Sport1.de-Redakteur Martin Volkmar erinnert sich an die schönsten und wichtigsten Ereignisse des Fußballjahres 2008.

Von Martin Volkmar

München ? Eineinhalb Jahre war er fast von der Bildfläche verschwunden, doch im Jahr 2008 bestimmte Jürgen Klinsmann wieder die Schlagzeilen im deutschen Fußball.

Schon der erste Paukenschlag gehörte dem Ex-Bundestrainer, als dieser Anfang Januar völlig überraschend als neuer Bayern-Trainer vorgestellt wurde.

Und auch am Ende des Jahres bleibt Klinsmann und sein ekstatischer Torjubel in Erinnerung.

Weil der nämlich im Gegensatz zum mühseligen Saisonstart immer häufiger vorkam und die Münchner dank der enormen Leistungssteigerung international und national wieder in die Erfolgsspur fanden.

Das letzte Wort hatte aber zum Ärger der Bayern ein anderer: Der Emporkömmling aus Hoffenheim, der im letzten Bundesligaspiel des Jahres sensationell die "Herbstmeisterschaft" perfekt machte. (Stolzer Herbstmeister hat noch viel vor)

[image id="529551c5-6364-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Ein Dorf bringt Hoffnung mit sich

Hoffenheim macht Hoffnung ? auf eine bis zum Schluss spannende Bundesliga-Saison.

Denn alle selbst ernannten Bayern-Verfolger präsentierten sich in der Hinrunde 08/09 genauso schwach wie in der Rückrunde 07/08.

Vom 1. bis zum 34. Spieltag war der FCB in der vergangenen Saison Tabellenführer und holte am Ende mit zehn Punkten Vorsprung auf Werder Bremen leicht und locker seine 21. Meisterschaft.

Die bewegendste Szene des Jahres

Zum Abschluss gab es Blumen für und viele Tränen bei Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld ? eine der bewegendsten Szenen des Fußball-Jahres und zugleich eine schwere Hypothek für Nachfolger Klinsmann.

Der tat sich dann zunächst auch wegen des EM-Jetlag fast des gesamten Kaders und vor allem der Verletzung von Alleskönner Franck Ribery äußerst schwer.

Doch als der französische Zauberkünstler wieder zurück war begann die erfolgreiche Aufholjagd, was aber eben auch an der fehlenden Konstanz des HSV und den in der Hinrunde enttäuschenden Schalkern, Bremern und Stuttgartern lag.

Die Liga boomt

Trotzdem boomt die Liga, schießt so viele Tore wie lange nicht und bricht einen Zuschauer-Rekord nach dem anderen.

International aber bleibt die Bundesliga zweitklassig. Schalke holte immerhin mit dem Viertelfinal-Einzug in der Champions League das Optimum heraus, während die Bayern im UEFA-Cup-Halbfinale von St. Petersburg deklassiert wurden.

Diese Saison haben sich die Münchner zwar mit einer überzeugenden Vorrunde wieder in der Königsklasse etabliert, doch dahinter folgt gähnende Leere.

Spanien eine Nummer zu groß

So war es einmal mehr die Nationalmannschaft, die für den größten Erfolg auf internationaler Ebene sorgte. Dennoch blieb die Bilanz der EM-Endrunde zwiespältig.

Viele der WM-Helden von 2006 waren in Österreich und der Schweiz weit von ihrer Bestform entfernt, so dass sich das Team von Joachim Löw mit Ausnahme des glänzenden 3:2 im Viertelfinale gegen Portugal mit Mühe, Arbeit und Glück ins Endspiel kämpfte.

Dort drückte dann Klinsmann seinen Nachfolger von der Tribüne aus die Daumen, doch die Spanier waren eine Nummer zu groß und holten durch das 1:0 hoch verdient den EM-Titel.

Streithähne beim DFB

Weit mehr in Erinnerung blieb ohnehin der anschließende Disput zwischen Michael Ballack und Oliver Bierhoff, bei dem sich die Streithähne in der Diskussion über den Dank an die Fans fast geprügelt hätten.

Die Aussöhnung zwischen beiden ließ danach Monate lang auf sich warten. Und als es endlich so weit war, legte Ballack nach und attackierte öffentlich den Bundestrainer.

Weil Löw die Lehren aus der EM gezogen hatte und in der WM-Qualifikation auf Leistung statt auf Verdienste setzte, warf ihm der Kapitän fehlenden Respekt und Unehrlichkeit vor.

Auch diesmal wurde der Konflikt nur sehr mühsam beigelegt. Beide Seiten fühlen sich zwar im Recht (Ballack verteidigt sich ) , brauchen aber den anderen noch:

Ballack will noch mal zur WM, Löw kann auf seinen Spielführer nicht verzichten ? das zeigte das 1:2 zum Abschluss gegen England überdeutlich.

2009 bietet Luft nach oben

Nicht nur das DFB-Team hat 2009 noch viel Luft nach oben. Auch die Bayern-Verfolger inklusive die in der Rückrunde von allen gejagten Hoffenheimer müssen sich strecken, wenn die Liga interessant bleiben soll.

Und der FC Bayern muss sich ebenfalls steigern, wenn sein großes Ziel Champions-League-Sieg wahr werden soll.

Dass dieser Titel aber keineswegs utopisch ist, hätte vor zwölf Monaten noch keiner gedacht. Aber da war Jürgen Klinsmann ja auch noch nicht zurück.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel