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"Ohne Limit" heißt im Originaltitel "Limitness" © getty

Ein erfolgloser Autor mit Lustlosigkeit findet durch eine Droge in die Erfolgsspur - und zu gefährlichen Nebenwirkungen.

Eddie Morra ist am Boden. Aufgrund chronischer Lustlosigkeit und Schreibblockade bleiben Erfolge als Autor so illusionär wie die als Mann, denn nach der Hoffnung hat ihn auch seine geduldige Freundin Lindy verlassen.

Als ihm der Zufall jedoch die geheim entwickelte Designerdroge NZT in die Hände spielt, steigt der Loser kometenhaft zum Winner auf.

Grenzen scheint es für Eddies Genialität nun nicht mehr zu geben - bis auf jene, die ihm die Nebenwirkungen der Droge und andere, sehr gefährliche Konsumenten setzen.

Aus der Kino.de-Kritik

Neil Burgers Film über eine mental stimulierende Wunderdroge ist eine Warnung an unvorsichtige Konsumenten, aber eine Empfehlung für Thrillerfans.

Der vierte Spielfilm Burgers ("The Illusionist") ist sein bislang systemfreundlichster, ein Mix aus Aufstiegsmärchen und Junkiethriller mit düster-paranoiden, aber auch selbstironisch-witzigen Einschüben.

Cooper führt durch das Geschehen

Protagonist Eddie Morra ("Hangover"-Star Bradley Cooper), ein antriebs- und erfolgloser Schriftsteller, ist der sympathische Tourguide für den Zuschauer bei der rauschhaften Fahrt vom Kneipentresen ins Luxuspenthouse.

Zu Beginn des Drehbuchs von Leslie Dixon ist Eddie im freien Fall, droht nach Freundin Lindy (Abbie Cornish) wegen chronischer Schreibblockade auch seinen Buchvertrag und damit endgültig die Perspektive zu verlieren, sich als Autor durchsetzen zu können.

Faulheit und Drogen

Eddie ist faul, aber nicht dumm, weshalb die neue, geheim entwickelte Designerdroge, die ihm sein Ex-Schwager zum Probieren anbietet, auf halbwegs fruchtbaren Boden stößt.

NZT wirkt sofort, lässt Eddie die Kapazität seines Gehirns zu hundert Prozent nutzen, macht ihn zum genialen und furchtlosen Erfolgsmenschen, der in kürzester Zeit jede Sprache lernt, Zugriff auf alles hat, was er je gelesen oder gehört hat, als Charmemagnet seine Freundin zurückgewinnt und als Daytrader die Wall Street erobert.

Kometenhafter Aufstieg

Natürlich ist die Luft ganz oben wie bei jedem kometenhaften Aufstieg sehr dünn, vor allem, wenn der Nachschub an NZT begrenzt und das Absetzen der Droge tödlich ist, Eddie einen Riesendeal für einen Wall-Street-Magnaten (Robert De Niro) durchziehen und gleichzeitig einen Killer wie auch einen russischen Kredithai auf Distanz halten muss.

Eine Story weckt Begehrlichkeiten

Eine fantastisch angehauchte Story wie diese weckt in Hollywood üblicherweise Begehrlichkeiten, sie mit Action und Effekten aufzuheizen und im Finale, nach Läuterung des Helden, wieder auf genormte Konfektionsgröße in moralischer Lebensführung zurückzufahren.

Kein Overkill

Wenig davon ist hier sichtbar. Burger bleibt vergleichsweise moderat, meidet Overkill und Hi-Tech, setzt auf rauschhafte Speedzooms, Filtereinsatz und Objektivwechsel, unterstützt von einem Skript, das statt der erwarteten Sag-Nein-zu-Drogen-Kampagne eine Lösung anbietet, die Nebenwirkungen und Gefahren nicht ignoriert, aber die Rettung durch die Droge, nicht durch Verzicht darauf möglich macht.

Drogen nicht im Vordergrund

Dass "Ohne Limit" den Dingen, vor allem dem Hintergrund der Droge, nicht wirklich auf den Grund geht, verzeiht man gerne, weil Burgers Film dank zunehmendem Thrillerton spannend bleibt und mit seinem Protagonisten, der einige richtige Entscheidungen trifft, bis zum Schluss nicht nur einen klaren Kopf behält, sondern diesen auch feiert.

Genre: Thriller/DramaKinostart: 14.04.2011Verleih: ConcordeJahr: 2011Regie: Neil BurgerSchauspieler: Bradley Cooper, Abbie Cornish, Robert De Niro, Anna Friel, Andrew Howard

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