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Fassbender (r.) verfällt als C.G. Jung ausgerechnet Patientin Sabina (Knightley) © getty

C.G. Jung gerät in Gewissenskonflikt, weil er sich ausgerechnet in seine Patientin verliebt und sucht Rat bei Übervater Freud.

Carl Gustav Jung, Leiter einer psychiatrischen Klinik, wendet Sigmund Freuds Psychoanalyse bei seiner Patientin Sabina Spielrein an.

Die Frau - schön, aggressiv und gebildet - leidet unter hysterischen Anfällen. Der verheiratete Wissenschaftler verliebt sich in sie und beginnt 1906 aufgrund dieser "therapeutischen Grenzverletzung" mit Freud zu korrespondieren.

Die Analyse Spielreins endet, als ihre Beziehung bekannt zu werden droht. Jung lässt die Frau fallen, die daraufhin bei Freud vorspricht, um nun selbst Psychiaterin zu werden.

Aus der Kino.de-Kritik

Drama über die wechselhafte Beziehung zwischen Sigmund Freud und C.G. Jung und dessen verbotene Liebe zu einer Patientin.

Der Originaltitel "A Dangerous Method" weist schon auf die in den Anfängen der Psychoanalyse umstrittene Methode von Sigmund Freud und gleichzeitig auf die Gefahr einer Affäre von C.G. Jung hin, die nicht nur die Freundschaft zwischen den Männern gefährdete, sondern auch Jungs Ehe.

Nach dem Theaterstück "The Talking Cure" von Christopher Hampton, der sich von John Kerrs Studie "A most dangerous Method: The Story of Jung, Freud and Sabina Spielrein" inspirieren ließ, inszeniert David Cronenberg, Meister der sexuellen Obsessionen, einen fulminanten Ritt durch Abgründe und Ambivalenzen von Analytikerseelen.

Jung gerät in den Sog

Da ist der knapp 30-jährige aufstrebende C.G. Jung, der seinen Übervater Sigmund Freud verehrt, aber selbst neue Methoden der Heilung entwickeln möchte und bei seiner ersten Patientin 1904 in den Sog einer gefährlichen Sadomaso-Liebe gezogen wird, angestoßen von Patient und Kollege Otto Gross, der sexuelle Freiheit predigt und praktiziert und Jung Hemmungen überwinden lässt.

Die hochbegabte und hypersensible Russin Sabina Spielrein, die später selbst Analytikerin wird, verführt Jung, er verliert die Achtung von Freud, da er gegen die elementarste Regel des Arzt-Patienten-Verhältnisses verstoßen hat und sich der "dunklen Begierde" hingibt.

Als Jung die Geliebte verlässt, spielt sie Freud gegen ihn aus und studiert beim "Konkurrenten".

Beobachtung unter dem Brennglas

Cronenberg lässt wenig Emotionen zu und beobachtet seine Figuren und ihre Lebensläufe distanziert wie unter einem Brennglas und zeigt dabei, wie sich die junge Frau nicht nur von ihrer Krankheit befreit, sondern auch von Zwängen der Gesellschaft.

Sie ist am Ende die Gewinnerin in der intellektuellen Dreiecksbeziehung, wenn ein in sich zerrissener Jung seine "Neukollegin" um Rat fragt.

Exquisite Ausstattung, viel Zeitkolorit und die Kamera von Peter Suschitzky, die eine Atmosphäre der Irritation vermittelt und das Theaterhafte unterstreicht, machen den Film optisch zu einer runden Sache.

Fassbender sensationell

Im Mittelpunkt stehen geschliffene Gespräche und der tiefgründige Briefaustausch der beiden Psycho-Experten, ein Vergnügen nicht nur für den Verstand.

Keira Knightley gerät manchmal an die Grenze zum Overacting und darüber hinaus, was aber aufgefangen wird von Viggo Mortensen als wohl temperiertem Freud und einem sensationell agierenden Michael Fassbender, als Mann, der an den eigenen Widersprüchen und Ansprüchen scheitert.

Genre: DramaKinostart: 10. November 2011Verleih: UniversalJahr: 2011Regie: David CronenbergSchauspieler Michael Fassbender, Keira Knightley, Viggo Mortensen, Vincent Cassel, Sarah Gadon

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