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Der Italiener Mario Balotelli (l.) kickte bei der EM 2012 Deutschland aus dem Turnier © getty

Der Italiener vermiest Deutschland im Sommer die Stimmung so richtig. Irlands Fans begeistern. SPORT1 blickt auf die EM zurück.

Von Thorsten Mesch undMathias Frohnapfel

München - Die Vorbereitung in Südfrankreich war ein Vorgeschmack auf das, was die deutsche Nationalmannschaft in ihrem EM-Quartier erleben sollte: Regen, Regen, Regen.

Doch das Wetter in Tourrettes und Danzig konnte weder dem DFB-Team, noch dem mitgereisten Tross der Fans und Journalisten die gute Laune verderben.

Das schafften erst ein paar Wochen später in Warschau die Kicker aus Italien.

Freundliche Gastgeber

Zwar blieb die deutsche Mannschaft am Ende wieder ohne Titel, aber dennoch fällt der Rückblick auf das Turnier in Polen und der Ukraine positiv aus.

Freundliche Gastgeber, tolle Fans und viele schöne Erlebnisse bleiben im Gedächtnis, auch wenn das krönende sportliche Erfolgserlebnis fehlte.

Bleibende Eindrücke

Besonders die in Lemberg und Charkow gewonnenen Eindrücke entschädigten für die Reisestrapazen der Tagesausflüge zu den Spielen in der Ukraine.

Unvergessen bleibt das mehr als dreistündige Warten auf dem Rollfeld des Flughafens von Charkow nach Deutschlands Sieg gegen die Niederlande.

Die DFB-Elf zeigte nicht nur gegen Oranje, dass sie zu den besten Teams Europas zählt. Sie zeigte aber leider auch, dass sie noch Luft nach oben hat.

Irlands Fans begeistern

Chancenlos waren die Iren bei ihrer 0:4-Niederlage gegen Spanien. Wie die Anhänger der "Boys in Green" aber während der Schlussphase ihr Team anfeuerten, war ein absolutes Highlight - Gänsehaut-Feeling in Danzig!

In der Stadt an der Ostsee hatten die deutschen Fans nach dem 4:2 im Viertelfinale gegen Griechenland noch Grund zur Freude. Das sollte sich nach dem Halbfinale ändern.

Muskelmann verzaubert die Tifosi

In Warschau waren es am 28. Juni die Tifosi, die nicht über die Poniatowski-Brücke liefen, sondern geradezu schwebten. Italien hatte gerade Deutschland aus dem Turnier geworfen, Mario Balotelli sich als Muskelmann feiern lassen.

Schon kurz danach wurde Italiens Doppelpack auf sämtlichen Bolzplätzen Europas imitiert. Es war die Jubelgeste des Turniers und zudem der letzte Eindruck, den Fußball-Europa aus Polen mitnahm.

Die Polen feierten in dieser noch angenehm warmen Sommernacht in Warschaus Altstadt mit den Italienern oder trösteten die deutschen Nachbarn, die wieder mal ohne Pokal nach Hause fahren mussten.

Der Co-Gastgeber der EM hatte ja bereits nach einer mauen Vorrunde "Czesc" ("Tschüss") sagen müssen. Alle fiebernde Vorfreude auf das Eröffnungsspiel hatte nichts genützt, am Ende gab es nur ein Remis gegen Griechenland.

Außenseiter imponiert

Die Hellenen kegelten sogar die Russen aus dem Turnier und sammelten allein schon aufgrund ihrer ganz unprätentiösen Unterkunft an einem See nahe Warschau bei der Bevölkerung Pluspunkte.

Wie die Iren, die Lieblingsfans, nicht nur der Polen. Als ein Anhänger der "Boys in Green" via polnisches Fernsehen eine polnische Frau zum Heiraten suchte, war es eh um die heimische Bevölkerung geschehen.

Stadion-Entdeckung in Donezk

Die Ukraine stand wie Polen nach der Vorrunde nur noch als Zuschauer da.

In Kiew wuchteten sich dagegen die Italiener gegen England ins Halbfinale, Spanien warf Frankreich aus dem Rennen.

Die Spanier mussten im Fünf-Sterne-Stadion in Donezk gegen Portugal ran. Spätestens im Halbfinale fiel ihnen so auf, dass in der Ukraine solch ein Fußballtempel steht.

Zum Endspiel - egal wie

Zum Finale reisten dann Spanier und Italiener auf allen möglichen Wegen nach Kiew, manch ein allzu optimistischer Pole ratterte die Strecke von Warschau nach Kiew auf Eisenbahnschienen ab.

Trotz aller Bedenken zuvor: Das Reisen klappte - mit etwas Geduld - in den beiden Ländern.

Deutsche fliehen nach dem Aus

Als in Kiew die Spanier in Glanz und Gloria ihre EM-Titelverteidigung zelebrierten, hatte sich das Feld der deutschen Journalisten bereits stark gelichtet.

Viele waren aus Enttäuschung nicht mehr nach Kiew geflogen, sondern hatten von Warschau aus die Heimreise angetreten.

Den spektakulären Auftritt von Iniesta und Co. haben sie genauso verpasst wie drei sonnige Tage.

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