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Rizwan Khan leidet am Asperger Syndrom, einer seltenen Form des Autismus © getty

In dem gesellschaftskritischen Drama treffen Holly- und Bollywood aufeinander. Eine ungewöhnliche, aber sehr gelungene Mischung.

Rizwan Khan ist ein Moslem aus Mumbai, der am Asperger-Syndrom leidet.

Seine Liebe gehört der Hindu Mandira - ganz zum Missfallen ihrer Eltern. Dennoch folgen die beiden ihrem Herzen und wandern in die USA aus, wo sie heiraten und ein neues Leben beginnen.

Nach den Anschlägen auf das World Trade Center muss das junge Paar feststellen, dass die Stimmung im Land radikal umschlägt.

Am Flughafen von L.A. kommt es zum Konflikt mit der Polizei: Was nur ein Symptom seiner Krankheit ist, wird als Akt der Bedrohung empfunden. Rizwan wird verhaftet. Und kämpft danach darum, dass sein Name reingewaschen wird.

Aus der Kino.de-Kritik:

Bollywood at it's very best: Karan Johar schickt den indischen Superstar Shah Rukh Khan auf politische Mission durch die USA - tanzend, singend und Gutes tuend.

"Mein Name ist Khan. Und ich bin kein Terrorist".

So lautet das Mantra des um die Zeit des 11. Septembers in die USA eingewanderten Inders Rizvan Khan. Shah Rukh Khan, genannt "King Khan", verkörpert ihn und auf den ersten Blick reibt man sich verwundert die Augen.

Denn Khan ist a) gläubiger Muslim und leidet b) an einer autistischen Störung. Das macht ihn schon bei jeder Flughafenkontrolle höchst suspekt und widerspricht eigentlich den Regeln des (fast) ausschließlich auf Emotionen und Positivismus aufbauenden Bollywood-Kinos.

Vergleich mit "Forrest Gump"

Doch Regisseur Karan Johar, spätestens seit "Sometimes Happy, Sometimes Sad" (2001) auch dem nicht-indischen Publikum ein Begriff, wagt mit "My Name Is Khan" einen Spagat, verknüpft Bollywood mit Hollywood, gut gelaunte Unterhaltung mit ernstem Anspruch und Gesellschaftskritik.

Eine Liebesgeschichte erzählt er, ein Rassismus-Drama und auch ein Roadmovie, das ganz in der Tradition von "Forrest Gump" steht.

Khan wird zur "persona non grata"

Gump ist hier Khan, ein junger Mann aus Mumbai, der am Asperger Syndrom leidet, einer Form des Autismus.

In San Francisco lernt er die allerziehende Mandira (sympathische Augenweide: Kajol) kennen und lieben. Gegen den Willen der Eltern - Mandira ist Hindu und so keine "geeignete" Partie für einen Muslim - heiraten die beiden.

Die Ehe steht unter einem unglücklichen Stern, Khan wird des Terrorismus verdächtigt und zur persona non grata. Was er nicht auf sich sitzen lassen kann und beschließt, den US-Präsidenten aufzusuchen und zur Rede zu stellen.

Khan findet die Balance

165 Minuten irrt Khan durch die USA, den Kopf legt er dabei zur Seite, wiederholt jeden Satz zehn Mal und schließt vor der Farbe Gelb erschrocken die Augen.

Leicht könnte dies albern oder übertrieben wirken, doch Khan gelingt es erstaunlich gut, schauspielerisch mit Leinwandkranken wie Tom Hanks und Tom Cruise mitzuhalten. Er findet intuitiv die feine Balance zwischen anrührend und zupackend, weiß die Sympathien auf seiner Seite zu bündeln.

Ganz Gutmensch rettet er etwa zahlreichen (schwarzen) Bewohnern eines von einem Hurrikan verwüsteten Dorfs das Leben, übernimmt klassische amerikanische Heldentugenden und kommentiert so die seit den 9/11-Anschlägen veränderte Wertewelt der US-Gesellschaft.

Bollywood lässt grüßen

Gleichzeitig bleibt der Film jedoch den erzählerischen und bildlichen Mitteln seines Kulturkreises treu.

Knallig-bunt sind die Farben, glasklar und von Werbeästhetik bestimmt die Bilder von Kameramann Ravi K. Chandran, erlesen ist das Produktionsdesign Sharmishta Roys, das sicher auch davon profitiert, dass in der A-Klasse-Produktion arabisches Geld steckt.

Die in Zeitlupe getauchten Schmachtblicke fehlen nicht ebenso wie wohl choreographierte Tanzeinlagen und ziehende Wolken, die westlich aufgepeppte Musik reißt mit und der finale Handschlag mit Barack Obama stimmt versöhnlich. "Happy Days Are Here Again" geh.

Cast Crew

Genre DramaKinostart 10.06.2010FSK 12Verleih FoxJahr 2010Länge128 MinutenRegie Karan JoharDarsteller Shah Rukh Khan, Kajol, Katie A. Keane, Kenton Duty, Benny Nieves, Christopher B. Duncan u.a.

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