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Reiner Calmund (l.) mit Franz Beckenbauer bei der EM 2008 © imago

Reiner Calmund blickt auf das Jahr 2008 zurück und kritisiert dabei Jogi Löw und Michael Ballack für ihren öffentlichen Zoff.

Von Michael Schulz

München ? Für Reiner Calmund war 2008 nicht nur wegen seines Buches "fußballbekloppt" und des 60. Geburtstags ein besonderes Jahr.

Der Ex-Manager von Bayer Leverkusen fungierte bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz als internationaler Botschafter für die Stadt Klagenfurt.

Calmund blickt bei Sport1.de zurück auf die fußballerischen Höhepunkte in den vergangenen zwölf Monaten.

Im zweiten Teil des Interwiews kritisiert er Bundestrainer Joachim Löw und Michael Ballack für den vom Zaun gebrochenen Streit und äußert seine ganz persönlichen Wünsche für 2009.

Sport1.de: Wie bewerten Sie die Leistung der deutschen Nationalmannschaft im abgelaufenen Jahr?

Reiner Calmund: Wir dürfen das 1:2 gegen England zum Abschluss nicht überbewerten. Jogi Löw hat sich mit der DFB-Elf souverän für die EM qualifiziert. Dort ist sicherlich nicht alles rund gelaufen, doch wir standen immerhin im Endspiel. Außerdem haben wir eine super WM-Qualifikation gespielt und stehen dort an erster Stelle.

Sport1.de: Wie sehr hat der Streit zwischen Michael Ballack und Löw geschadet?

Calmund: Ich kenne beide sehr gut und weiß, dass sie sich fachlich und menschlich schätzen. Die Kritik von Ballack ist von der Sache richtig und sie zu äußern, war auch seine Aufgabe als Kapitän. Er hätte es nur unter vier Augen mit Löw diskutieren müssen.

Sport1.de: Der Zeitpunkt hat jedoch überrascht?

Calmund: Ich weiß von Insidern, dass die Chemie im Team nicht hundertprozentig stimmt und es atmosphärische Störungen gibt. Löw hat sich bei einem Streit einmal auf die Seite von Oliver Bierhoff geschlagen und war nicht bei der Ballack-Hochzeit. Dann wussten alle, dass Michael das Wales-Spiel unter größten Schmerzen absolviert hat und sich auf Anraten der DFB-Ärzte operieren ließ. Da verwundert es schon, dass Jose Mourinho und Luiz Felipe Scolari bei Ballack anrufen und Löw nicht.

Sport1.de: Und Ihr Lösungsvorschlag?

Calmund: Die beiden sind erwachsene Menschen. Jetzt heißt es: Raus aus dem Sandkasten, Förmchen abgeben und weg mit dem Nachkarten, wer hat mehr Schuld. Es muss weitergehen. Das ist das Wichtigste.

Sport1.de: Was wünschen Sie sich für 2009?

Calmund: Ich bin zwar fußballbekloppt, aber es zählen andere Dinge im Leben. Es gibt Menschen auf der Welt, die haben keinen Frieden, Schulbildung oder leiden Hunger. Darüber sollte man auch einmal nachdenken und wenn möglich diese Menschen hier und da zu unterstützen.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews

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