Sport1.de-Redakteur Rainer Nachtwey lässt das Geschehen des Jahres 2008 in den vier großen US-Sport-Ligen Revue passieren.

Das Jahr 2008 begann mit einem echten Knaller: Die New York Giants besiegten als krasser Außenseiter die bis dato ungeschlagenen New England Patriots im Super Bowl XLII.

Und das Spiel bot mehr als nur den Überraschungssieg. Unvergesslich bleibt David Tyrees Catch, als er den Ball mit einer Hand auf seinem Helm zwischen Rodney Harrison und James Sanders eingeklemmt festhielt. Und davor bereits dieser irre Pass von Eli Manning, als er einen Sack vermied, sich losriss und den Ball auf Tyree warf.

Mein Kollege Tobias Kimmel, der damals für Sport1.de vor Ort war, berichtete mir hellauf begeistert von der Stimmung im University of Phoenix Stadium, in dem eine Mischung aus Hoffen auf die große Sensation und die Perfect Season herrschte.

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Kaum war die Aufregung um den Super Bowl verflogen, sorgte im gleichen Staat ein Trade in der NBA für großen Trubel. Shaquille O?Neal verließ den Sonnenstaat Florida und die Miami Heat, um im Wüstenstaat Arizona mit den Phoenix Suns einen erneuten Anlauf auf seinen fünften Titel zu nehmen. Wie sich später herausstellte, kamen die Suns auch mit Shaq nicht über die erste Runde heraus.

Und auch ein weiterer großer Starspieler des US-Sports sorgte für Wirbel: Brett Favre gab Anfang März seinen Rücktritt bekannt. Nach 18 Jahren NFL wollte er seine Karriere beenden. Wollte, denn nur wenige Monate später kehrte er im Trikot der New York Jets (Spielbericht) eindrucksvoll zurück. Aber dazu später.

Denn im April standen nach all der Aufregung um Favre und den vielen Monster-Trades in der NBA - u.a. Jason Kidd zu den Dallas Mavericks -, erst einmal die NHL-Playoffs an. Allerdings ging die erste Teilnahme von Sidney Crosby mit den Penguins in den Stanley-Cup-Finals bei all dem Heckmeck fast unter. Wie seinem großen Vorbild Wayne "The Great One" Gretzky, blieb "The Next One" der Titel versagt. Der NHL hätte mit Crosbys Niederlage in den Finals nichts Besseres passieren können. Denn besonders in Kanada wurde der TV-Markt angekurbelt und die Euphorie auf die kommende Saison noch gestärkt.

Während Crosby in der NHL den Titel verpasste, durfte in der NBA "The Big Ticket" Kevin Garnett endlich die Meisterschaft feiern. Im Traumfinale setzten sich seine Boston Celtics verdient gegen die Los Angeles Lakers durch. Zwar hatte Boston in den Playoffs bis dato nicht unbedingt überzeugt, zeigte aber den bis zu jenem Zeitpunkt souveränen Lakers ihre Grenzen auf. Finals-MVP Paul Pierce spielte in der Offensive groß auf und sorgte in der Verteidigung dafür, dass MVP Kobe Bryant ins Grübeln geriet.

Wer nach dem Ende der NBA-Finals mit einem Sommerloch gerechnet hatte, wurde dieses Jahr eines Besseren belehrt. Das monatelange Hin und Her zwischen Brett Favre und den Green Bay Packers (Bericht) und der melodramatische Abschied der MLB aus dem Yankees-Stadium (Bericht) sorgten für jede Mende Gesprächsstoff.

Als Favre dann nach dem Trade von den Packers nach New York am 7. September sein Comeback in Jets-Grün gab, war ganz Amerika aus dem Häuschen. Doch die Freude über Favres Rückkehr wurde schnell getrübt, als sich Superstar Tom Brady im ersten Saisonspiel schwer verletzte und die Spielzeit 2008 für den Quarterback früh beendet war.

Doch auch Bradys Verletzung konnte die NFL etwas Positives abgewinnen. Denn ohne das Gehirn ihrer Angriffsmaschinerie war die Überlegenheit der New England Patriots dahin und Spannung hielt Einzug in die AFC East.

Für eine ähnliche Sensation wie die New York Giants zu Jahresbeginn in der NFL sorgten auch die Tampa Bay Rays in der MLB. Zwar blieb dem Team aus Florida der Triumph in der World Series versagt, aber schon allein die Teilnahme war eine riesige Überraschung.

Auf dem Weg in die Finalspiele schaltete die im Vorjahr noch schlechteste Mannschaft der Liga die großen Favoriten und mit Superstar gespickten New York Yankees sowie Boston Red Sox aus. Doch trotz des Cinderella-Märchens stieß die Endspielserie gegen den späteren Champion Philadelphia Phillies (Bericht) auf wenig Interesse. Viel mehr hatten sich Medien und Fans eine Teilnahme der Chicago Cubs gewünscht, die exakt vor 100 Jahren zuletzt den Titel in die "Windy City" geholt hatten.

Auf die erste Meisterschaft hoffen wir von Sport1.de für Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks. Nachdem es zu Saisonbeginn und dem 2:7-Start eine grausame Saison zu werden schien, sorgten Nowitzki und sein Team zuletzt für viel Freude. Die acht Siege in den anschließenden neun Spielen wecken Hoffnung, auch wenn den Texanern keiner den Sprung an die Spitze so richtig zutraut.

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und deshalb wünschen wir von Sport1.de uns ähnlich viel Aufregung im Jahr 2009, wie sie uns das vorangegangene beschert hat - allerdings mit einem besseren Ende für Nowitzki und die Mavs als 2008.

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