vergrößernverkleinern
Eine blutrünstige Bestie treibt Dorfbewohner in den Wahnsinn... © intern

1941 sorgte der "Wolfsmensch" in den Kinosälen für blankes Entsetzen. Regisseur Joe Johnston haucht dem Schocker neues Leben ein.

Der aus adligem Hause stammende Lawrence Talbot verlor seine Kindheit in dem Augenblick, als seine Mutter starb. Inzwischen erwachsen, hört er eines Tages von dem Verschwinden seines Bruders - was ihn zurückkehren lässt in seine einstige Heimat.

Dort trifft er nicht nur auf seinen entfremdeten Vater, sondern erfährt auch von einer blutrünstigen Bestie, die die Dorfbewohner reihenweise tötet. Allmählich sieht Lawrence sich auf der Suche nach seinem Bruder mit seiner eigenen dunklen Seite konfrontiert und macht eine unheilvolle Entdeckung.

Aus der Kino.de-Kritik:

Regisseur Joe Johnston reanimiert mit feinem Gespür für die richtige Technik überraschend nah am Original Curt Siodmaks Horror-Klassiker um das Tier im Manne.

In den Dreißiger und Vierziger Jahren gebar Hollywood neue Monster, z. B. 1941 "Der Wolfsmensch", den Lon Chaney Jr. unsterblich machte. Jetzt ist der "Wolfman" wieder auferstanden, in Form von Benicio Del Toro und unter der Regie von Joe Johnston, Spezialist in Sachen Spezialeffekte ("Jurassic Park III") und rasanter Trickaction ("Jumanji").

Dabei ist diesmal sein größter Effekt Del Toro selbst, der die Rolle des tragischen Edelmanns Lawrence Talbot perfekt ausfüllt: traurig der Blick, massig die Gestalt, geschmeidig und sprungbereit der Gang - der (Wer-)Wolf im Manne.

Zurück in die Vergangenheit

Als sein Bruder von einer Bestie zerfleischt aufgefunden wird, bittet dessen Verlobte Gwen Conliffe (Emily Blunt) den erfolgreichen Bühnenstar (!) um Hilfe. So kehrt Talbot erstmals seit seiner Kindheit auf den heimatlich Landsitz Blackmoor zurück, den er seit dem schrecklichen Tod der Mutter nicht mehr betreten hat.

Hier haust der von der Bevölkerung gefürchteter Vater Sir John (Anthony Hopkins) mit seinem treuen indischen Diener Singh (Art Malik), frönt der Jagd und schießt auch sonst auf alles, was ungebeten sein verwahrlostes Grundstück betritt.

Erinnerungen an Sleepy Hollow

Die Versatzstücke sind altbekannt, die Zeichen stehen auf gothic pur und auch die wichtigsten Plotmomente wurden beibehalten. Als augenfälligste Änderungen stechen die ausgebaute Rolle von Sir John ins Auge, was Hopkins die willkommene Möglichkeit gibt, als explosiver Mix aus Hannibal Lecter, "Nixon" und seinem Captain Bligh aus "Die Bounty" vom Leder zu ziehen, sowie die Tatsache, dass man die Handlung ins Viktorianische England des Jahres 1890 zurückverlegt hat.

Das wiederum gestattete Produktionsdesigner Rick Heinrichs ein perfektes "Sleepy Hollow"-Szenario zu entwerfen, das dem Gruseler die entsprechende Stimmung verleiht und auch das Auftauchen von Hugo Weaving ("Matrix") als Scotland Yard Inspector Aberline rechtfertigt, jenem Mann also, der einst den notorischen "Jack the Ripper" jagte.

Vollmond-Film mit kleinem Makel

Genrefans kommen bei Silberkugeln, heulenden Wölfen, am Vollmond vorbeiziehenden Wolken, einem Trauerzug durch eine Pappelallee sowie farbentsättigten Bildern und Gänsehautscore voll auf ihre Kosten. Tod, Verwandlung, Wiederauferstehung, Erlösung; alles wird strikt nach Lehrbuch durchgespielt, lustvoll, blutig, gradlinig und technisch perfekt.

CGI macht's möglich - und natürlich auch der Meister der Creature-Designer Rick Baker, der hier einmal mehr sein ganzes Können unter Beweis stellt. Nur einen Effekt, den kann nicht einmal er toppen, die Augenweide Emily Blunt als tragische Heldin, von der man leider viel zu wenig zu sehen bekommt.

Cast Crew

Genre Horror/ThrillerKinostart 11.02.2010Verleih UniversalJahr 2010Länge102Regie Joe JohnstonDarsteller Benicio Del Toro, Emily Blunt, Sir Anthony Hopkins, Hugo Weaving, Geraldine Chaplin

Mehr zu den Kino-Highlights der Woche gibt's hier...

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel