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Leonardo Di Caprio jagt in einer Irrenanstalt für Schwerverbrecher eine entflohene Insassin © SPORT1

Ein Film über den Wahnsinn von Regisseur Martin Scorsese. Schauplatz ist eine Irrenanstalt...

U.S.-Marshal Teddy Daniels landet 1954 mit seinem Partner Chuck Aule inmitten eines Unwetters auf dem entlegenen Shutter Island.

Dort ist aus dem Ashecliffe Hospital, ein Krankenhaus für geisteskranke Schwerverbrecher, eine Mörderin spurlos verschwunden. Schnell ist Teddy klar, dass er keine Unterstützung von den Ärzten zu erwarten hat: Offenbar will man ihn auf falsche Fährten locken und als Schachfigur in einem diabolischen Spiel instrumentalisieren.

Teddy setzt dennoch alles daran, das Geheimnis der Insel zu entschlüsseln.

Aus der Kino.de-Kritik:

Virtuos bebilderte Verfilmung des Erfolgsromans von Dennis Lehane, mit dem sich Martin Scorsese einen lupenreinen Ausflug in die Welt des Genrekinos gönnt.

"Shutter Island" ist ein monströser Film, eine Übung in Exzess. Weil man den Roman von "Mystic River"-Autor Dennis Lehane nicht anders verfilmen kann: ein starkes Stück Pulp Fiction, ein wild geplottetes Horrorszenario, das zahllose falsche Fährten auslegt und dabei auch schon mal derbe den Holzhammer auspackt, um den Leser von seinem gut gehüteten und doch so offensichtlichen Geheimnis abzulenken.

Das verlangt nach einer entsprechenden Umsetzung.

Ein Film über Wahnsinn

Martin Scorsese lässt sich nicht lumpen bei seiner ersten Regiearbeit seit seinem Oscar-Gewinner "Departed - Unter Feinden" aus dem Jahr 2006, die er sich nach den zuletzt schweren Themen einfach mal gegönnt hat.

Von Alterswerk keine Spur. Unterstützt von getreuen Mitstreitern zelebriert der 67-Jährige mit großer Lust und noch größerem Können pures Kintopp, beschwört das expressive Gruselkino eines Val Lewton und Jacques Tourneur, verweist auf Genreklassiker wie Franjus "Augen ohne Gesicht" oder Hitchcocks "Rebecca" und genießt die Freude, bei seinem ersten puren Genrefilm seit "Kap der Angst" richtig over the top sein zu dürfen:

Es ist ein Film über Wahnsinn, der sich ankündigt mit lautem Donnergrollen, peitschendem Regen und tobenden Stürmen.

Welt ohne Gott

Willkommen auf Shutter Island. Eine Welt ohne Gott, an den man hier nicht mehr glauben kann: Teddy Daniels, der Held des Films, hat die Leichenberge bei der Befreiung des Arbeitslagers von Dachau gesehen, und er musste miterleben, wie seine Frau bei einem Wohnungsbrand ums Leben kam.

Nun wird der U.S. Marshal, der unter unseligen Migräneattacken leidet, im Jahr 1954 nach Shutter Island geschickt, eine unwirtliche, schroffe, feindselige Insel, die schnell aufgrund eines aufziehenden Unwetters von der Außenwelt abgetrennt ist.

Wiederkehrende Albträume

Mit seinem neuen Partner Chuck Aule soll er im Ashecliffe Hospital, einer Anstalt für geisteskranke Schwerverbrecher, nach einer Mörderin suchen, die spurlos aus ihrer gut bewachten Zelle entkommen ist. Der Ärzteschaft um Dr. Cawley ist nicht zu trauen, spürt Daniels schnell, die Wachleute, das Personal, selbst die befragten Insassen benehmen sich auffallend, und auch der Partner macht sich verdächtig.

Während er von immer wieder kehrenden Albträumen gepeinigt, in dem ihm die Toten des Arbeitslagers von Dachau, das er mitbefreite, erscheinen und seine tote Frau vor ihm in Flammen aufgeht, verstärkt sich die Isolation Daniels', der entschlossen ist, dem Geheimnis der Insel auf die Spur zu kommen. Ihm schwant Unfassbares, und doch ist er auf dem Holzpfad.

Cast Crew

Genre Drama/ThrillerKinostart 25.02.2010Verleih ConcordeJahr 2010Länge138Regie Martin ScorseseDarsteller Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Sir Ben Kingsley, Michelle Williams, Max Sydow

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