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Bei der WM 2007 erreichten Boll und Süß das Viertelfinale © imago

Timo Boll bleibt im Einzel und Doppel auf Erfolgskurs. Ein DTTB-Noname trumpft auf. Barthel/Silbereisen jubeln über Edelmetall.

Stuttgart - Timo Boll hat auch am schwarzen Freitag der deutschen Tischtennis-Asse geglänzt und greift weiterhin nach dem Gold-Triple.

Mit zwei klaren Siegen zog der große Favorit bei der EM in Stuttgart in das Viertelfinale ein, in das ihm aus deutscher Sicht nur No folgte.

Im Doppel hat Boll mit Christian Süß durch den Halbfinal-Einzug bereits ebenso Bronze sicher wie Zhenqi Barthel und Kristin Silbereisen.

"Ich bin zufrieden, dass es so gut gelaufen ist. Ich habe die Gegner gar nicht erst in ihren Rhythmus kommen lassen", sagte Boll.

Boll und Süß siegen im Doppel

Der Linkshänder behielt mit 4:1 gegen Mihai Bobocica und 4:0 gegen Panagiotis Gionis die Oberhand. Im Doppel siegten Boll/Süß 3:1 gegen die Portugiesen Joao Monteiro und Andru Silva sowie 4:3 gegen die Kroaten Zoran Primorac und Roko Tosic.

Gegen den Italiener Bobocica lief der Auftakt noch ein bisschen zäh und Boll verlor prompt den ersten Satz.

"Es war ein kleiner Fehlstart, aber ich bin dann zum Glück richtig auf Touren gekommen", sagte Boll. Der 28-Jährige habe jedoch nach dem ersten Durchgang ein wenig Sorgen über seine Form gemacht.

"Habe etwa 100 Topspins gezogen"

Gegen Defensivkünstler Gionis spazierte Boll dann vor 5000 begeisterten Fans ohne Satzverlust in die nächste Runde. Dem Griechen gelangen in vier Sätze nur 13 Punkte.

"Ich habe etwa 100 Topspins gezogen. Das werde ich am Samstag im Arm spüren", sagte Boll. (Boll vertraut seinem Körper nicht)

Überraschend zog auch der erst 21 Jahre alte Ruwen Filus in das Viertelfinale ein. Der Abwehrspezialist der TG Hanau setzte sich in vier engen Sätzen zunächst gegen den Polen Lucjan Blaszczyk und schließlich auch 4:2 gegen den Kroaten Andrej Gacina durch.

Mindestens Bronze für Silbereisen und Barthel

Ungehemmter Jubel brach aus Silbereisen und Barthel heraus.

Gegen die Titelverteidigerinnen Krisztina Toth/Georgina Pota aus Ungarn drehte das Duo ein 0:3 in ein 4:3 und sicherte sich mit dem sechsten Matchball die erste EM-Medaille der Karriere.

"Ich konnte am Ende den Schläger kaum noch halten und habe gebetet, dass wir irgendwie noch einen Punkt holen", sagte Barthel.

Süß, Steger und Baum scheitern

Trauer herrschte hingegen bei den Mannschaftseuropameister Christian Süß, Bastian Steger und Patrick Baum, die allesamt scheiterten.

Süß kassierte beim 2:4 gegen Aleksandar Karakasevic die erste Niederlage gegen den Serben überhaupt.

"Wenn ich nicht mal die Hälfte der Bälle zurück auf den Tisch bringe, habe ich den Sieg auch nicht verdient. Das war ein ganz schwaches Niveau", sagte der enttäuschte Düsseldorfer.

Steger (Frickenhausen) glich gegen den Österreicher Robert Gardos zwar ein 0:2 aus, ging letztlich aber doch in sechs Sätzen als Verlierer vom Tisch.

Ex-Jugendweltmeister Baum (Grenzau) verlor gegen den Portugiesen Joao Monteiro ebenfalls 2:4.

Zoltan Fejer-Konnerth (Pontoise-Cergy/Frankreich) zog sich beim 3:4 gegen Ex-Weltmeister Werner Schlager achtbarer aus der Affäre.

Prause übt Kritik

Bundestrainer Richard Prause kritisierte seine ausgeschiedenen Schützlinge. "Wir hätten natürlich gerne fünf Leute im Achtelfinale gehabt. Aber man hat gesehen, dass man sofort weg ist, wenn man nur zwei bis drei Prozent nachlässt", sagte Prause.

Die Frauen ereilte ein ähnliches Schicksal. Lediglich Medaillen-Hoffnung Jiaduo Wu ist noch im Turnier.

Die 31-Jährige vom deutschen Meister FSV Kroppach siegte 4:2 gegen Zhu Fang aus Spanien und zog ins Viertelfinale ein.

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