Nach den schweren Vorwürfen in ihrer Autobiografie droht Arantxa Sanchez Vicario wohl kein Rechtsstreit mit ihren Eltern. "Sie denken nicht über juristische Schritte nach", sagte deren Anwalt am Mittwoch im spanischen Fernsehen.

Den Vorwurf, sie hätten die einstige Nummer eins der Tennis-Weltrangliste um ihr gesamtes Vermögen gebracht, wiesen Marisa Vicario und Emilio Sanchez zurück. "Sie haben sie zu keiner Zeit ausgenutzt und sie natürlich nicht ruiniert", sagte der Anwalt.

Arantxa Sanchez Vicario hatte in dem Buch, das am Dienstag in Spanien erschienen war, massive Vorwürfe erhoben. Ihre Eltern hätten sie bevormundet, ausgebeutet und ihr die 45 Millionen Euro an Preisgeldern und Werbeeinnahmen genommen.

"Sie haben mir nichts übrig gelassen", schrieb die viermalige Grand-Slam-Siegerin in der Autobiografie "Vamos! Erinnerungen eines Kampfes, eines Lebens und einer Frau".

Sie schulde dem spanischen Fiskus Geld und sei ärmer als ihr Bruder Javier, der "deutlich weniger Turniere in seiner Karriere gewonnen hat", schrieb die 40-Jährige.

So sei sie zu einer Strafe von 3,5 Millionen Euro verurteilt worden, weil sie ihre Steuern in Andorra und nicht in Spanien bezahlt habe. Dies sei passiert, weil ihre Eltern Entscheidungen für sie gefällt hätten, ohne sie zu fragen.

"Wir werden das Buch sehr genau lesen", kündigte ihre Mutter Marisa am Mittwoch an, "dann wird es den Zeitpunkt geben, an dem ich, mein Mann und unsere Anwälte auf diese falschen Anschuldigen antworten werden."

Arantxa Sanchez Vicario, die gerade erst das spanische Fed-Cup-Team übernommen hat, gewann 1989, 1994 und 1998 die French Open sowie 1994 die US Open. 1995 war sie die Nummer eins der Weltrangliste.

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