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Ein Mann und sein Auto © SPORT1

Dass zu einem perfekten Rennfahrer eine sehr gute Ausdauer und Fitness gehören, war einigen der 22 verbliebenen Race-Camp-Teilnehmer völlig neu. Dennoch steht das Rennteam nun fest.

Dass zu einer Rennfahrerkarriere nicht nur fahrerisches Können und ein Gefühl für das Auto und die Strecke gehören, sondern auch die entsprechende körperliche Fitness eine wichtige Grundvoraussetzung ist, bekamen manche der verbliebenen 22 Race Camp-Anwärter deutlich zu spüren.

Im Fürther Leistungszentrum von Dr. Müller-Hörner, dem medizinischen Betreuer des Race Camp-Projekts, stand für jeden Kandidaten eine umfassende Leistungsdiagnostik auf dem Programm. Dazu gehörten Ausdauertests und Kraftmessungen, denn neben fahrerischem Können sind eine sehr gute Kondition und Fitness entscheidend für die Qualität eines Rennfahrers. Dies gilt bereits für Kartfahrer und vor allem natürlich bei den zu erwartenden physischen und psychischen Belastungen eines 24-Stunden-Rennens.

Das jähe Ende eines Traums

Einige der Kandidaten stießen dabei schneller an ihre Leistungsgrenzen als von Manuel Reuter und seinem Team erwartet. So urteilte der Race Camp Chef an diesem Tag auch gnadenlos: "Wer ernsthaft die Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring anpeilt ? und das mit einem wirklich schnellen Auto ? der muss nicht nur fahrtechnisch topfit sein, sondern auch körperlich und mental."

Daher musste nach dem Leistungstest in Fürth auch direkt einer der Teilnehmer den bitteren Weg nach Hause antreten. Dies war ein deutliches Signal für die verbliebenen 21 Fahrer, denn die Jury beobachtete von nun an ganz genau, wer die nötige professionelle Einstellung mitbrachte und seine Auflagen konsequent umsetzte.

In einem ausführlichen Abschlussgespräch mit Fitness-Coach Zibi Szlufcik bekamen die Kandidaten detaillierte Vorgaben mit individuell abgestimmten Trainings- und Ernährungsplänen, um ihre Defizite im Fitnessbereich bis zum Frühjahr 2010 zu beheben.

Zurück auf der Strecke

Zurück am Nürburgring wich die Enttäuschung des Fitnesstests zu Gunsten großer Begeisterung. Denn wie sich die Top-21-Kandidaten bei ihrem ersten Rennstreckenauftritt auf dem offiziellen Grand Prix Kurs präsentiert haben, war wirklich beeindruckend.

Obwohl zum ersten Mal am Steuer des 24-Stunden Autos, trennten die Teilnehmer auf ihren Zeitrunden nur Sekundenbruchteile und das Trainerteam hatte kaum Fehler zu beanstanden. So verpasste eine Fahrerin das Weiterkommen nur um drei hundertstel Sekunden. Für die Jury ging es darum, den entscheidenden Tick Fahrgefühl, Unterschiede in der Interaktion mit dem Auto, Feinheiten in der Gesamtkoordination und mentale Stärke bei den Kandidaten herauszufiltern.

Sechs Cockpits wurden direkt vergeben

Für die folgenden Levels sechs und sieben qualifizierten sich nach diesen Testtagen bereits sechs Teilnehmer ? darunter eine Rennfahrerin ? direkt. Acht weitere Kandidaten mussten Anfang August in einem sogenannten Boot Camp in Österreich auf ihre zweite Chance bauen. Dort wurden sie von der Jury in Bezug auf körperliche und mentale Dauerbelastungen in Kombination mit Schlafmangel noch einmal genau unter die Lupe genommen. Manuel Reuter zeigte sich hoch erfreut über die Performance der Boot Camp Kandidaten, die ausnahmslos alle fantastisch gekämpft, gebissen und über ihre Grenzen hinaus gegangen sind, aber dennoch nicht die nötigen Eigenschaften Fairness und Teamgedanken vermissen ließen. Über Sieg oder Niederlage mussten also wieder einmal Kleinigkeiten und minimale Zeitunterscheide entscheiden. Für vier Teilnehmer des Boot Camps endete damit zumindest für dieses Jahr der Traum einer Rennfahrerkarriere.

Letztendlich ist nun der nächste große Schritt in Richtung Finale, dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im kommenden Jahr getan: Das zehnköpfige Team für die beiden Opel OPC Rennwagen steht fest.

Viel Zeit für große Feierlichkeiten bleibt den zukünftigen Rennfahrern nicht. Denn bereits nächste Woche geht es für sie im LUK Driving Center Baden weiter. Dort müssen sie sich für den Erwerb der Rennfahrer-A-Lizenz in theoretischen und praktischen Prüfungen ein weiteres Mal beweisen.

Mehr Infos zum Opel OPC Race Camp gibt es unter www.opc-racecamp.de

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