vergrößernverkleinern
Timo Boll gewann mit dem deutschen Team dreimal die Mannschafts-EM © imago

Nach den Damen holen sich auch die deutschen Herren mit einem Sieg gegen Russland die Medaille. Doch beide Teams wollen mehr.

Moskau - Die deutschen Tischtennis-Asse bleiben bei der Mannschafts-WM in Moskau auf Erfolgskurs. Sowohl die Damen als auch Timo Boll und Co. zogen nach souveränen Vorstellungen ins Halbfinale ein und sicherten sich damit bereits eine Medaille.

Die Damen mit Europameisterin Jiaduo Wu an der Spitze besiegten sensationell den WM-Bronzemedaillengewinner Hongkong 3:1 und holten damit ihr erstes Edelmetall seit 13 Jahren.

Die Männer ließen anschließend Gastgeber Russland beim 3:0 nicht den Hauch einer Chance.

Noch mehr möglich

Damit steht Deutschland erst zum zweiten Mal in der Nachkriegsgeschichte mit beiden Mannschaften auf dem Podium. Und es kann noch mehr werden.

Im Halbfinale am Samstag fordern die deutschen Damen Vizeweltmeister Singapur (3:1 gegen Ungarn) heraus, gegen den die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Bitzigeio in der Vorrunde mit 0:3 ohne Satzgewinn ihre bislang einzige Niederlage im laufenden WM-Turnier quittieren musste.

Boll und Kollegen, die bereits zum dritten Mal seit 2004 auf dem Podium stehen, kämpfen in der Vorschlussrunde gegen Vizeweltmeister Südkorea (3:2 gegen Ungarn) um die Finalteilnahme.

Damen-Bundestrainer stolz

"Wir haben gegen die dritte Kraft im Damen-Tischtennis bewiesen, dass wir zu den besten Mannschaften Europas und nun auch weltweit gezählt werden müssen. Was die Spielerinnen bei dieser WM vollbringen, ist einfach riesig", schwärmte Bitzigeio nach dem Überraschungssieg.

Vor Moskau hatte eine deutsche Damen-Mannschaft zuletzt 1997 in Manchester eine Medaille (Bronze) gewonnen.

DTTB-Team spielt sich in Rausch

Hongkongs Erfolgsrechnung ging nur bis zum ersten Einzel auf, das die deutsche Meisterin Kristin Silbereisen gegen die Top-10-Spielerin Jiang Huanjun nur mit 2:3 abgeben musste.

Danach spielte sich die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) auch ohne die frühere Doppeleuropameisterin Elke Schall , die erneut wegen einer Rückenverletzung pausieren musste, in einen Rausch.

Rote Karte für Bitzigeio

Wu sorgte gegen die frühere Weltcup-Zweite Tie Yana mit 3:1 für den Ausgleich, ehe Winter als Nummer 101 gegen ihre 35 Plätze höher notierte Kontrahentin Zhang Rui mit 3:2 das entscheidende Break schaffte.

In einem packenden Showdown ließ sich Wu gegen Jiang Winters Vorlage nicht entgehen und machte trotz einer Roten Karte für Bitzigeio im vierten Satz mit ihrem zweiten Matchball das Husarenstück ihres Teams perfekt.

"Ich bin sehr stolz und glücklich, denn von einer Medaille hat vor der WM niemand von uns gesprochen. Diese WM läuft optimal für uns", sagte Wu nach Spielende.

Die 32-Jährige richtete den Blick allerdings auch gleich auf die Revanche gegen Singapur im Semifinale: "Singapur ist sicher noch stärker als Hongkong. Wir wollen uns auf jeden Fall besser verkaufen als im Gruppenspiel und müssen dann abwarten, was für uns möglich ist."

Boll und Co. lassen Gastgeber trauern

Lange Gesichter gab es bei den Gastgebern aus Russland im Duell gegen Deutschland.

Boll fegte Kirill Skachkow im ersten Einzel mit 3:0 von der Platte. Anschließend sorgte Dimitrij Ovtcharov mit dem 3:2 gegen Alexej Smirnow für den zweiten Sieg, ehe Christian Süß beim 3:2 gegen Fedor Kuzman alles klarmachte.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel