vergrößernverkleinern
Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast in Bremen © intern

Die Kicking Girls aus Bremen gewinnen den Integrationspreis von DFB und Mercedes-Benz. Kanzlerin Merkel übergibt die Auszeichnung.

München - Nicht genug damit, dass das Projekt bis 2013 von seinem ursprünglichen Standort Bremen auf ganz Deutschland ausgeweitet wird ? nun haben die Kicking Girls an der Grundschule am Pastorenweg in Bremen den Integrationspreis des Deutschen Fußbal-Bundes und von Mercedes-Benz gewonnen.(516089DIASHOW: Der Laureus Award 2011)

Dieser wurde von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Ursula Schwarzenbart, Leiterin des Global Diversity Office der Daimler AG, persönlich in Berlin übergeben.

Kicking Girls auf dem Treppchen

Die weiteren Plätze auf dem Treppchen belegten ebenfalls Kicking GirlsAGs: die Anne-Frank-Schule (Lüneburg-Kaltenmoor) sowie die IGS Flötenteich/GS Nadorst (Oldenburg).

Die siegreichen Kicking Girls aus Bremen können sich über einen Mercedes-Benz Vito freuen. Die Zweitplatzierten erhalten je 10.000 Euro, die Drittplatzierten jeweils 5.000 Euro.

"Das ist sensationell"

Für Ulf Gebken, Projektleiter der Kicking Girls und Leiter des Instituts "Integration durch Sport und Bildung" der Universität Oldenburg, ist das ein Riesenerfolg: "Das ist sensationell, dass die Kicking Girls den Preis gewonnen haben. Gerade der Fußball ist eine perfekte Begegnungsstätte von Deutschen, Migranten und Ausländern. Es geht dabei um eine Willkommenskultur, um das Anerkennen von Regeln und um Toleranz. Einige unserer Mädchen fassen den Entschluss, ohne Kopftuch Fußball zu spielen. Dass sie diese Entscheidung fällen und durchsetzen, finde ich bewundernswert."

Bierhoff als Schirmherr

Ziel des Integrationspreises ist es, Projekte und Aktivitäten zu unterstützen, die mithilfe des Fußballs die Integration von Kindern und Jugendlichen ? insbesondere von Mädchen ? mit Migrationshintergrund auf vorbildliche Art fördern. Schirmherr des Preises ist NationalmannschaftsManager Oliver Bierhoff.

Jury wählt aus

Eine Jury unter Mitwirkung von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, hatte am 6. Dezember 2011 in Frankfurt die Nominierten des DFB und Mercedes-Benz-Integrationspreises 2011 ausgewählt.

Zwanziger: Starkes Zeichen

"Der Integrationspreis setzt jedes Jahr ein starkes Zeichen dafür, dass sich unsere Gesellschaft verändert, dass Deutschland nicht nur älter wird, sondern auch vielfältiger", sagt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger.

"Dabei läuft Integration im Fußball ganz selbstverständlich und spielerisch, praktisch nebenbei. Und dennoch ist es wichtig, Integration auch zu begleiten. Mit dem Preis zeichnen unser Partner Mercedes-Benz und der DFB nun schon seit fünf Jahren Vereine, Schulen und Projekte aus, die sich mit den Mitteln des Fußballs vorbildlich für ein respektvolles Miteinander der Kulturen einsetzen."

"Wie geschaffen für Integration"

Auch Oliver Bierhoff spricht dem Fußball einen hohen gesellschaftlichen Nutzen zu: "Der Fußball ist wie geschaffen für Integration: Egal wo man herkommt, welche Sprache man spricht oder welcher Religion man angehört ? auf dem Platz ziehen alle an einem Strang und wollen gewinnen. Die integrative Kraft des Fußballs ist einzigartig und hilft insbesondere Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, in der Gemeinschaft Fuß zu fassen. Ich selbst habe über zehn Jahre im Ausland Fußball gespielt und weiß, wie wichtig es ist, sich in seiner Umgebung wohl zu fühlen und integriert zu sein. Deshalb freue ich mich über die gemeinsame Aktion von DFB und MercedesBenz, vorbildliche Projekte mit dem Integrationspreis auszuzeichnen."

Bremer Brennpunkt

Die Grundschule Pastorenweg Bremen liegt in einem sozialen Brennpunktgebiet. Sie stärkt und fördert die interkulturelle Kompetenz durch das Motto Schule in Bewegung".

Lange Geschichte

Seit über 20 Jahren besteht eine schuleigene Fußballmannschaft. In den Schulpausen wird Fußball gespielt. In den sogenannten "Fußballpausen" wird der Fairness-Gedanke besprochen.

Im Schuljahr 2010/2011 fanden vier schulinterne Turniere mit insgesamt 160 Kindern statt. Die Mädchenschulmannschaft nahm an diversen Fußballturnieren teil wodurch ein Interesse am Vereinsfußball entstand.

Ziel ist neben der Stärkung des Selbstvertrauens die Förderung der interkulturellen Kompetenz und des fairen Miteinanders. Zudem soll durch Fußball die Lernmotivation, auch für Mädchen, gesteigert werden.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel