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Timo Boll (l.) und Christian Süß stehen bei der EM im Halbfinale © imago

Die Titelverteidiger Timo Boll und Christian Süß stehen bei der EM in St. Petersburg nach einem harten Kampf im Halbfinale.

St. Petersburg - Timo Boll und Christian Süß mussten sich mächtig quälen. Die Titelverteidiger zogen in St. Petersburg erst nach einem nervenaufreibenden 4:3-Krimi über die Schweden Pär Gerell und Jens Lundqvist ins EM-Halbfinale ein und haben Bronze bereits sicher.

Dabei sah das Duo aus Düsseldorf bei vier Matchbällen der Gegner schon wie der sichere Verlierer aus.

"Wir mussten mächtig auf die Zähne beißen. Wichtig war, dass wir nie aufgegeben haben, obwohl es phasenweise überhaupt nicht gut lief", sagte Boll.

Schließlich nutzten Boll/Süß gleich ihren ersten Matchball zum 13:11 im entscheidenden siebten Durchgang. Am Samstag warten Marcos Freitas und Tiago Apolonia aus Portugal im Halbfinale.

Spannung "dank" schwacher Leistung

An Spannung war das Spiel gegen Gerell/Lundqvist kaum zu überbieten, spielerisch lief es dagegen überhaupt nicht rund. Vor allem Süß haderte fast das komplette Match mit sich.

"Ich fühle mich nicht richtig wohl, und dann wird es unglaublich schwer", sagte der 23-Jährige, gelobte aber Besserung: "Gut ist, dass wir noch eine Chance kriegen, es besser zu machen. Als Titelverteidiger muss es unser Anspruch sein, gutes Tischtennis zu zeigen."

Gegen die Schweden legten Boll/Süß einen regelrechten Kaltstart hin und gaben den ersten Satz 4:11 ab. Das habe, so Boll, schon ein wenig am Selbstvertrauen gekratzt.

Aufmunterung erhielt das Duo von Trainer Richard Prause, der beide Spieler immer wieder nach vorne trieb. "Er hat uns gesagt, dass wir das Positive sehen und nicht ständig mit uns hadern sollen", erklärte Süß.

Schweden zu nervös

Dabei klebte dem Rotschopf das Pech regelrecht am Schläger. Erst bedeutete ein Fehlaufschlag den Verlust des sechsten Satzes, dann passierte das gleiche Missgeschick zum 7:9 im letzten Satz nochmal.

Die Schweden hatten bei 10:7 und 11:10 vier Möglichkeiten, selbst ins Halbfinale einzuziehen, scheiterten aber letztlich wohl auch an der eigenen Nervosität.

Boll im Einzel ohne Probleme

Problemloser verlief da schon Bolls Einsatz im Einzel. Durch ein 4:0 gegen seinen portugiesischen Vereinskollegen Marcos Freitas zog der Europameister ins Achtelfinale ein.

Der EM-Dritte Dimitrij Ovtcharov (Düsseldorf) und Bastian Steger (Frickenhausen) kamen durch Siege gegen Aleksandar Karakasevic bzw. Gerell ebenfalls weiter.

Patrick Baum (Frickenhausen) unterlag dagegen Belgiens Altemeister Jean-Michel Saive.

Schlechtestes Ergebnis aller Zeiten

Die Frauen beendeten die Einzelwettbewerbe mit dem schlechtesten Ergebnis aller Zeiten.

Als letzte Spielerinnen schieden Zhenqi Barthel (Holsterhausen) und Kristin Silbereisen (Busenbach) in Runde vier aus.

Bei einer Teilnahme hatte in der 50-jährigen EM-Geschichte bisher immer mindestens eine Frau das Achtelfinale erreicht.

Solja trotz Erfolg enttäuscht

Im Doppel machte sich ein wenig Enttäuschung bei Amelie Solja breit. Die 18-Jährige aus Fraulautern verpasste mit der Weißrussin Tatjana Kostromina das Doppel-Halbfinale.

"Natürlich bin ich jetzt enttäuscht. Wir haben den dritten Satz nach 9:4-Führung noch verloren. Das war der Knackpunkt", sagte Solja. Letztlich stand gegen die Italienerinnen Wenling Tan-Monfardini und Nikoletta Stefanova ein deutliches 0:4 zu Buche.

Doch die frühere Jugend-Europameisterin Solja rappelte sich schnell wieder auf: "Wenn uns vorher jemand das Viertelfinale angeboten hätte, hätten wir es sofort genommen."

Um die Medaillen kämpfen nun neben den Italienerinnen noch Natalia Partyka/Xu Jie aus Polen, Kirsztina Toth/Georgina Pota aus Ungarn sowie die weißrussisch-russische Kombination Weronika Pawlowitsch/Oxana Fadejewa.

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