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Das Herz der Spiele: Im Olympic Park weilten auch außerhalb der Stadien Hunderttausende © getty

Olympia ist mehr als nur Big Business - für London, Sportler und Journalisten. 17 Tage lang halten Bolt und Co. die Welt in Atem.

München - Jahrelang hatten die Olympia-Gegner Munition gesammelt und sie monatelang kreuz und quer abgefeuert.

Olympische Spiele, so wollten es wenige Londoner ihren Mitbürgern weißmachen, verstopft die Straßen und reißt Löcher in die Staatskasse.

Auch auf dem Kontinent gab und gibt es genug Unkenrufer, welche die Spiele als kapitalistischen Auswuchs brandmarken, als Big Business, das die ursprüngliche Idee pervertiere.

Doch schon die Eröffnungsfeier hat alle Bedenkenträger mit der Macht des Faktischen mundtot gemacht: Olympische Spiele sind ein Großereignis, dessen Faszination sich nicht durch Schattenseiten schmälern oder gar wegreden lässt.

17 Tage lang hat London, hat England, hat Europa die Sportstars, viele davon globale Lichtgestalten, zu Gast gehabt.

So einmalig die Chance auf Gold für viele Athleten, deren Zenith sich nicht über mehrere Olympiaden erstreckt, so einmalig die Chance auf hautnahe Begegnungen mit ihnen für die Fans und Journalisten.

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Usain Bolt ließ sich auf dem Weg zur Legende, wie er es selbstbewusst einordnet, von nichts und niemandem aufhalten und schaffte erneut das goldene Triple über 100 und 200 Meter sowie in der 4x100-m-Staffel.

Michael Phelps übertraf den Medaillenrekord der russischen Turnerin Larissa Latynia, holt dabei im Aquatic Centre seine Goldmedaillen 15 bis 18.

Und LeBron James krönte sein größtes Jahr, holt nach MVP-Auszeichnung und NBA-Titel auch den Olympiasieg im Basketball - das war zuvor nur Michael Jordan 1992 gelungen.

Große Namen, große Geschichten - und ungespielt große Emotionen. Olympia, die Zusammenkunft der Besten aller Disziplinen, zaubert ein Glänzen in die Augen der Weltstars.

Zehntausende Sportler gaben in London ihr Bestes, Zuschauer und Journalisten ebenso.

In nur 90 Minuten vom Verkehrsknotenpunkt Victoria Station ist Wimbledon erreichbar, die Ruderstrecke Eton Dorney oder das Weltkulturerbe Greenwich Park, wo die Reiter ihre Sieger ermitteln.

Trotz aller Nähe und des gut organisierten S-Bahn-Netzes blieb viel zu wenig Zeit, das Gebotene so ausgiebig zu beobachten und zu schildern, wie es die Anstrengungen der Sportler eigentlich gebieten.

Oft aber sind die kurzen Eindrücke dafür noch intensiver, der Wortwechsel mit dem ausgepumpten Silber-Zeitfahrer Tony Martin, dem bodenständigen Geburtstags-Doppelolympiasieger Michael Jung oder der entnervten Blechplatzierten Britta Steffen.

Letztere schwamm mitten im olympischen Herzstück, dem Olympic Park, für den viele Londoner einen stattlichen Eintrittspreis zahlen, ohne Eintrittskarten für die Sportstätten zu erhalten - nur um den Geist der Spiele zu atmen und Videoübertragungen zu schauen.

Sie alle standen im Bann der Spiele, die den Gastgebern am Sonntag, den 5. August binnen 47 Minuten drei Goldmedaillen in der Leichtathletik bescherten.

Und einen Tag zuvor etwas ebenso Einmaliges boten: Auf einem Quadratkilometer stellten binnen weniger Stunden nacheinander Bolt, Phelps und James ihre Künste zur Schau. Nur die Skeptiker waren da weit weg.

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