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Der britische Schauspieler Martin Freeman spielt in Peter Jacksons "Der Hobbit" die Hauptrolle © getty

"Herr der Ringe"-Regisseur Jackson startet mit dem 3D-Spektakel "Der Hobbit" die nächste Ringtrilogie. Der Film setzt Maßstäbe.

Mit dem Besuch des weisen Zauberers Gandalf verändert sich das beschauliche Leben eines Hobbits für immer.

Zögerlich schließt sich der unbedarfte Bilbo mit Gandalf der Mission von 13 mutigen Zwergen an, die ihr Reich zurückerobern wollen.

Der furchterregende Drache Smaug, der es einst zerstörte, ist seit Jahrzehnten verschwunden.

Doch ist das Monstrum wirklich tot und können die großen Gefahren dieses Abenteuers, darunter gefräßige Orks und wütende Trolle, wirklich von so kleinen Helden überwunden werden?

Aus der kino.de-Kritik

Peter Jacksons Auftakt zur zweiten Ringtrilogie erfüllt die hohen Qualitätsstandards der ersten und setzt, erstmals in 3D, ein visuelles Ausrufezeichen.

"Halt, ihr Narren!", möchte man im Geiste Gandalfs den Unglückspropheten zurufen, die progressive Technik als Rückschritt abqualifizieren, über Tempo 30 im Kino lamentieren und bei allen Zahlenspielen die Bilanz verdrehen.

166 Minuten Spektakelkino

Ja, es werden drei statt zwei Filme und diese mit 48 statt 24 Bildern pro Sekunde gedreht, zudem 13 Zwerge in die Story eingeführt. Doch diese 166 Minuten bieten Spektakelkino von größtem Unterhaltungswert.

Als unbegründet erweisen sich auch die behaupteten Kollateralschäden der verdoppelten Framerate.

Kopf- oder Bauchschmerzen haben also weiterhin primär organische Ursachen, und die Künstlichkeit einiger Bilder liegt in der Natur des Studiodrehs und eines Genres, das Fantasy und eben nicht Reality heißt.

Erst Presto, dann Adagio

Das Artifizielle war weder der ersten Trilogie und schon gar nicht "Avatar" fremd, wurde vom Zuschauer aber, gefangen im erzählerisch-emotionalen Sog, vorbehaltlos akzeptiert.

Das wird auch bei "Der Hobbit" so sein, der wie "Die Gefährten" mit einem Presto beginnt, dann in der Vorstellung seiner Helden ein gesetztes Adagio folgen lässt.

Das ist nicht Tempoverschleppung, sondern Charakterisierung und hat zur Folge, dass man zumindest der Hälfte der Zwerge Persönlichkeiten zuordnen und so ein mögliches tödliches Ende ihrer Reise tatsächlich auch mitfühlen kann.

Martin Freeman als Hauptfigur

Neuzugang im Miniatur-Squat-Team ist der von Martin Freeman sehr nuancenreich gespielte Hobbit.

Die gemeinsam mit Zauberer Gandalf angetretene Mission ist die Rückeroberung des Zwergenreichs, das der Drache Smaug vor Jahrzehnten in Schutt und Asche gelegt hat.

Riesenorks und Trolle satt

Der Drache, Riesenspinnen und der beginnende Einfluss Saurons werden allerdings nur angedeutet, im Fokus stehen ein diabolischer Riesenork, monströse Trolle und Scharen von Orks, denn auch in der zweiten Trilogie ist das Böse auf mehreren Schultern verteilt.

Eine unterirdische Orkschlacht ist die beste von vielen guten Actionsequenzen - voller kinetischer Kamerafahrten wie auch Perspektive- und Schauplatzwechseln. Auch der coolste Schizophrene der Populärkultur hat hier erneut einen unvergesslichen Auftritt.

Das Komische über das Düstere

Vielleicht kann man Jackson vorwerfen, dass er das Zwergeschütteln auf Bäumen oder Brücken übertreibt, vielleicht auch beklagen, dass dem Film ein Schockmoment wie Boromirs Tod fehlt und er, getreu dem Buch, das Komische stets über das Düstere stellt.

Unbestritten aber ist, dass die Bilder in Schärfe und Detailreichtum Maßstäbe setzen, dass Jackson den Raum in 3D spektakulärer denn je durchkreuzen kann, dass auch diese Mittelerdemission echtes Eventkino und trotzdem nur spektakuläres Vorspiel ist.

Denn das Beste wird noch folgen - und wir auch ihm.

Genre: FantasyKinostart: 13. Dezember 2012Verleih: WarnerJahr: 2012Regie: Peter Jackson

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