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Eine Frau tarnt sich als Mann und steigt in der kirchlichen Hierarchie immer weiter auf © SPORT1

Johanna wird 814 nach Christus geboren und merkt schnell, dass Gott etwas anderes für sie vorgesehen hat...

München - Im Jahr 814 n. Chr. wird Johanna geboren und lehnt sich bald auf gegen den ihr vorbestimmten und eingeschränkten Weg als Frau.

Sie ist davon überzeugt, dass Gott für sie etwas anderes vorgesehen hat. Als junge Frau verliebt sie sich in den Edelmann Gerold. Während er in den Krieg zieht, besinnt sie sich ihrer Bestimmung und tritt unter dem Namen Johannes als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster ein.

Sie wird Arzt, geht nach Rom und steigt in der kirchlichen Hierarchie immer weiter auf.

Aus der Kino.de-Kritik:

Sönke Wortmanns Bestsellerverfilmung mit internationaler Starbesetzung und Johanna Wokalek als kraftvolle Frau in finstrer Männerwelt des Mittelalters.

Dass dieses Historienepos nach allen Querelen und Stolpersteinen überhaupt zustande kam, ist schon ein kleines Wunder. Volker Schlöndorff versuchte über Jahre hinweg, die Literaturverfilmung zu realisieren, die schließlich federführend von Constantin produziert wurde, die richtige Adresse für die Großproduktion.

Das öffentliche Lästern des renommierten Regisseurs über den "Amphibienfilm" führte zu seiner Kündigung, John Goodman wollte eigentlich auch nicht mehr, kehrte aber zurück, Johanna Wokalek ersetzte Franka Potente und Sönke Wortmann übernahm beherzt die Regie.

Protagonistin verlässt Elternhaus

Er nähert sich vorsichtig, manchmal vielleicht zu vorsichtig dem internationalen Bestseller von Donna Woolfolk Cross, wenn es tief hineingeht ins finstre und dreckige Mittelalter, ins Jahr 815 nach Christi. In ärmlichen Verhältnissen wird Johanna zur Welt gebracht, ein "gesundes und starkes" Mädchen.

Gegen den Willen des Vaters, einem religiösen Frömmler, der der heidnischen Mutter den Teufel aus dem Leib prügelt, lernt sie heimlich Lesen, Schreiben und Latein, begeistert den reisenden Lehrer der Domschule durch ihre Klugheit. Sie verlässt die Familie und darf, nachdem sie sogar den ausschweifenden Bischof überzeugt, sich in der Schule weiterbilden.

Als Mann im Benediktinerkloster

Trotz exzellenter Leistungen leidet sie unter Schikanen, Mädchen gelten als minderwertig und unfähig zur Logik. Wortmann legt den Schwerpunkt auf Kindheit und Jugend, zeigt Stationen eines Lebens auf - sie geht als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster, erlangt Berühmtheit durch ihre Heilkunde, flieht aus Angst vor Entdeckung nach Rom, heilt dort den kranken Papst und steigt in der Hierarchie des Vatikans auf, wird nach dessen Tod durch Vergiftung ohne ihr Wissen zum neuen Pontifex gewählt.

Ob es nun "Die Päpstin" gab oder nicht, ist egal, auch die Artus-Runde ist nicht verbürgt. Für die fünf Mio. Leser des Buches allein in Deutschland könnte die sich stark an die Vorlage anlehnende Verfilmung mit ihrem Schauwert trotz allem zum "Kinoereignis des Jahres" werden.

Cast Crew

Historienfilm/Drama - Deutschland/Italien/Spanien 2009Verleih: ConstantinFSK: 12Länge: 148 MinutenRegie: Sönke WortmannDarsteller: Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Iain Glen, Edward Petherbridge

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