vergrößernverkleinern
Louis Hofmann als Tom Sawyer (r.) und Leon Seidel als Huck Finn (l.) © getty

Die Freunde Tom Sawyer und Huck Finn werden Zeugen eines Mordes. Die Beiden schweigen bis der Verdacht auf den Falschen fällt.

Wäre Faulheit Unterrichtsfach, wäre Tom Sawyer ein Spitzenschüler.

Engagement zeigt er aber in seinen Streichen, in den Abenteuern, die er mit seinem besten Freund Huck Finn erlebt.

Ein bisschen auch in der Liebe, denn Neuankömmling Becky hat er sofort auf dem Radar.

Leider gibt es bald massive Störungen, erschüttert doch ein Mord die Idylle am Mississippi.

Tom und Huck haben ihn beobachtet, schweigen aber aus Furcht vor dem Mörder. Bis mit dem liebenswerten Säufer Muff Potter ein Unschuldiger hingerichtet werden soll.

Aus der Kino.de-Kritik

Auch in der deutschen Adaption eines amerikanischen Literaturklassiker bleiben die Abenteuer zweier Jungs vom Mississippi zeitlos kindgerecht unterhaltsam.

Voller Lebenslust laufen Mark Twains berühmte Helden am Ufer eines Flusses mit dem Wind um die Wette, während ein Raddampfer sich durch das Wasser schaufelt.

Von Beginn an versucht "Bibi-Blocksberg"-Regisseurin Hermine Huntgeburth, eine authentische Atmosphäre zu etablieren, auch wenn der Mississippi eigentlich die Havel ist und der historische Mittlere Westen der USA an insgesamt zwölf deutschen Drehorten und in den erhalten gebliebenen Kulissen aus "Unterwegs nach Cold Mountain" rekreiert wurde.

Budgetlimit fällt nur selten auf

6,5 Millionen Euro standen für dieses Projekt zur Verfügung, doch die Beschränkung sieht man der liebevollen Ausstattung und den in warmen Erdtönen gehaltenen Cinemascopebildern meist nicht an, auch wenn gelegentliche Effektshots, der Blick etwa auf Tante Pollys an einen Hügel geklebten Heimatort, das Budgetlimit deutlich machen.

Für Kids zwischen Schuleintritt und Bravo-Abonnement bedeutet das aber Störfaktor Null.

Makatsch mimt Tante Polly

Diese Zielgruppe konzentriert sich auf Helden, mit denen man sich auch heute noch identifizieren kann, weil sie eine Dose, nicht den Kaviar darin, als Schatz betrachten und den Tafelberg in Missouri finden - aus Schokolade.

Sascha Arangos Drehbuch bleibt nah an der Vorlage, verjüngt aber Tante Polly (Heike Makatsch) deutlich.

Krol glänzt als Potter

Auch hier definieren ein von Tom und Huck beobachteter Mord, den der von Rassismus kriminalisierte Indianer Joe dem liebenswerten Säufer Muff Potter anhängt, die Angst der Jungs vor dem Mörder und das Ringen mit ihrem Gewissen alle Schlechtwetteraspekte des Films.

Toms Gefühle für Becky, die Streiche der Jungs und das Streichen eines Gartenzauns, das als Event vermarktet wird, sorgen für sonnige Stimmung.

Die Kinderdarsteller sind gut, auch wenn Luft nach oben bleibt, die beste erwachsene Performance bietet Joachim Krol als Potter - mit einem kindgerechten Touch Überzeichnung, der auch vom Augen aufreißenden Benno Fürmann als Joe vermittelt wird.

Keine Modernisierung

Von Beckys Frühfeminismus abgesehen, lässt der Film sich auf Modernisierung nicht ein und verbal sogar politisch Unkorrektes zu, baut auf die Zugkraft seiner Helden, die Kindheit universell unvergänglich machen.

Den ironischen, sanft-spöttischen Ton, Twains größte Stärke, vermittelt jedoch auch dieser "Tom Sawyer", an dessen Fortsetzung bereits gedreht wird, nicht.

Vermissen werden ihn aber nur die Erwachsenen.

Genre: Kinderfilm/AbenteuerKinostart: 17. November 2011Verleih: Majestic (Fox)Jahr: 2011Regie: Hermine HuntgeburthSchauspieler Louis Hofmann, Leon Seidel, Heike Makatsch, Benno Fürmann, Joachim Krol

Mehr zu den Kino-Highlights der Woche gibt's hier...

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel