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Keira Knightleys bekannteste Rolle ist wohl die der Elizabeth Swann in "Fluch der Karibik" © getty

Joanna und Michael sind lange ein Paar, doch nach einer Krise kommt ihre Liebe und damit ihre Ehe erneut auf den Prüfstand.

Mit internationalen Stars prominent besetzter und sensibel inszenierter Beziehungsfilm über Liebe, Versuchung und Treue.

Wie man Ereigniskino auch im Alltäglichen verwurzeln und inszenieren kann, zeigt das Regiedebüt von Drehbuchautorin Massy Tadjedin ("The Jacket"), das um die ganz normalen Dinge des Lebens kreist, dabei aber in der Beobachtung von Menschen und Emotionen Außergewöhnliches leistet.

Den Beweis tritt Tadjedin bereits in einer längeren, den Film eröffnenden Partysequenz an, in der drei der vier zentralen Charaktere samt Beziehungsstatus und dessen möglicher Veränderung über Blicke und Gesten eingeführt werden.

Aus der Kino.de-Kritik

Misstrauisch beobachtet Joanna (Keira Knightley), wie Ehemann Michael ("Avatar"-Star Sam Worthington) mit seiner attraktiven Kollegin Laura (Eva Mendes) flirtet. Bei der Rückfahrt im Auto liegt Spannung in der Luft, die sich zuhause in Joannas eifersüchtigen Vorwürfen entlädt, die Michael im Laufe der Nacht als grundlos entschärft.

Am nächsten Morgen ist Versöhnung scheinbar realisiert, allerdings geht Michael auf eine zweitägige Geschäftsreise, auf der ihn seine Kollegin begleiten wird. Ehefrau Joanna trifft währenddessen zufällig den Mann aus Paris wieder, mit dem sie die Erinnerung an eine vor ein paar Jahren erfahrene, aber nicht ausgelebte Liebe teilt.

Die folgende Nacht wird für beide Ehepartner eine Prüfung, ob der Versuchung widerstanden und das fragile Vertrauen gerechtfertigt werden kann.

Erotische Atmosphäre

Ein Hauch von "Hautnah" liegt in der Luft, wenn Tadjedin alternierend zwischen den romantischen Minenfeldern surft, die Figuren feinfühlig beobachtet, die Emotionen ausgewogen dosiert und mit guten Dialogen die Themen analysiert - zwischen Liebe und Sex, Treue und Verführung, Routine und Reiz.

Erotisch aufgeheizt ist die Atmosphäre, wenn Eva Mendes mit all ihren Attributen versucht, Worthingtons Defensive zu knacken, doch der Schwerpunkt des Films liegt auf dem anderen Schauplatz, auf Knightleys Figur, in deren Beziehung zum französischen Freund tiefere Gefühle involviert sind.

Viel Lob für alle Beteiligten

Der Film spielt subtil mit dem Gedanken an Alternativkonstellationen, weist Frankreichs Star Guillaume Canet eine Nebenrolle mit Tiefgang und Regisseur Griffin Dunne als dessen smarten, charmanten und erfrischend direkten Freund die beste Rolle seit vielen Jahren zu.

"Last Night" unterhält klug und nie missionarisch, ist auffällig in seinen Darstellerleistungen, der atmosphärischen Musik Clint Mansells, im cleveren Schnitt von Woody Allens Cutterin Susan E. Morse und in der Zurückhaltung von Autorin und Regisseurin Tadjedin, die am Ende Knigthley nur Luft holen und damit vielleicht alles sagen lässt.

Genre DramaKinostart 30.12.2010Verleih NFP (Drei-Freunde)Jahr 2010Regie Massy TadjedinDarsteller Keira Knightley, Sam Worthington, Eva Mendes, Guillaume Canet, Griffin Dunne, Daniel Eric Gold.

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