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Bundestrainer Richard Prause und Timo Boll (l.) gewannen im Team Olympia-Silber © imago

Vor der EM in Stuttgart warnt Trainer Richard Prause sein Team um Top-Spieler Timo Boll vor Übermut. Den plagen derweil Schmerzen.

München - Timo Boll und die Silberjungs von Peking können sich eigentlich nur selbst schlagen.

Der Olympiazweite und Titelverteidiger Deutschland geht als haushoher Favorit in die am Sonntag in Stuttgart beginnende Tischtennis-EM.

Mit Siegen gegen Frankreich und Dänemark können Boll und Co. bereits am ersten Turniertag in das Viertelfinale einziehen.

Bundestrainer Richard Prause warnt dennoch eindringlich vor Übermut. "Jeder will uns hier ein Bein stellen. Unsere Gegner werden alles riskieren", sagt Prause.

"Der Titel wird kein Selbstläufer"

Der Titel oder eine Medaille seien keine Selbstläufer. "Wir werden in jedem Spiel gefordert sein. Es ist keine Aufgabe, die sich nebenbei erledigt."

Die dritte Titelverteidigung in Folge geht Prause mit dem selben Team an, dass im vergangenen Jahr in St. Petersburg Österreich in einem spannenden Finale 3:2 besiegte.

Neben Boll spielen dessen Düsseldorfer Vereinskollege Christian Süß, Dimitrj Ovtcharov (Charleroi), Patrick Baum (Grenzau) und Bastian Steger (Frickenhausen).

Die von Ex-Weltmeister Werner Schlagen angeführten Österreicher sieht Prause auch in diesem Jahr als den größten Gegner seines Teams. Russland traut er ebenso eine Überraschung zu wie der jungen französischen Mannschaft.

Boll hat Rückenprobleme

Anführer Timo Boll baut vom ersten Ballwechsel an auf die große Unterstützung der Zuschauer. "Ich hoffe, dass uns das Publikum beflügeln kann", meint der Weltranglistendritte.

Der 28-Jährige drängt aufgrund seiner Rückenprobleme auf einen schnellen Einzug in die Runde der letzten Acht. Dann könnte er das letzte Gruppenspiel am Montag gegen Spanien in Ruhe aus der Box verfolgen.

Bolls Rücken ist momentan die einzige Problemzone der deutschen Männer.

EM als Chance für das Tischtennis

Der frühere EM-Dritte Ovtcharov hat sich nach gewaltigen Leistungsschwankungen im Frühjahr wieder gefangen und Ex-Jugendweltmeister Baum erstaunte die Fachwelt vor einigen Wochen mit seinem Finaleinzug bei den Japan Open.

Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig sieht die EM in erster Linie als Chance für die Sportart. "Diese gilt es zu nutzen. Die wesentlichen Tage sind ausverkauft und wir haben gute Fernsehzeiten ausgehandelt", sagte der Kölner.

Die Europameisterschaften seien eine Chance, mit einer erneuten erfolgreichen Verteidigung von drei Titeln etwas bislang Einmaliges zu erreichen.

Deutsches Frauen-Team mit Problemen

Das deutsche Frauen-Team ist hingegen weit von Gold entfernt. Mit der Absage von Elke Schall (Fußverletzung) platzte auch der Traum von einer Mannschafts-Medaille. Den Team-Wettbewerb

"Ich möchte mich nicht auf ein Ergebnis festlegen, sondern hoffe, dass alle ihre Leistungen abrufen können", sagt Bundestrainer Jörg Bitzigeio.

Dennoch sollte vor heimischem Publikum etwas mehr herausspringen als der zehnte Platz von St. Petersburg.

Schon in der Vorrunde sind Topleistungen gefragt

Gegen Titelverteidiger Niederlande, die starken Italienerinnen sowie die Türkei müssen die deutschen Frauen aber bereits in der Vorrunde Top-Leistungen abrufen, um das Viertelfinale zu erreichen.

Neben den mittlerweile etablierten Kräften Jiaduo Wu (Kroppach), Zhenqi Barthel (Holsterhausen) und Kristin Silbereisen (Busenbach) komplettieren die EM-Debütanten Petrissa Solja (Saarlouis) und Laura Matzke (Hannover) das deutsche Team.

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