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Die friedlichen Zeiten sind für Greck Focker erstmal wieder vorbei © SPORT1

Greg Focker kommt nicht zur Ruhe. Nachdem sich die Beziehung zu seinem Schwiegervater entspannt hat, kommen dunkle Wolken auf.

Nach vielen Jahren endloser paranoider Prüfungen scheint es Greg Focker geschafft zu haben. Sein erzkonservativer misstrauischer Schwiegervater respektiert ihn endlich, vertraut ihm sogar die Führung der Familie an, sollte ihn sein krankes Herz einmal für immer im Stich lassen.

Doch der Focker-Frieden ist beendet, als Jack Byrnes Fockers berufliche Beziehung zu einer attraktiven Pharmavertreterin missversteht und in der Folge den über die Jahre entspannten Schwiegersohn wieder unter Strom setzt.

Aus der Kino.de-Kritik

Unter dem neuen Regisseur Paul Weitz ("Reine Chefsache") zeigt Hollywoods populärste Kinosippe Linientreue zum alten Erfolgsrezept, das Komische im Peinlichen zum Spaß des Zuschauers auszukosten.

Aller Erwartungen zum Trotz wirkt Ben Stillers in den Vorgängerfilmen chronisch gedemütigter Krankenpfleger endlich eine Spur gereift und in der Lage, seinem paranoiden und erzkonservativen Schwiegervater die Stirn zu bieten.

Machtübergabe an "El Stiffo"

Das Verhältnis von "El Stiffo" zum Schwiegersohn scheint zu Beginn ungewöhnlich entspannt und gipfelt in einer angekündigten Machtübergabe, als der herzgeschwächte DeNiro Vorbeitungen für seine Nachfolge trifft und Stiller zum "Godfocker" ernennt.

Diese Prämisse böte komischen Spielraum, wenn etwa nun Focker aus seinem Schatten treten, Paten-ähnliche Züge und damit Autorität, ja sogar einen Bedrohungsfaktor entwickeln würde - mit allen Nebenwirkungen für sein dann wohl entsetztes Umfeld inklusive.

Kalter Krieg dank Jessica Alba

Diesen Weg aber geht das Skript nicht, konstruiert stattdessen eine fortschreitende Demontage des neu gewonnenen Status' durch ein Misstrauens- und Verwechslungsszenario, das den Kalten Krieg zwischen Focker und Byrnes wieder anheizt.

Katalysator dafür ist Jessica Albas verführungsmotivierte Pharmavertreterin Andi Garcia, die ob ihres männlichen Vornamens DeNiro zunächst an der sexuellen Orientierung von Focker, später dann ob ihrer weiblichen Attribute an seiner Treue zweifeln lässt.

Rückkehr des Rivalen

Durch die so wieder geschwächte Position Fockers bringt sich auch sein ewiger Rivale Kevin (Owen Wilson) wieder in Stellung.

Neben dem Running Gag von Kevins schier unbegrenzten irdischen Fähigkeiten und kosmischen Sensibilitäten entwirft das Drehbuch die vertrauten Peinlichkeitsspitzen für Focker, der zum Thanksgiving-Puter verletzt den Bluter gibt, seinen Schwiegervater unter einer Wagenladung Sand begräbt und dessen tabletteninduzierte Dauererektion selbst mit einer Spritze in die Problemzone beseitigen muss.

"Little Fockers" außer Rand und Band

Slapstick und Situationskomik, Markenzeichen des Focker-Franchises, dürfen die Focker-Fans also auch vom dritten Teil erwarten, der sich ungeachtet des Originaltitels "Little Fockers" klugerweise nicht auf die Jüngsten, sondern auf die Beziehung zwischen Stiller und DeNiro konzentriert.

So sind die beiden Männer eigentlich die komischen Kleinkinder, obwohl auch Teil 3 wie schon die Vorgänger das Potenzial dieses Duells nicht ausspielt. Verglichen damit geben die Focker-Oldies, Barbra Streisand und Dustin Hoffman, nur ein kurzes Gastspiel - wie auch Harvey Keitel, der sich viele Jahre nach "Taxi Driver" wieder mit DeNiro anlegen muss.

Genre KomödieKinostart 23.12.2010Verleih ParamountJahr 2010Regie Paul WeitzDarstellerRobert De Niro, Ben Stiller, Owen Wilson, Dustin Hoffman, Barbra Streisand, Jessica Alba

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