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Ralph (m.) hat keine Lust mehr, der Zerstörer zu sein und flieht aus seinem Spiel © getty

Ralph hat genug von der Zerstörerrolle und flieht aus seinem 8-Bit-Game, um ein Held zu sein. Das Chaos nimmt seinen Lauf.

Nach 30 Jahren hat Kraftprotz Ralph genug von der Zerstörerrolle, die er in einem altmodischen 8-Bit-Game ausführen muss.

So verlässt er dieses, betritt modernere Spielewelten, um endlich selbst als Held gefeiert zu werden.

Unbeabsichtigt löst er damit im Action-Game "Hero's Duty" Chaos aus, entdeckt aber im kindlichen Racing-Game "Sugar Rush" eine verwandte Seele.

Denn Power-Göre Vanellope reicht es, als Programmierungsstörung ausgegrenzt zu werden. Sie will mit Ralphs Hilfe Rennchampion und endlich akzeptiert werden.

Aus der kino.de-Kritik

Mit einem vernüglich-verblüffenden Familienfilm über die Sinnkrise eines Videospielbösewichts präsentiert Walt Disney Animation einen Hit mit Spaßgarantie.

"Ralph reicht's" - und wer könnte es ihm verübeln?

30 Jahre versieht er bereits in einer Spielhalle seinen Dienst in einem altmodischen Spiel, das ihn mit der Rolle eines brachialen Zerstörers zum ungeliebten Außenseiter macht, während der strahlende Handwerker-Held das von ihm angerichtete Chaos reparieren und dafür Ruhm und Bewunderung einholen darf.

Symbiose von Tron und Starship Troopers

Mehrere Zuschauergenerationen werden sich mit Ralphs Mission, einmal ein Held zu sein, solidarisieren, auch wenn die Welt der Spiele vielleicht nie selbst besucht wurde.

Denn Herz und Sympathie für die Ausgegrenzten beherrschen dieses originelle 3D-Animationsabenteuer, dem tatsächlich eine Synthese von "Tron", "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Speed Racer" und "Starship Troopers" gelingt.

Ralph will endlich der Held sein

Ausgangspunkt ist Ralph, der sein Game verlässt, um sich in moderneren Spielwelten eine Heldenmedaille zu verdienen.

Damit allerdings gefährdet er die Zukunft seines eigenen Spiels, das ohne ihn für die jungen User sinnlos und damit ausgemustert werden wird.

Regisseur von Simpsons und Futurama

Mit überbordender Fantasie beleuchtet das Animationsteam um Regisseur Rich Moore, Veteran vieler Folgen von "Futurama" und "The Simpsons", alte und neue Games aus der Perspektive der gesteuerten Figuren, überwindet die Barriere zum Player, der mit Leidenschaft begeistert werden muss, um Desinteresse und damit Entsorgung zu verhindern.

Dabei schlägt Ralphs spielerische Heimat die Brücke zu den 1980er Jahren und einer Generation, die sich noch mit 8-Bit-Prozessoren quälen musste, während sein Ausflug ins Actiongame "Hero's Duty" den Kontakt zum Hightech der Gegenwart herstellt, dessen grandiose Auflösung er selbst bestaunt.

Seelenverwandte in Vanellope von Schweetz

Hauptschauplatz aber ist das kindzentrierte Racing-Game "Sugar Rush". Dort entdeckt Ralph in der rotzfrechen, aber liebenswerten und hinreißend benannten Power-Göre Vanellope von Schweetz eine verwandte Seele.

Als deren Orginalsprecherin legt Sarah Silverman die Latte hoch für die deutsche Synchro, die aber im Wirkungsgrad ohnehin überschattet werden wird von originellen Designs, Dialogwitz, Situationskomik und Figuren, die man ins Herz schließen kann oder, wie im Falle von Kommandantin Calhoun aus "Hero's Duty", in einem eigenen Film sehen möchte.

Es reicht also noch lange nicht.

Genre: Trickfilm/KomödieKinostart: 6. Dezember 2012Verleih: Walt DisneyJahr: 2012Regie: Rich Moore

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