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Timo Boll steht auf Platz drei der aktuellen Weltrangliste © getty

Selbst ohne den geschonten Star schlägt sich das verjüngte DTTB-Team bestens. Die Damen folgen ins EM-Viertelfinale.

Stuttgart - Timo Boll schmetterte den Titelverteidiger zur Bronzemedaille, den Frauen fehlt noch ein Sieg zum Edelmetall:

Für die deutschen Tischtennis-Asse lief die Heim-EM in Stuttgartauch am zweiten Tag voll nach Plan.

Boll avancierte beim 3:1 gegen Schweden mit zwei Siegen zum Matchwinner und führte das Team ins Halbfinale, wo am Dienstag Rumänien wartet.

Die Frauen jubelten zuvor über den Einzug in das Viertelfinale.

Prause wenig euphorisch

"Man hat gesehen, dass wir keinen Gegner unterschätzen dürfen. Jetzt gehen wir sehr optimistisch ins Halbfinale", sagte Boll.

Bundestrainer Richard Prause war etwas weniger euphorisch:

"Wir hätten uns über einen 1:2-Rückstand nicht beschweren dürfen. Außer Timo haben alle noch etwas Luft nach oben."

Das deutsche Aushängeschild Boll holte gegen den Rekord-Europameister aus Schweden einmal mehr die Kohlen aus dem Feuer.

Druckvolles Spiel

Der 28-Jährige besiegte unter dem tosenden Jubel der 2500 Fans Robert Svensson und Pär Gerell jeweils 3:0.

Beide Gegner hatten auf das druckvolle Angriffsspiel des Ausnahmekönners zu keinem Zeitpunkt die passende Antwort parat.

Gerell hatte zum Auftakt der Begegnung noch Bolls Düsseldorfer Doppel- und Klubkollegen Christian Süß durch ein 3:2 die erste Niederlage zugefügt und Schweden in Führung gebracht.

Boll glich gegen die ohne ihre verletzten Stammkräfte Jens Lundquist und Jon Persson angereisten Skandinavier aus, Dimitrij Ovtcharov brachte das Team durch ein 3:2-Zittersieg gegen Fabian Akerström erstmals in Führung.

Auf Boll verzichtet

Im letzten Gruppenspiel hatte Bundestrainer Prause zuvor Boll verzichtet.

"Wir wollten Timo mal einen freien Vormittag zum Durchatmen geben, sodass er im Viertelfinale flink auf den Füßen ist", sagte der Coach.

Bastian Steger und Patrick Baum holten neben Ovtcharov (Charleroi) beim souveränen 3: 0 gegen die Iberer die Punkte.

Ebenso souverän siegten die Frauen gegen Italien 3:0 und zogen ins Viertelfinale ein.

Nach dem Spiel fiel von Bundestrainer Jörg Bitzigeio eine Last ab.

Barthel und Wu gewinnen

"Wir haben viele Rückschläge einstecken müssen und hatten eine harte Zeit. Jetzt rollt der Zug und wir spielen auch im Viertelfinale auf Sieg", sagte Bitzigeio.

Von einer Medaille, es wäre die 80. bei einer EM für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB), wollte der junge Trainer vor dem Viertelfinale gegen Polen am Dienstag nichts wissen:

"Wir müssen uns von diesem ergebnisorientierten Denken lösen. Wichtig ist, dass wir die Leistung abrufen."

Zhenqi Barthel holte gleich im Auftaktmatch gegen Nikoleta Stefanova (3:2) den noch zum Viertelfinaleinzug benötigten Punkt.

Topspielerin Jiaduo Wu erhöhte durch ein 3:2 gegen Laura Negrisoli auf 2:0.

Besser als im Vorjahr

Kristin Silbereisen besiegelte den überraschend deutlichen Erfolg schließlich mit einem 3:1 gegen Wenling Tan-Monfardini.

Die deutschen Frauen verzeichnen bereits ein besseres Ergebnis als im Vorjahr, als sie in St. Petersburg nur Platz zehn belegten.

Das Erfolgsgeheimnis ist die Ausgeglichenheit der Mannschaft, die Siege geben das nötige Selbstvertrauen.

"Wir sind nur knapp am Gruppensieg vorbeigeschrammt", sagte Kristin Silbereisen: "Spielen wir weiter so, brauchen wir vor niemandem Angst zu haben."

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