chefin.

Der Vergleich mit Steffi Graf

Rittner wagte sogar den Vergleich mit "Tenniskönigin" Steffi Graf. "Sabine kann genau wie damals Steffi einer Gegnerin ihr Spiel aufzwingen, und sie spielt mit der gleichen Wucht wie Steffi."

Fast sei das Spiel Lisickis noch schneller als das von Graf: "Sie geht immer drauf und schlägt vor allem die Bälle aus dem Halbfeld mit unglaublicher Wucht. An Tagen, an denen alles passt, kann sie spielen wie von einem anderen Stern."

Williams bekam das beim 6:4, 7:6 (7:5)-Erfolg Lisickis zu spüren.

Ermüdungsbruch stoppte ihre Entwicklung

Mit präzisen Grundschlägen zwang sie die einstige Nummer eins zu Fehlern in Serie und machte sich auf der WTA-Tour endgültig einen Namen.

"Ich habe manchmal ein bisschen viel riskiert, aber das ist halt mein Spiel", sagte sie.

Als 15-Jährige hatte Lisicki im Mai 2005 in Absprache mit Rittner bereits eine Wildcard für die German Open in Berlin erhalten. Ein Jahr später hielt ein Ermüdungsbruch im Fuß ihre Entwicklung aber zunächst auf.

Nach drei Jahren wieder ein Deutscher Turniersieg

Bei den Australian Open 2008 wurde sie erstmals einem breiteren Publikum bekannt, als sie nach überstandener Qualifikation in der ersten Runde die heutige Weltranglistenerste Dinara Safina (Russland) in drei Sätzen bezwang.

Bei ihrem Fed-Cup-Debüt im Februar 2008 im kalifornischen La Jolla gegen die USA sorgte Sabine Lisicki dann mit ihrem Auftaktsieg gegen die große Lindsay Davenport für eine Sensation.

"Das war damals echt cool, aber der Sieg gegen Venus ist mehr wert", sagte die Blondine in Charleston.

Den bislang letzten deutschen WTA-Turniersieg hatte Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) im Februar 2006 in Acapulco gefeiert.

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