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Vereinigung zweier Alt-Stars: Bruce Willis (M.) und Morgan Freeman (l.) © SPORT1

Die prominent besetzte Komödie zeigt augenzwinkernd ungewöhnliche Actionhelden, die die Sicherheit der Rente fürchten.

Frank, Joe, Marvin und Victoria waren einmal ein Team, das im Auftrag der C.I.A. lästige Probleme erledigte, meist mit fataler Konsequenz.

Als Pensionisten langweilen sich die Exagenten zu Tode, bis Frank von einem Killerkommando Besuch bekommt und damit in alte Gewohnheiten zurückfallen muss.

Seine Exkollegen werden es ihm gleichtun, weil auch sie auf einer Abschussliste stehen und nun reagieren müssen.

Warum jemand sie töten will, wissen sie nicht, wohl aber, dass sie schon lange nicht mehr so viel Spaß hatten.

Aus der Kino.de-Kritik

Den Status als älteste Actionrentner, mit insgesamt 232 Jahren immer noch von Martin Brests dreiköpfiger "Rentnergang" (1979) besetzt, kann "R.E.D." zwar nicht für sich beanspruchen, doch härter hat man Pensionisten im Kino noch nicht gesehen.

Der Bodycount, den Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich und Helen Mirren im Kampf gegen mysteriöse Killer für sich verbuchen können, ist so beachtlich wie die Story fantastisch, die sich in einem völlig realitätsfreien Raum entwickelt. Kein aufgeschreckter Nachbar ist somit in Sicht, als vermummte Gestalten das Haus von Frank Moses mit Kugeln durchsieben und diese nächtliche Störung bitter büßen müssen.

Expedition ins Risiko

Der Ex-Vollstrecker der C.I.A., der sich als Rentner zu Tode gelangweilt hat, geht sofort auf Actiontour, schnappt sich als Präventivmaßnahme die charmante Callcenter-Dame Sarah, die er nun auch in Gefahr wähnt. Sarah, die Frank nur von Telefonaten kennt, ist anfangs nicht begeistert, dass er sie zum Schutz aus ihrem Leben reißen will und - schlimmer noch - keine Haare mehr hat.

Doch als Abenteurerin in Wartestellung gibt sie ihren Widerstand bald auf und genießt die Expedition ins Risiko, auf der Frank ehemalige Teammitglieder aus dem Ruhestand holt, die ebenfalls auf der Abschussliste stehen. Ein zurückliegender Einsatz, dessen Spuren von der C.I.A. verwischt werden sollen, wird vom Drehbuch des Brüderpaars Jon und Eric Hoeber als McGuffin platziert, der die Fronten etabliert.

Shootouts, Verfolgungsjagden, Explosionen

Wichtiger als die Motive sind dem Film aber die Konfrontationen, die mit Shootouts, Verfolgungsjagden, knackiger Handarbeit, Explosionen und schließlich auch einem Attentat alles aufbieten, was im Genre Standard ist. Ein absurder Ton mit vielen Überzeichnungen ist dabei auffällig und auch beabsichtigt, durchdringt den Film mit Situationskomik und entfernt ihn damit von der Comicvorlage von Warren Ellis, die nur auf Härte setzte.

Lacher durch alle Zuschauerreihen sind damit zwar nicht immer garantiert, doch Helen Mirren mit Maschinengewehr und John Malkovich als paranoider Ex-Agent zwischen Kleinkind und Killer sind Attraktionen mit Überraschungsmomenten, während der Hauptheld im Bruce-Willis-Modus Vertrautes für die Fankurve bietet. Ernst nimmt sich "R.E.D." nie, seine formale Gestaltung aber schon, zählt doch diese Actionkomödie von Robert Schwentke ("Die Frau des Zeitreisenden") nicht nur zu den bestbesetzten, sondern, dank Florian Ballhaus, auch zu den bestfotografierten Genrefilmen dieses Jahres.

Genre Action/KomödieKinostart 28.10.2010Verleih ConcordeJahr 2010Regie Robert SchwentkeDarsteller Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich, Helen Mirren, Karl Urban u.a.

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