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Mel Gibson spielt in "Auftrag Rache" einen Bostoner Cop und alleinstehenden Witwer © getty

In Martin Campbells Update der BBC-Minserie "Edge of Darkness" überzeugt Mel Gibson in jeder Hinsicht, die Story nur teilweise.

Gerade erst konnte der Bostoner Cop und alleinstehende Witwer Thomas Craven seine 24-jährigen Tochter Emma bei ihrem ersten Besuch seit Jahren wieder in die Arme schließen, da muss er mit ansehen, wie sie von einem Unbekannten erschossen wird.

Während die Polizei vermutet, der Schuss habe eigentlich ihm gegolten, verfolgt Craven eine andere Theorie und ermittelt auf eigene Faust.

Schnell findet Craven heraus, dass Emma geheime Informationen über ihren Arbeitgeber Northmoor besaß, und gerät damit selbst ins Fadenkreuz.

Aus der Kino.de-Kritik:

Martin Campbells Actionthriller unterstreicht, dass auch nach mehrjähriger Leinwandpause Vergebung ausgeschlossen ist, wenn Mel Gibson Vergeltung sucht.

"Payback -Zahltag" - darauf versteht sich der Weltstar.

Die Rolle im neuen Film von Martin Campbell ("Casino Royale") ist Mel Gibson somit auf den Leib geschrieben, der das Beste aus dem macht, was die Dramaturgie zulässt.

Ein malerisches, digital perfektioniertes Nachtpanorama eines Sees, aus dem drei Leichen an die Oberfläche treiben, verdeutlicht die tödliche Wahrheit hinter der behaupteten Unschuld, die Gibsons Gegnern als Tarnung dient.

Die Regierung hat ihre Finger im Spiel

Ein ähnlich starkes Bild eines ironisch gebrochenen Gegensatzes zeigt später das völlig verglaste Büro des eiskalten, alles andere als transparenten Drahtziehers.

Was er und seine Mittäter zu vertuschen versuchen, muss Gibsons Detective Craven mit Faust und Kugeln ermitteln, nachdem seine Tochter vor seinen Augen bei einem Drive-By-Shooting erschossen wurde.

Die Spur führt zu ihrem in Todesangst lebenden Freund und schließlich zum Chef einer Firma (gewohnt skrupellos: Danny Huston), die in Zusammenarbeit mit Regierungskreisen zivil auf dem Gebiet der Kernfusion forscht, tatsächlich aber militärische Ziele verfolgt.

Schneller als der untersuchende Pathologe erkennt der Zuschauer, dass Gibsons Tochter an den Folgen einer nuklearen Verstrahlung litt.

Das Drehbuch, ein Update von Campbells erfolgreicher BBC-Miniserie "Edge of Darkness", macht daraus so wenig ein Geheimnis wie aus der Identität des Hauptverantwortlichen und seiner Hintermänner.

Sprunghaft und actionlastig

So bleibt das größte Mysterium zum einen, warum ängstliche Zeugen sterben müssen, der furchtlose Cop aber nicht, zum anderen, wohl damit verbunden, das Verhalten eines von der Allianz des Bösen beauftragten Cleaners (Ray Winstone), der undurchschaubar bleibt, bis er im Finale denkwürdig Stellung bezieht.

Dass die Produktion von "Auftrag Rache" nicht unproblematisch war, dass die Story zum Ende hin sprunghaft, actionlastig und nicht immer nachvollziehbar wirkt, ist dem Film anzusehen.

Größerer Schaden bleibt jedoch aus, denn als harter Rachethriller funktioniert der Film, weil Gibson Schmerz und Zorn wie auch die Professionalität eines cleveren Cops glaubwürdig vermittelt.

Seine Szenen mit Winstone, in der sich beide abtasten, sind echte Highlights eines Thrillers, der neben dem Auftrag Unterhaltung und auch so manchen moralisch unterdrückten Zuschauerwunsch erfüllt.

Cast Crew

Genre Action/ThrillerKinostart 11.03.2010FSK ab 16Verleih Wild Bunch (Central)Jahr 2010Länge117Regie Martin CampbellDarsteller Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston, Bojana Novakovic, Shawn Roberts

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