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David Norris (l.) ist nach der verlorenen Wahl zum Senator auf der Flucht © getty

Eine Jugendsünde verbaut Polit-Star Norris den Aufstieg. Gott hilft aus. Menschliche Bedürfnisse durchkreuzen aber dessen Plan.

Die Wahl zum Senator soll der vorläufige Höhepunkt in der Karriere von David Norris werden. Doch dann kommt alles anders: Der hoffnungsvolle Politiker wird von einer Jugendsünde eingeholt - ein gefundenes Fressen für die Presse.

Norris verliert die Wahl, womit Gottes Plan über den Haufen geworfen wird. Plötzlich wird er von Männern heimgesucht, die ihn mit göttlichem Segen wieder auf Kurs bringen und langfristig ins Weiße Haus führen wollen.

Doch Norris' Liebe für Ballerina Elise gefährdet auch diesen Plan. Denn Liebe auf den ersten Blick und die Verschiebung von Prioritäten ist darin nicht vorgesehen.

Aus der Kino.de-Kritik

Romantisches Drama, in dem sich Matt Damon und Emily Blunt unsterblich verlieben und damit göttliche Pläne sabotieren.

Im Kino steht Himmel im Schatten der Hölle. Damit hat "Der Plan" verlorenes Terrain zurückzuerobern, thematisiert wie Michael Powells "Irrtum im Jenseits" einen Lernprozess ganz oben, nicht ohne Seitenhieb allerdings auf das evolutionäre Versagen des Menschen.

Philip K. Dick, auf dessen Storys schon "Blade Runner" oder "Minority Report" zurückgehen, liefert dem Regiedebüt von "Ocean's Twelve"-Autor George Nolfi mit einer weiteren Kurzgeschichte das Grundkonzept vom fremdbestimmten Leben, das göttlichen Entwürfen folgt.

Die Dummheit aus der Collegezeit

Regelabweichungen kommen vor, werden aber von bürokratischen Beobachtern, hier nur einmal Engel genannt, für den Menschen unmerklich korrigiert - auch durch Gedächtniseingriffe.

Einen solchen bei seinem besten Freund beobachtet geschockt der junge Politstar David Norris (Matt Damon) und erfährt, dass er der Auslöser dafür sei, alles aber zu seinem Wohl und der Welt geschehe.

Denn kurz vor dem sicheren Sieg bei der Wahl zum Senator war Norris von einer Dummheit aus seiner Collegezeit eingeholt und dafür von der Presse hingerichtet worden, soll nach dem Scheitern wieder auf Kurs und langfristig ins Weiße Haus gebracht werden.

Liebe zu Ballerina ändert Prioritäten

"Der Plan" allerdings ist gefährdet, weil das Polittalent sich auf den ersten Blick in Ballerina Elise (Emily Blunt) verliebt hat und damit seine Prioritäten ändern könnte.

Als Norris mit Schweigeschwur wieder ins normale Leben entlassen wird, versucht er seine Traumfrau wiederzufinden - eine Reunion, die die Himmelsboten immer wieder zu sabotieren versuchen.

Plädoyer für Recht auf freien Willen

Ein Faible für Fantasy ist hilfreich, will man diese Prämisse ernst nehmen, die im Grunde aber nicht alberner ist als Exorzismen, Rachefeldzüge von Erzengeln und andere Filmgeschichten mit religiösem Überbau.

Autor-Regisseur Nolfi nutzt sie für ein Plädoyer für die Liebe und das Recht auf freien Willen, der im realen Leben allerdings von den Menschen selbst eingeschränkt wird.

Das christliche Leitmotiv mit göttlichem Denker und Lenker ist nicht jedermanns Sache, aber bereits in Dicks Vorlage mit "The Old Man" angelegt, von der Nolfi nur wenig übernimmt und mit Anleihen bei Wim Wenders, J.J. Abrams' Hitserie "Fringe", ja vielleicht sogar Franz Kafka ergänzt.

Thrill, Eleganz - und Matt Damon

Der Plot entwickelt sich bedächtig, auf die Figuren konzentriert, mit reduziert dramatischem Zug, aber zunehmender Action, die einmal fast ohne Gewalt und übertriebene Bedrohungselemente auskommt.

"The Plan" ist ein familienfreundlicher Film - mit romantischem Thrill, visueller Eleganz, atmosphärischem Soundtrack und Star Matt Damon, der nach "Hereafter - Das Leben danach" auch mit Emily Blunt im Paranormalen die große Liebe findet.

Genre Thriller/Mystery (USA)Kinostart 10.03.2011Verleih UniversalJahr 2011Regie George NolfiSchauspieler Matt Damon, Emily Blunt, Anthony Mackie, John Slattery, Michael Kelly, Terence Stamp, u.a.

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