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Heath Ledger (l.) starb am 22. Januar 2008 © SPORT1

Während der Dreharbeiten zu diesem Film verstarb Heath Ledger. Dennoch gelingt es Terry Gilliam den Streifen zu vollenden.

Doctor Parnassus (Christopher Plummer), mehrere tausend Jahre alt, bereist die Welt mit seinem Imaginarium, um den Menschen ihre Träume und Fantasien vorführen zu können.

Doch Parnassus trägt ein dunkles Geheimnis in sich: Seine Unsterblichkeit verdankt er einem Pakt mit dem Teufel, Mr. Nick (Tom Waits)..

Später überredet ein verliebter Parnassus den Teufel, den Handel umzuwandeln: Jetzt will er wieder jung sein, um seine Liebe gewinnen zu können.

Dafür verspricht er, dass sein Erstgeborenes an seinem 16. Geburtstag in den Besitz von Mr. Nick übergeht.

Als er anreist, um Parnassus' Tochter Valentina einzufordern, lässt er sich auf einen weiteren Pakt ein.

Aus der Kino.de-Kritik:

Ein würdiges und wildes Denkmal: Terry Gilliam lässt seinen Star Heath Ledger in seiner allerletzten Rolle glänzen in einer Freakshow, deren Fertigstellung durch den Einsatz von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell erst möglich wurde.

"The Imaginarium of Doctor Parnassus" war zunächst als Neuanfang gedacht, ein ganz purer Gilliam-Film mit Elementen aus "Time Bandits", "Brazil", "Münchhausen" und "König der Fischer", einer jener morbiden Freiflüge der Fantasie, voller Romantik und Traummotiven, wie sie außer ihm bestenfalls noch Tim Burton bewerkstelligen kann.

Doch er entpuppte sich als sein bislang schlimmster Albtraum, als im Januar 2008 mitten während der Dreharbeiten sein Star Heath Ledger, der für Gilliam bereits in "Brothers Grimm" gespielt hatte, verstarb und das Projekt lange Zeit auf der Kippe stand.

Handlungskniff rettet Film

Ohne angesichts der Tragödie zynisch klingen zu wollen: Vom Pech verfolgt zu sein, kann sich als Glücksfall erweisen. Je schlimmer die Umstände, desto mehr wird Gilliams Kreativität entfacht.

Und hier übertrifft er sich selbst: Unterstützt von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell, die in der Not eine helfende Hand reichten, konnte der Regisseur seinen Film dank eines verwegenen Handlungskniffs retten:

Dreimal steigt die Hauptfigur Tony, der von der fahrenden Truppe des Doctor Parnassus mit einem Strick um den Hals von einer Londoner Brücke hängend gerettet wird und sich aufgrund seiner Gedächtnislücken den Gauklern anschließt, durch einen Spiegel auf der Bühne.

Jedes Mal taucht er auf der anderen Seite als einer der anderen Schauspieler in einem neuen grotesken Universum auf, das "Alice im Wunderland" alle Ehre bereiten würde.

Gewaltige Bilder statt Logik

Der Effekt ist verblüffend, die Illusion perfekt, zum einen weil es gelungen ist, Depp, Law und Farrell ungemein ähnlich sehen zu lassen, zum anderen weil offenkundig genug Material mit Ledger gedreht worden war, um die Geschichte in unserer Welt auch tatsächlich funktionieren zu lassen.

Nur kleinere Holperer lassen sich konstatieren, doch sie fügen sich insgesamt homogen ins Gesamtbild dieses wilden Films, der sich keine Sekunde um Realität und Logik schert, aber einen mit seinen intensiven Bildern sofort gefangen nimmt.

Cast Crew

Genre FantasyKinostart 07.01.2010Verleih ConcordeJahr 2009Länge122Regie Terry GilliamDarsteller Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell, Christopher Plummer, Tom Waits

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