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Boll musste seine Teilnahme an der WM wegen erneuter Rückenbeschwerden absagen © getty

Deutschlands Aushängeschild nähert sich langsam seiner Bestform: Beim Weltcup in Moskau ereilt Boll trotzdem das Aus.

Moskau - Timo Boll ist auf seinem Weg zurück auf chinesisches Niveau trotz guter Leistung gleich beim ersten Schritt gestolpert.

Der 28-Jährige scheiterte beim Tischtennis-Weltcup in Moskau im Viertelfinale am Weltranglistenzweiten Ma Long mit 2:4 und erlebte den Finaltag des mit 150.000 Dollar dotierten Turniers erstmals seit 2006 wieder als Zuschauer.

Dimitrij Ovtcharov verlor ebenfalls im Viertelfinale gegen den späteren Sieger Wladimir Samsonow.

"Ich habe einfach zu lange nicht mehr die Gelegenheit gehabt, gegen einen Spieler seines Niveaus zu spielen. Es hat deshalb etwas gedauert, bis ich mein Spiel seinem Tempo anpassen konnte", sagte Boll.

"Vergleich mit Ma Long sehr wichtig"

Der Weltranglistenvierte war nach dem ersten Match gegen ein Ass aus dem Reich der Mitte dennoch zufrieden: "Um diese Vergleiche mit den Chinesen wieder zu haben, war dieser Weltcup - unabhängig vom Ergebnis - sehr wichtig für mich."

Auf höchstem Niveau

Nach souveränen Vorrundensiegen gegen Kalinikos Kreanga (Griechenland), Joo Se Hyuk (Südkorea) und Alexej Smirnow (Russland) brauchte Boll in dem vorgezogenen Finale gegen Ma Long zwei Sätze, bis er sich an das hohe Tempo des Grand-Final-Gewinners gewöhnt hatte.

Der zehnmalige Europameister glich einen 0:2-Rückstand aus, danach entwickelte sich die Partie zu einem spektakulären Schlagabtausch.

"Ma in der Endphase exzellent"

Bis zum 6:4 in Durchgang fünf sah es so aus, als hätte Boll die Partie in der Hand. Doch Ma kam zurück ins Match und gewann den Durchgang 11:8.

"Da war die Chance da, das Heft noch mehr in die Hand zu nehmen", sagte Boll: "Allerdings hat Ma auch exzellent in der Endphase gespielt."

Den letzten Satz gab der zweimalige Weltcup-Sieger Boll 3:11 ab.

Verletzungspause Nachteil für Boll

Bundestrainer Richard Prause war mit dem Abschneiden seines Vorzeigespielers nicht glücklich.

"Wenn man im Viertelfinale ausscheidet, darf man nicht zufrieden mit dem Resultat sein, denn ein Spieler von seinem Niveau kann das Turnier gewinnen", sagte Prause.

Allerdings sah der Coach auch die andere Seite: "Timo hat hier auf einem sehr ordentlichen Level gespielt. Man hat gespürt, dass ihm durch seine Verletzungspause im Frühjahr seit Februar der Vergleich mit den Chinesen fehlt."

Ovtcharov schwer enttäuscht

Prauses zweiter Schützling Dimitrij Ovtcharov war mit seiner Vorstellung ganz und gar nicht zufrieden. Nach dem 1:4 gegen Ex-Europameister Samsonow verließ der 21-Jährige die Luschniki-Sporthalle wortlos durch einen Nebenausgang.

Dabei hatte die Nummer 14 der Welt in der Vorrunde noch geglänzt und Europameister Michael Maze sowie Taiwans Spitzenspieler Chuang Chih-Yuan besiegt.

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