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Lemuel Gulliver (Jack Black) fühlt sich auf Liliput zuweilen eingeengt © SPORT1

Jack Black schlüpft in die Rolle eines Mannes, der vom Gescheiterten in Sachen Romantik und Job plötzlich zum echten Riesen wird.

Von wahrer Größe kann Gulliver, kleiner Bürobote und verliebt in die unerreichbare Redakteurin Darcy, nur träumen. Bis er Darcy durch Betrug überzeugt, ihn für einen Reisebericht auf die Bermudas zu schicken, wo Gulliver nach einem Sturm auf der Insel Liliput landet.

Hier sind alle und alles winzig klein, wird Gulliver zum Helden und romantischen Kuppler für die unglücklich verlobte Prinzessin. Das jedoch und der Status Gullivers erregt den Zorn des schmierigen Verlobten, der den Riesen zu Fall bringen möchte.

Aus der Kino.de-Kritik

In der bisher aufwendigsten Verfilmung von Jonathan Swifts Klassiker muss Jack Black im Land der Liliputaner wahre Größe lernen.

Swifts berühmtestes Buch war eine Satire für Erwachsene, voll ironischer Skepsis über die Natur des Menschen und sein absurdes irdisches Gegeneinander, hat aber in einer gekürzten Version auch die Kinderwelt erobert.

Genau dieses Publikum vor allem visiert auch das Realfilmdebüt von Animationsfilmer Rob Letterman ("Monsters vs. Aliens") an, das sich der zivilisationskritischen Aspekte entledigt und die Bühne einem erwachsenen Kind überlässt.

Ein Gescheiterter wird zum Held

Eine Paraderolle für Jack Black, der als Lemuel Gulliver rituell mit seinen Actionfiguren spricht, schlampig die Poststelle einer New Yorker Zeitung betreut, heimlich in Reiseredakteurin Darcy (Amanda Peet) verliebt ist und romantisch wie auch beruflich für gelebtes Scheitern steht.

Bis er Darcy mit einem zusammengeklauten Artikel überzeugen kann, ihn auf die Bermudas zu schicken, um dort dem Rätsel des legendären Dreiecks nachzuspüren.

Kaum angekommen, spült ihn eine Wasserwalze an die Küste Liliputs, wo Gulliver erstmals nicht nur durch seine große Klappe auffällt. Als er die Erzfeinde des Minivolks vertreibt und diesem Lügengeschichten über sein spektakuläres Leben auf der Insel Manhattan auftischt, reift das "Biest" zum Volkshelden, damit aber auch zum lästigen Problem eines selbstverliebten Generals.

Ein modernes Liliput-Märchen

Gulliver ist hier die kindliche Antwort auf den für einen Gott gehaltenen Protagonisten in Rudyard Kiplings Kurzgeschichte "Der Mann, der König sein wollte" - in einem Reich des Relaxens allerdings, in dem jeder Wunsch erfüllt und sein Kindskopf-Ego monströs aufgeblasen wird.

Pinkelnd darf er Feuer löschen und damit zum Idol junger Zuschauer aufsteigen - oder seinen kleinen Kumpel Horatio im Geiste von Cyrano und mit Hilfe des Prince-Hits "Kiss" tauglich zur Eroberung von Emily Blunts Prinzessin machen.

Kleine komische Vignetten wie diese, Anspielungen aus Populärkultur und moderner Gesellschaft, die von Gulvin-Klein-Unterwäsche über "Transformers" bis hin zu "Das Imperium schlägt zurück" reichen, machen den Reiz dieser Komödie aus.

Nachträgliche 3D-Konvertierung

Überraschend wenige Gags spielen die Größenunterschiede aus, andere werden übereilt präsentiert, wie etwa in der wirklich witzigen, aber zu kurzen Sequenz im Land der Riesen, in der Gulliver das brave Püppchen für ein verzogenes XXXL-Mädchen geben muss.

Dass ausgerechnet Black Amanda Peet aus dem Beziehungsnotstand holt, passt zum märchenhaften Ton dieses Familienspaßes, zu dessen meist überzeugenden Effekten die nachträgliche 3D-Konvertierung nicht zählt.

Zumindest in dieser Hinsicht kommt, dem Untertitel zum Trotz, nichts Großes auf uns zu.

Genre Komödie (USA)Kinostart 10.02.2011VerleihFoxJahr 2010Regie Rob LettermanDarstellerJack Black, Jason Segel, Emily Blunt, Amanda Peet u. a.

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