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Timo Boll gewann mit dem Team Silber bei Olympia 2008 © getty

Die deutsche Mannschaft um Timo Boll sichert sich mit einem Erfolg gegen Japan den Gruppensieg bei der Team-WM in Moskau.

Moskau - Trotz eines Patzers von Timo Boll sind die deutschen Tischtennis-Männer bei der Team-WM in Moskau nur noch einen Sieg von einer Medaille entfernt.

In einer Neuauflage des Olympia-Halbfinals von Peking besiegte der Europameister Japan in einem engen Match 3:2 und ist damit Sieger der Gruppe C.

Auch das letzte Gruppenspiel gegen Ungarn am Mittwochabend verbuchte das deutsche Team mit einem 3:1-Erfolg für sich.

Nächster Gegner ist am Freitag Russland. Die Gastgeber setzten sich im Achtelfinale am Donnerstag gegen Tschechien mit 3:1 durch.

Die bisher ebenfalls ungeschlagenen Frauen kassierten beim 0:3 gegen Singapur ihre erste Niederlage.

Bolls erste Niederlage gegen Mizutani

"Ich bin kein Statistiker, aber ich habe hier alle knappen Sätze verloren. Das muss anders werden", sagte der leicht genervte Boll.

Zwar steuerte der 29-Jährige gegen die Asiaten einen Punkt bei, verlor aber erstmals in seiner Karriere gegen Jun Mizutani.

"Was zählt ist aber das Team, auch wenn man selbst nicht glänzt", sagte er. Den entscheidenden Punkt holte Dimitrij Ovtcharov, der wie Boll später gegen Ungarn pausierte.

Knappe Siege gegen Japan

"Das Spiel war sehr von Taktik geprägt. Es war ein ungemein spannendes Spiel, aber nicht so hochklassig wie bei den Olympischen Spielen 2008", sagte Bundestrainer Richard Prause.

Vor zwei Jahren hatte Deutschland ebenfalls 3:2 gewonnen, weshalb Boll scherzte: "Wir könnten gegen Japan eigentlich immer beim Stand von 2:2 anfangen und uns die Spiele davor sparen."

Sehr gute Teamleistung

Das hohe Gesamtniveau der deutschen Olympiazweiten zahlte sich gegen Japan aus, Niederlagen von Boll und Ovtcharov wurden ausgebügelt.

Der junge Ovtcharov unterlag Mizutani gleich zum Auftakt, Boll glich gegen Seiya Kishikawa aus und Christian Süß brachte Deutschland durch ein 3:2 gegen Kaii Yoshida in Führung.

"Können uns noch steigern"

Statt den Sieg perfekt zu machen, zog Boll gegen den früheren Jugend-Vizeweltmeister Mizutani überraschend den Kürzeren.

Boll klagte in der 35.000 Zuschauer fassenden Olympiahalle über viele versprungene Bälle und hatte Probleme mit dem Rückhand-Topspin. "Es war ein anständiges, aber kein überragendes Spiel. Wir können uns noch steigern", sagte Boll.

Noch nicht am Limit

Sein Teamkollege Ovtcharov steigerte sich im richtigen Moment und holte im fünften Spiel ein 3:2 gegen Kishikawa. "So eine Herausforderung reizt mich, ich habe schon öfters das entscheidende Spiel gehabt und auch gewonnen", sagte Ovtcharov.

Der für Charleroi spielende 21-Jährige gab aber auch zu: "Wir spielen alle noch nicht am Limit."

Ein besseres Ergebnis als vor zwei Jahren ist ohnehin schon erreicht. In Guangzhou erreichte das Team des Deutschen Tischtennis-Bundes ohne Boll nur Platz neun.

Die letzte Medaille gab es 2006 bei der Heim-WM in Bremen, als die DTTB-Auswahl Bronze holte.

Frauen gehen ins Achtelfinale

Die von Europameisterin Jiaduo Wu angeführten Frauen müssen dagegen den Umweg über das Achtelfinale gehen.

Durch die klare Niederlage gegen Singapur verpasste man den Gruppensieg. Nur der Erste jeder Gruppe qualifiziert sich direkt für das Viertelfinale, die Zweiten und Dritten müssen ein zusätzliches Spiel bestreiten.

Letzter Vorrundengegner der deutschen Frauen ist am Donnerstag Tschechien.

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